Alvaro Miranda bezwingt sein Aachen-Trauma

Von: Günter Kirschbaum
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Die deutschen Springreiter haben den Gästen am ersten Tag des CHIO in Aachen die Siege überlassen. Das Hauptspringen beim größten Reitturnier der Welt gewann am Dienstag der Brasilinaer Alvaro Miranda (Bild). Das Eröffnungsspringen hatte zuvor der Ire Dermott Lennon für sich entschieden. Foto: dpa

Aachen. Als die Startnummer 24 beim Stawag-Preis in den Parcours ritt, setzte Getuschel am Rande des Abreiteplatzes ein. „Da kommt der Sieger”, flüsterte die US-Amazone Laura Kraut ihrem Equipechef George H. Morris ins Ohr. Ihr Gefühl sollte sie nicht trügen. Souverän und äußerst schnell pilotierte der Brasilianer Alvaro Miranda seinen zehnjährigen Hengst Norson ins Ziel.

Die 15 Sprünge, die Parcourschef Frank Rothenberger den Startern auf den 540 Meter in den Weg gestellt hatte, meisterte das Paar.

Null Fehler in 69,92 waren nach einem guten Drittel der Prüfung zu gut für die Konkurrenz. Billy Tomey mit Tinkas Serenade (Irland) und Kraut mit Teirra kamen auf den Rängen zwei und drei ein. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Chaman kam hinter Vorjahressieger Steve Guerdat (Schweiz)mit Jalisca Soleir als bester Deutscher auf den fünften Platz.

„Der Kurs von Frank Rothenberger war schwer, aber sehr gut zu reiten”, lobte Miranda den Parcours. „Und Norson ist ein schnelles Pferd.” Der Brasilianer, der 2005 Athina Onassis, die Enkelin des griechischen Milliardärs Aristoteles Onassis heiratete, war einfach nur glücklich darüber, dass er am Dienstag mit diesem Erfolg auch sein Aachen-Trauma überwunden hat.

Vor zwei Jahren war er vor den Augen seiner Gattin schwer gestürzt, hatte unter seinem Pferd gelegen und musste mit dem Krankenwagen vom Platz gefahren werden. Glücklicherweise hatte sich Alvaro Miranda nur eine Verletzung des Sprunggelenks zugezogen. „An diesen Vorfall habe ich keine guten Erinnerungen”, blickte der 38-Jährige zurück. Doch das ist jetzt Geschichte. In den nächsten Tagen will er weiter angreifen. „Hoffentlich gibt es noch ein weitere gute Platzierungen.”

Miranda verließ Brasilien vor 16 Jahren und ließ sich in Brüssel nieder. „Wenn man den Pferdsport auf höchsten Niveau betreiben will, dann muss man nach Europa”, erläutert er diesen Schritt. Der war für ihn aber durchaus schmerzhaft. „Es war lange nicht leicht, so weit weg von meiner Familie zu sein. Aber jetzt ist Europa meine Heimat. Ich liebe das Leben hier.”

Die deutschen Reiter grämte es nicht, am Dienstag eher die zweite Geige gespielt zu haben. Sie nutzten den Stawag-Preis, um ihren Pferden die Umgebung zu zeigen, in denen die nächsten Tage erfolgreicher sein sollen. Bundestrainer Otto Becker: „Die Höhepunkte sind der Preis von Europa, der Nationenpreis und der Große Preis. Darauf konzentrieren wir uns.”
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