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Wie viel Fußball bietet das 84. Derby?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Einer der wenigen Höhepunkte im 83. rheinischen Derby: Anthony Modeste köpft das 1:0, Andreas Christensen, Yann Sommer und Granit Xhaka sehen‘s mit Grausen. Foto: sport/Eibner
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Auch im Rückspiel immer noch da: Gladbachs Granit Xhaka und Torhüter Yann Sommer. Foto: sport/Uwe Kraft
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So jubelte Anthony Modeste nach seinem Siegtor im Hinspiel. Foto: sport/Team 2

Mönchengladbach. Der Derby-Sieger ist nicht automatisch für den Europapokal qualifiziert. Doch nach wie vor zählt der Sieg mehr als nur drei Punkte. Inzwischen benötigt Gladbachs Trainer André Schubert diesen Bonus dringend für seine persönliche Situation.

Schnöde drei Punkte würden aber bereits die tabellarische Situation seines Arbeitgebers verbessern.

Die Situation

Mitunter lohnen sich nüchterne Betrachtungen. Schubert gelingt dies. „Wir haben in den vier Rückrundenspielen drei Punkte geholt, das ist zu wenig und ergebnistechnisch nicht das, was wir uns vorgestellt haben.“ Der Fluch der guten Tat: Mittlerweile wird kaum noch thematisiert, dass erst Schubert mit der sensationellen Serie nach der Flucht von Lucien Favre den Traum von der Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb wiedererweckte.

Das große Thema ist die Gegentorflut und etliche unnötige Niederlagen. Wie zuletzt beim Hamburger SV. Aus gutem Grund versucht der 44-Jährige den Eindruck zu entkräften, die Ursachen lägen im strukturellen Bereich oder der mangelnden Einstellung seiner Spieler. Beides fiele auf ihn zurück. So zeichnet er lieber ein psychologisches Gemälde zum 2:3: Erst zu sicher durch die fußballerische Überlegenheit und das Tor, dann die Umkehrung, als sich erste Unkonzentriertheiten einschlichen und der HSV im gleichen Maße an Selbstbewusstsein gewann, wie es die Gladbacher verloren.

Das Ziel

Nicht das erste Mal ist Sportdirektor Max Eberl als Tiefstapler unterwegs. Einstelliger Tabellenplatz hat als Vorgabe fast schon Tradition. Mit Erfolg. Klar ist aber auch, dass mittlerweile der Kader so stark bestückt ist, dass ein Platz unterhalb der Euroschranke (Rang sieben oder acht) kaum zu vermitteln ist. Favre war bei Vertragsverhandlungen ein Trumpf als allseits anerkannter Spieler-Verbesserer. Schubert muss sich diesen Lock-Status erst noch erarbeiten. Also braucht Borussia den Europapokal, um weiterhin ambitionierte Spieler hinzuzuholen bzw. hochkarätige Abgänge (Granit Xhaka) zu kompensieren.

Die Trümpfe, die Schwachstelle

Die Schubert-Elf besitzt ein enormes Offensiv-Potenzial. Wenn die Tormaschine einmal ins Rollen kommt . . . Angriffswucht aber wäre der falsche Begriff, denn Raffael & Co. arbeiten lieber mit dem Degen statt mit dem Säbel. Entsprechend störanfällig ist das Spiel, wenn der Gegner extrem aggressiv und organisiert ins Räderwerk eingreift. Ist das der Fall, verschieben sich die Probleme sehr schnell nach hinten. Die ehemals stabile defensive Grundlage ist Geschichte, wenn es nach vorne hakt, bietet Gladbach dem Gegner auch zunehmend etwas nach hinten an. Die Balance zwischen Attacke und Abwehr ist überfällig.

Das Derby

Fehlende Konsequenz wirft Schubert seinen Spielern vor. Nur gut Fußball zu spielen, reiche nicht. Sie hätten die Basics vergessen. „Das Eins gegen Eins ist die Keimzelle des Fußballs“, definiert Schubert. Vor dem Derby eine überflüssige Erinnerung. Doch er steht unter Druck, er muss zeigen, dass er Schwachstellen erkannt hat und an ihnen arbeitet. Deshalb auch sein Hinweis, er habe in dieser Woche Standardsituationen trainieren lassen. Mehr Tore zu kassieren als zu erzielen, könnte sonst zu einem Standard werden, der ihn den Job kostet.

Der Gegner

Fast scheint Schubert einen Gegenentwurf zu beschreiben: „Sie profitieren von ihrer defensiven Stabilität.“ Der FC also. Und obendrein warnt der Gladbach-Coach noch vor einem „aggressiven, kopfballstarkem Stürmer“. Ohne dessen Namen zu nennen. Wer mag das nur sein?

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Nordtveit, Christensen, Wendt - Hazard, Dahoud, Xhaka, Johnson - Stindl, Raffael

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