1928 schon mehr als 120.000 Gäste in der Soers

Von: Anke Hinrichs
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Die History-Tour bietet reichlich Informationen aus der CHIO-Geschichte. Die ehemaligen Nationenpreisreiter Willibald Mehlkopf und Edgar Henri Cuepper, ALRV-Geschäftsführer Frank Kemperman, ALRV-Präsident Klaus Pavel, Kunsthistorikerin Doris Beaujean und ALRV-Vizepräsident Carl Meulenbergh (v.l.). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Aachen- und Burtscheider Pferdeeisenbahn wartet schon, um die Pressevertreter stilvoll über das CHIO- Gelände zu kutschieren. Zwei Kaltblüter ziehen das alte Holzwägelchen aus vergangenen Zeiten und das Gefährt ist auch irgendwie passend, denn der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) hat zur Vorabbesichtigung der neuen History-Tour auf dem Turniergelände eingeladen.

Insgesamt zwölf Tafeln gewähren Einblick in die wechselvolle Baugeschichte und Entwicklung des traditionsreichen Gebietes in der Soers, eine Baugeschichte, die schon 1924 ihren Anfang genommen hat und bis heute andauert: „Wir errichten zur Zeit ein dauerhaftes kleines Fernsehstudio am Hauptstadion, damit diese Auf-und Abbauerei ein Ende hat”, verkündet ALRV-Präsident Klaus Pavel während der Fahrt nicht ohne Stolz.

Den Inhalt der Tafeln stellte die Kunsthistorikerin Doris Beaujean zusammen, sie bezeichnet ihre Arbeit als Schatzsuche und Pionierarbeit. „In der Weise ist die Geschichte des CHIO-Geländes bisher noch nicht aufgezeichnet worden”, so die Kunsthistorikerin, die schon 2007 das CHIO-Museum gründete und seit der Zeit auch betreut.

Los geht es mit der Tafel 1, einer Übersichtstafel direkt im Eingangsbereich des Turniergeländes. Dort liegen Flyer mit einem Lageplan der History-Tour-Stationen bereit. Der Parcours steht allen Interessierten ganzjährig zur Besichtigung bereit, während des Reitturniers sind jedoch die Stallungen und die Halle für die Öffentlichkeit gesperrt.

Jede Tafel widmet sich einem Bereich, zum Beispiel zeigt Tafel 6 die Entwicklung der Geländestrecke, Tafel 8 die des Trainingsplatzes Springen oder Tafel 11 die enorme Bautätigkeit im Bereich der Stallungen. Bereichernd wirkt die direkte Verbindung zwischen Tafel und Gelände, so dass immer auch ein Blick auf das, was seit 1924 geschaffen wurde, möglich ist. Dabei hat Beaujean auf eine ausgewogene Darstellung geachtet, in der sich Fakten, Daten und Bildmaterial auf den blauen Tafeln die Waage halten.

Fündig wurde die Kunsthistorikerin in den Fotoalben des ALRV, und förderte zum Beispiel jenes wunderbare Schwarzweiß-Bild von 1925 von Tafel 2 zutage, das elegant gekleidete Herren mit Einstecktuch und Melone auf dem Richterturm an der Ostseite des damaligen Hauptstadions zeigt.

ach den alten Schwarzweiß-Fotografien wird es ab 1959 bunt, auch diese Entwicklung dokumentieren die Tafeln. Schon 1925 sei das bauliche Konzept großzügig und weitblickend gewesen, erklärt Beaujean, immerhin habe man schon 1927 die Wiener Hofreitschule zu Gast gehabt und 1928 mehr als 120000 Zuschauer gezählt.

Modernisierungs- und Planungsmaßnahmen hätten sich dabei immer aus der gerade bestehenden Notwendigkeit ergeben und zur rasanten Erweiterung des Geländes beigetragen. Deutlich wird diese Entwicklung zum Beispiel am Stallbereich, der mittlerweile über 400 feste Pferdeboxen verfügt und seit der Weltmeisterschaft vor vier Jahren eine eigene kleine Veterinärstation beherbergt.

Selbst die alten Hasen des Reitsports, Edgar Henri Cuepper und Willibald Mehlkopf, die ehemaligen Nationenpreisreiter, hatten zunächst gewisse Orientierungsschwierigkeiten auf dem Gelände, zeigten sich aber dann auf ganzer Linie begeistert von den baulichen Entwicklungen und deren anschaulicher Dokumentation auf den Tafeln.

Über Aachens Stellung in der Welt der Pferde hat sich ihrer Meinung jedoch in all den Jahren nichts geändert: „Man konnte auf der ganzen Welt reiten, aber Aachen war was Besonderes, hier fanden schon immer die besten Turniere der ganzen Welt statt.”
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