Beezie Madden siegt vor Rolf-Göran Bengtsson

Von: Klaus Schmidt
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Der Sprung über den Wassergraben gelang Ludger Beerbaum, der auf das Siegertreppchen aber nicht. Foto: Uwe Anspach

Aachen. Harrie Smolders war nur von einem Gedanken getrieben: „Ich wollte Null gehen.” Sechs Paare hatte das Stechen um den Sieg im Preis von Europa gesehen, alle hatten sie ihre Spuren hinterlassen. Dass der Niederländer seinen Plan auf Exquis Oliver Q umsetzen, letztlich aber nicht den Siegerscheck über 19.800 Euro einstreichen konnte, war wenig überraschend.

„Mein Pferd ist halt nicht das schnellste. Und bei den beiden Jockeys, die noch nach mir kamen...”

Erst zog Rolf-Göran Bengtsson, Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2008, auf Ninja La Silla vorbei; dann entrissen Beezie Madden und Coral Reef Via Volo dem Schweden noch den Triumph. „Der größte Erfolg” mit der zwölfjährigen Stute, die erst seit Februar im Beritt der US-Amerikanerin ist.

Illustre Namen stehen in der Siegerliste des Europa-Preises, Hans Günter Winkler und Halla gewannen 1957 die Premiere in der Soers. Madden, vor drei Jahren im Großen Preis von Aachen erfolgreich, holte nun den erst dritten Sieg für die USA und trat die Nachfolge von Ashley Bond an. Als es in die Entscheidung ging, war Schwarz-Rot-Gold außen vor.

„Es ist das erste Mal, dass es so etwas gegeben hat - kein Deutscher im Stechen”: Was Parcours-Designer Frank Rothenberger da in den Weg gestellt hatte, war für seine Landsleute auf breiter Front zu hoch. „Pech-Fehler können immer wieder mal passieren”, sagte Lars Nieberg, der den Wettbewerb 1997 auf For Pleasure gewonnen hatte. „Und wir sind halt gute Gastgeber. Man muss den anderen auch mal was lassen...”

Der Reihe nach taten sich die 13 Deutschen raus. Ob Lokalmatador Thomas Weinberg und Sandrhea-Star, Ludger Beerbaum und Chaman, der Deutsche Meister Philipp Weishaupt und Catoki oder die letzte Hoffnung im Normal-Parcours, Christian Ahlmann und Lorenzo - für alle war irgendwo eine Tücke versteckt. Der selektive Hindernis-Aufbau, der Klasse des Springens würdig, forderte die meisten Fehler in der dreifachen Kombination und in der letzten Linie mit dem Wassergraben.

Da hatte Marcus Ehning, dem Rothenberger zuvor „von Herzen” den Sieg gewünscht hatte, längst alle Hoffnungen begraben müssen. Küchengirl begann den Auftritt mit einem Fehler gleich beim ersten Sprung. Für das beste Resultat aus deutscher Sicht sorgte die Amazone: Meredith Michaels-Beerbaum belegte den elften Platz. „Mein Traum ist, noch einmal mit Shutterfly hier im Großen Preis zu gehen” - für den sie als WM-Dritte automatisch qualifiziert ist.

Der Start am Mittwoch diente als Test für Sonntag, und er verlief gut. Nur ein Abwurf in der Mitte der Dreifachen kostete das Paar die Teilnahme am Stechen. „Ich bin ganz glücklich, denn er fühlte sich top an”, sagte Michaels-Beerbaum über ihren 17 Jahre alten Wallach, der bald in Rente gehen dürfte.

Lars Nieberg hatte das Stechen gar nicht mehr verfolgt: „Wie - keiner von uns mehr dabei...? Der zweimalige Mannschafts- Olympiasieger ärgerte sich vor allem über sich selbst. „Mein Pferd ist super gegangen. Vielleicht hätte ich ihm mehr helfen müssen” - um den entscheidenden Abwurf zu verhindern. Der Parcoursbauer habe jedenfalls „einen guten Job gemacht”. Und Nieberg hofft, „in den nächsten Tagen noch eingreifen zu können”. Wenn es um weitere Siegerschecks geht.
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