CHIO: Taxi zu teuren Umwegen gezwungen?

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
Beklagen „unzumutbare Zustän
Beklagen „unzumutbare Zustände”: Güngör Sahin (l.) und Heinz Comouth vom neuen Vorstand der Aachener Autodroschkenvereinigung sind mit dem Verkehrskonzept zum Reitturnier unzufrieden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist eine wirklich verfahrene Angelegenheit. „Taxifahrer müssen zum CHIO auf Kosten ihrer Fahrgäste Zwangsrunden drehen”, klagt Heinz Comouth. Der neue Vorsitzende der Aachener Autodroschkenvereinigung (AAV) läutet damit die nächste Runde im Streit um die nach Ansicht der Droschkenpiloten unzumutbaren Anordnungen für Taxifahrer und deren Kundschaft ein. Mit harten Bandagen.

Comouth ließ jetzt Flugblätter drucken. Diese will er in 130 AAV-Taxis an Fahrgäste verteilt lassen, die Richtung CHIO-Haupteingang an der Albert-Servais-Allee chauffiert werden wollen. Was auf direktem Weg verboten ist. „Weil wir nur am Taxi-Stand unter dem Tivoli-Vordach Fahrgäste ein- und aussteigen lassen dürfen, muss bei der CHIO-Anfahrt das Tivoli-Parkhaus und das Stadion der Alemannia umrundet werden”, erklärt Comouth. Sein Stellvertreter Güngör Sahin rechnet vor, dies sei ein Umweg von 1200 Metern. „Wenn man durch den Verkehr auf diesem Kurs über unwegsames Gelände nicht aufgehalten wird, beträgt der Aufpreis für jede Anfahrt mindestens zwei Euro.” Dann stehe für CHIO-Besucher noch ein Fußweg von rund 500 Metern an.

Verantwortlich für das Prozedere seien Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV), Aseag, Ordnungsamt, Straßenverkehrsamt und die Polizei, behauptet die AAV. Deren Vertreter hätten das CHIO-Verkehrskonzept zu Lasten der Taxibranche beschlossen, heißt es. Noch mehr ärgert Comouth, dass Taxifahrer, die etwa an Bushaltestellen Fahrgäste ein- und austeigen ließen, reihenweise Verwarnungsgelder von 15 bis 25 Euro aufgebrummt worden sind. „Dabei besagen die gesetzlichen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung, dass dies Taxis an Bushaltestellen innerhalb von drei Minuten erlaubt ist”, sagt Comouth.

ALRV-Sprecher Niels Knippertz weist die Vorwürfe zurück. „Wir hatten in den Gremien, unter Einbeziehung der AAV, eine Lösung gefunden und für gut befunden. Ich verstehe nicht, warum ein neuer AAV-Vorstand dieses Thema nun wieder problematisiert”, wundert er sich. Und fügt hinzu: „Fußwege lassen sich angesichts der Besucherandrangs nicht vermeiden. Und wer näher mit dem Taxi ans Geschehen gebracht werden will, kann sich zum Hintereingang am Soerser Weg bringen lassen. Da liegt der Taxistand direkt neben dem Eingang.”

In Sachen Ein- und Aussteigen von Taxi-Kunden an Bushaltestellen präzisiert Axel Costard vom städtischen Presseamt die gültigen Vorschriften: In sogenannten Bushaltebuchten sei der kurze Taxi-Stopp ausnahmsweise zulässig, nicht aber entlang spezieller Sonderfahrstreifen. Und genau solchen führten an den Bushaltestellen vor dem CHIO-Gelände auf der Albert-Servais-Allee und der Krefelder Straße vorbei, sagt Costard. Aseag-Sprecherin Eva Wußing betont, man habe sich im Vorfeld auf ein Verkehrskonzept verständigt, welches größtmögliche Sicherheit und Schnelligkeit gewährleiste. Dies sei bei 100.000 CHIO-Fahrgästen unerlässlich. Sie räumt aber ein, dass auch Personal der Aseag Taxi-Falschparker oder -stopper notiere und das Fehlverhalten dem Ordnungsamt melde. Schließlich stellt Wußing klar: „Damit keine Behinderungen entstehen, müssen wir so verfahren, wirklich.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert