Zwei Spiele, zwei Siege, 7:3 Tore

Von: Marc Basten
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Die Freude kehrt zurück in die Gesichter. Die Gladbacher Torschützen Torschütze Granit Xhaka (links) und Raffael jubeln am Ende einer unglaublichen Woche. Foto: sport/Avanti

Stuttgart. Die Erleichterung der Gladbacher Borussen war greifbar, als sie nach dem 3:1-Auswärtssieg durch die Katakomben der Stuttgarter Arena zum Mannschaftsbus gingen. „Das tut uns sehr gut“, atmete Nationalspieler Patrick Herrmann tief durch.

„Wir haben zuletzt schon an uns gezweifelt. Jetzt ist das Selbstvertrauen wieder da, und wir knüpfen an alte Zeiten an.“

Es ist höchst erstaunlich, was sich in Gladbach innerhalb einer Woche getan hat. Null Punkte, Tabellenletzter, die Niederlage im Derby, der unerwartete Rückzug von Erfolgstrainer Lucien Favre - noch am letzten Dienstag schien Borussia komplett am Boden. Innerhalb von drei Tagen hat sich das Blatt gewendet. Zwei Spiele, zwei Siege, 7:3 Tore – Mönchengladbach feiert die Wiederauferstehung.

Eng verbunden mit dieser Wandlung ist André Schubert, an dessen Status des „Interimstrainers“ sich allerdings nichts geändert hat. „Das ist klar so abgesprochen“, erklärte Sportdirektor Max Eberl. „André hat seine Arbeit auf der von Lucien Favre aufgesetzt und seine Impulse gebracht. Das hat die Mannschaft angenommen.“

Schubert löste mit seiner Ansprache offensichtlich einige Blockaden. „Wir spielen jetzt mutiger nach vorne und erobern die Bälle hoch“, erläuterte Patrick Herrmann die veränderte Herangehensweise. „Dadurch kommen wir zu mehr Abschlusssituationen.“

In Stuttgart kam den Borussen zugute, dass der VfB beim frühen Doppelschlag der Gladbacher deutliche Hilfestellung leistete. Beim 1:0 durch Xhaka nach einer Freistoßhereingabe ließen die Schwaben den Fohlen-Kapitän ungestört einköpfen. Drei Minuten später bugsierte Stuttgarts Kapitän Christian Gentner den Ball per Kopf ins eigene Tor.

„Die Führung hat uns einiges erleichtert“, befand Schubert. Danach spielte seine Mannschaft kontrolliert und souverän wie in der vergangenen Spielzeit. „Wir hätten allerdings das dritte oder vierte Tor nachlegen können oder sogar müssen“, monierte Eberl. „Dann wäre die Messe gelesen gewesen.“

So aber brachten die Gladbacher den VfB wieder ins Geschäft, weil sie kurz vor der Pause einen Elfmeter verursachten. Der dritte Strafstoß innerhalb von drei Tagen – noch so eine kuriose Geschichte. Schubert nahm es mit Humor. „Wir werden wohl mit Yann Sommer Elfmeterschießen trainieren, damit er mal einen hält“, sagte er mit einem Augenzwinkern. „Ich bin froh, dass die Jungs aktiv verteidigen. Auch wenn es ein bisschen geschickter sein kann.“

Nach der Pause machte Stuttgart ordentlich Betrieb. „Die Mannschaft hat sich dagegengestemmt, hat die Herausforderung angenommen“, lobte Eberl. „Wir müssen das eigentlich cleverer herunterspielen, aber Stuttgart hat großen Druck entwickelt“, meinte Herrmann.

Die Borussen hielten diesem Druck stand, selbst wenn es mehrfach äußerst knapp war. „Wir hatten schon das Quäntchen Glück“, gab Eberl zu. „Dennoch haben wir uns diesen Sieg redlich verdient. Wir haben unglaublich gefightet, alle waren am Limit“, ergänzte Schubert. „Und wir haben natürlich einen sehr guten Torwart.“

Yann Sommer bewahrte seine Mannschaft in der wilden Schlussphase vor dem mehrfach drohenden Ausgleich, ehe Raffael in der letzten Minute nach einem Konter die Partie endgültig zugunsten der Fohlenelf entschied. Danach war kollektives Durchatmen angesagt. „Die beiden Spiele haben viel Kraft gekostet“, sagte Schubert. „Wir müssen sehen, wie wir das auffangen.“

Vorfreude steigt

Viel Erholungszeit bleibt den Gladbachern nicht. Schon am Mittwoch gastiert Manchester City in der Champions League im ausverkauften Borussia-Park. Dass sie sich in Mönchengladbach darauf vorbehaltlos freuen können, hätte vor einer Woche kaum jemand für möglich gehalten.

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