Aachen - CHIO-Direktor Kemperman: Sicher im Sattel des Hollandrades

CHIO-Direktor Kemperman: Sicher im Sattel des Hollandrades

Von: Thorsten Karbach
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Sitzt immer sicher im Sattel:
Sitzt immer sicher im Sattel: Frank Kemperman ist leidenschaftlicher Radfahrer. Nicht nur die Soers bietet sich für Touren an. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auch ohne Pferd und CHIO sitzt Frank Kemperman das ganze Jahr im Sattel. In seinem Fahrradsattel. Der niederländische Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins hat sein - natürlich - Hollandrad direkt vor dem Büro in der Reitertribüne stehen.

Wann immer er auf dem 250.000 Quadratmeter großen Gelände in der Soers unterwegs ist, tritt er in die Pedale. „Es ist unglaublich, welche Wege man hier sonst läuft. Wir sagen immer, wir haben hier das kleinste Turniergelände der Welt, aber es sind doch große Entfernungen, die ich hier zurücklegen muss”, sagt er. Gerne würde sich der ALRV mit Blick auf die Europameisterschaft der Reiter 2015 vergrößern, Kemperman noch weitere Strecken fahren - aber das ist eine andere Geschichte.

Bevor es sportlich in der Soers wieder um die (2015 ganz große) Wurst geht, geht es um das Fahrrad. Für Kemperman ist es selbstverständlich, auf den (Fahrrad-)Sattel zu steigen. Auch während der CHIO-Woche. Freilich gab in diesem Jahr sein langjähriges Rad den Geist auf. Die Kette packte nicht mehr, bremste den Turnierdirektor aus. Doch der erinnerte sich an ein Geschenk an Ehrenpräsidenten Klaus Pavel - und holte dieses Fahrrad - das ist jetzt kein Wortspiel - aus dem Stall. Das Modell heißt übrigens „Old Dutch Classic” (Alter niederländischer Klassiker). Hätte es einen passenderen Namen haben können?

Als Niederländer habe er das Radfahren eben im Blut. Mit zwei oder drei Jahren haben ihn seine Eltern aufs Rädchen gesetzt, und seitdem strampelt er. Sonntagsmorgens zum Bäcker. Abends mit der Frau zum Restaurant. Und während der Arbeit fährt er auch mal die 6-Kilometer-Geländestrecke ab. „Es ist eben das ideale Transportmittel.”

Immer wieder sieht Kemperman durch die Scheiben seines Büros auch Radfahrer, die auf einer Tour auf dem Turniergelände Halt machen. „Das Gelände ist tagsüber wie ein Park”, sagt er, freut sich über diese Besucher. Und so gibt es viele spannende Routen in und um Aachen, mit denen sich die Sommerferien gestalten lassen. 300 Kilometer sogenannte Radverkehrsanlagen zählt die Stadt laut Axel Costard vom Presseamt.

Zum Vergleich: Das gesamte Straßennetz umfasst 900 Kilometer. „Etwa 15 bis 20 Kilometer wurden in den letzten Jahren fahrradtauglich gemacht”, berichtet Costard. Die Möglichkeiten für eine entspannte Radtour sind groß. Und werden größer. „Ziel ist aber auch die Erhöhung der Sicherheit für Fahrradfahrer unter Beibehaltung der Leistungsfähigkeit für alle Verkehrsteilnehmer”, erklärt Costard. Auch wenn das zuletzt beispielsweise an der Junkerstraße für Ärger sorgte.


Regelmäßig organisieren die Aachener Radsportvereine wie Schwalbe 08 oder auch der ADFC (im Internet unter http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-aachen/touren.html) dabei Radtouren für Jedermann in Aachen und ins Umland. Der ADFC radelt beispielsweise am Samstag, 11. August, um 15 Uhr ab Forster Linde abseits der Vennbahntrasse über 15 Kilometer zum Brander Bahnhof.

Schöne Wege führen dabei nicht nur in die Soers und von dort beispielsweise weiter ins Wurmtal. Auch der Aachener Wald lockt - mit autofreien Routen. Laut Stadt gibt es dort rund 140 Kilometer befestigte Wege - die von Radfahrern genutzt werden dürfen. „Radfahren ist grundsätzlich erlaubt auf allen befestigten Wegen - mit Schotter oder Asphalt, allerdings nicht auf Reitwegen”, erläutert Costard. Wer sich nicht daran hält, wird wohl in den meisten Fällen zunächst verwarnt werden, riskiert aber auch ein Bußgeld in Höhe von 10 bis 35 Euro, es könnte auch ein Waldverbot ausgesprochen werden. Um Konflikte zwischen Radfahrern, Spaziergängern und beispielsweise Joggern zu minimieren, ist am Dreiländereck gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien ein Mountainbike-Parcours geplant.

Apropos Niederlande. Kempermans Hollandrad - niedrige Querstange, Rücktrittbremse - zählt mittlerweile zum CHIO wie Ross und Reiter. Vorne hat er einen Aufkleber mit dem CHIO-Logo angeklebt. Es ist mit Sicherheit Aachens außergewöhnlichstes Dienstfahrzeug. Und gleichzeitig ein kleiner Konferenzraum. „Ich habe manchmal auch Sitzungen im Sattel”, erklärt er und lacht. Gleichzeitig könne er jederzeit schnell und unproblematisch stehen bleiben - oder flüchten. „Etwa, wenn die Presse kommt”, sagt Frank Kemperman, schwingt sich in den Sattel und braust davon?


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