Am meisten von sich selbst beeinflusst: Kevin Staut

Von: Helga Raue
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Selbstbewusst, geradeheraus und authentisch: Der französische Europameister Kevin Staut. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Europameister Kevin Staut: selbstbewusst, sympathisch und geradeheraus. Eigentlich sollte sein Top-Pferd Kraque Boom verkauft werden, doch zum Glück für den 29-Jährigen wollte niemand den französischen Hengst reiten.

„Ich hoffe nicht, dass es sich arrogant anhört, aber die Person, die mich am meisten beeinflusst hat, bin ich selbst.” Das klingt ausgesprochen selbstbewusst, und so tritt Kevin Staut auch auf: Selbstbewusst, sympathisch und absolut bodenständig.

„Ich bin geblieben, wie ich bin, der Titel hat mich nicht verändert, auch wenn ich durch diesen Erfolg natürlich bekannter geworden bin”, erklärt der 29-Jährige. Bei den Europameisterschaften 2009 in Windsor gewann der französischen Springreiter die Goldmedaille.

Staut lacht, wenn man seine Zitate hinterfragt. „Nun ja, im Parcours kann man ja auch keinen anderen fragen, da ist man auf sich allein gestellt.” Seit acht Monaten lebt und trainiert der charmante Franzose, der aus Le Chesnay bei Paris stammt, zwar in der Nähe von Brüssel, reitet aber nach wie vor neben eigenen auch die Pferde seines französischen Sponsors Xavier Marie, der mit Haras du Hus eins der größten französischen Privatgestüte in der Nähe von Nantes betreibt.

Stolzer Großvater

„Ich habe für Marie zuerst viele junge Pferde geritten, da ich aber im Sport vorwärts kommen wollte, hat er mir später erfahrenere zur Verfügung gestellt. Das ist auch einer der Gründe, warum ich derzeit in Belgien im Stall von Christophe Ameeuw reite, der mit Turnierpferden handelt”, erläutert Staut, der zuerst Business und Management studierte, sein Studium aber nicht abschloss. Damit wollte er die Grundlagen für ein eigenes Unternehmen schaffen, das er als „Ecurie Kevin Staut” gründete.

Dass der 29-Jährige, die Nummer 3 der Weltrangliste, mit seinem Top-Pferd Kraque Boom, einem zwölfjährigen Selle-francais-Hengst, seinen bisher größten Erfolg feierte, machte vor allem seinem Großvater stolz. „Wir haben ein Pferd für den Handel gesucht, und mein Opa hat ihn zur Hälfte gekauft. Nur, sein Stil und sein Typ sind schon ein wenig speziell, und so wollte ihn niemand kaufen. Im Nachhinein war das ein großes Glück für mich.”

Sein Großvater erstand auch die zweite Hälfte des Vierbeiners, und Enkel Kevin gewann die Goldmedaille. „Er ist ein tolles Pferd, ganz klar im Kopf. Wenn er im Parcours ist, konzentriert er sich und kämpft mit - das ist typisch für die französischen Pferde.”

Damit gehört der 29-Jährige, der mit Team-Kollegin Pénélope Leprevost liiert ist, mit zu den für die Weltreiterspiele in Kentucky. „Der Hengst fühlt sich im Moment sehr gut an”, ist Staut, der seine Saisonplanung auf die WM ausgerichtet hat, vorsichtig optimistisch. Zwar werden die französischen WM-Tickets erst nach dem CHIO Aachen vergeben, aber „Pénélope und ich sind ziemlich sicher im Team.” Und eine Medaille sollte dort herausspringen. „Na, ja, Silber könnte es schon werden... Wir haben ein gutes Team”, sagt Staut.

Am Samstag tritt der Europameister im Springen mit Pferdewechsel „Best of Champions” mit Brazil gegen Weltmeister Jos Lansink (Belgien), Olympiasieger Eric Lamaze (Kanada) und Denis Lynch (Irland), Vorjahressieger im Großen Preis, an.„Ich kenne die anderen Pferde und denke, dass sie mir liegen.”
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