Wie tiefgreifend sind die Gladbacher Abwehr-Probleme?

Von: bsc
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Borussias Trainer Dieter Hecking hofft, dass die Abwehr-Probleme mit einer Wiedergutmachung gegen Hannover abgehakt werden können. Foto: Bernd Thissen/dpa

Mönchengladbach. Wenn es denn so einfach wäre: Nach deftigen Niederlagen in der Fußball-Bundesliga ist es ein fast üblicher Reflex – Wiedergutmachung ist angesagt. Das wird auch rund um den Borussia-Park derzeit postuliert. Borussia Mönchengladbach hat in Dortmund 1:6 verloren.

Und die geforderte Reaktion folgt stets auf der moralischen Schiene. Folgt man der, hieße am Samstag für Hannover 96 es ab 15.30 Uhr mit einer wütend anrennenden und aufopferungsvoll verteidigenden Borussia zu tun zu bekommen. „Die Mannschaft hat im Training Feuer entwickelt“, springt auch Dieter Hecking bereitwillig auf diesen Emotionszug auf.

Verständlich, denn für den 53-Jährigen wäre es weitaus schwieriger gewesen, wenn die Gründe für die Blamage beim BVB im Systematischen statt in der Einstellung liegen würden. Innerhalb einer Woche grundlegende Defizite im Abwehrverhalten und Positionsspiel abzubauen, wären wohl auch für einen Wundertrainer nur schwer zu stemmen. Eine Alternative wäre deshalb auch, das Personal zu wechseln in der Hoffnung, die neuen Spieler würden es halt besser machen, hätten womöglich seine vorherigen Lektionen zielführend verinnerlicht.

Das Problem für Borussia: Dann müsste Hecking die komplette Abwehrreihe ersetzen und wohl auch noch die beiden Sechser. Damit aber würde der Fußballlehrer an Kredit, vor allem bei seinen Schülern, verlieren. Bestes Beispiel ist sein Innenverteidigerpaar. Yannik Vestergaard und Matthias Ginter sind im Prinzip ein auf Bundesliganiveau überdurchschnittlich gutes Duo, was sie aber beide in Dortmund erschreckend gekonnt zu verbergen wussten.

Vertrauen aussprechen und zeigen, heißt und kann deshalb nur die Devise lauten, und damit ist man zurück auf der Moral-Schiene. Auch in Sachen Offensive. „Es gibt nur eine Möglichkeit: Ihm weiterhin das Vertrauen zu schenken und an seine Stärken zu erinnern.“ Adressat: Thorgan Hazard, der im ehemaligen Westfalenstadion bei seinen Mega-Chancen stets punktgenau den gegnerischen Torwart anvisierte.

Borussias Keeper ließ sich beim BVB nichts zu Schulden kommen. Tobias Sippel überzeugte, dennoch bekennt Hecking: „Ich wäre froh, wenn Yann (Sommer) wieder spielen könnte.“ Das wird Jonas Hofmann auf keinen Fall (Muskelprobleme). Aber der Borussen-Coach wird elf Kicker finden für die Aktion Wiedergutmachung.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer (Sippel) - Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt - Herrmann, Kramer, Zakaria, Hazard - Stindl, Rafael.

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