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Verlängert Borussia mit der Viererbande?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Beliebt und wertvoll: Juan Arango (von links), Roel Brouwers, Martin Stranzl und Filip Daems. Collage: Hans-Gerd Claßen

Mönchengladbach. Würde man die Fans fragen, müsste Max Eberl die Verträge mit der Mönchengladbacher Ü30-Fraktion verlängern: Die Kontrakte von Martin Stranzl (33), Arango (33), Roel Brouwers (32) und Filip Daems (35) laufen im Sommer aus. Die gut eine Woche im Trainingslager in Belek (9. bis 16. Januar) bietet sich für Borussias Sportdirektor an, sich mit der verdienstvollen Viererbande zusammenzusetzen.

Dabei wird der Manager weit weniger emotional vorgehen als die Anhänger des Traditionsklubs. Es geht nicht um Sympathie-Werte oder Verdienste, was zählt ist allein der Nutzen jedes Einzelnen für die sportliche Zukunft der Mannschaft.

Willkommen in der Leistungsgesellschaft Fußball-Bundesliga! Eberls Entscheidungen werden vernunfts- und perspektivbezogen sein (müssen). Das hat sich bereits bei der Personalie Mike Hanke gezeigt. Der bei Fans, Medien und auch im Verein äußerst beliebte Stürmer fiel einem nüchternen, aber gerechtfertigten Kalkül zum Opfer. Im Vergleich mit den Neuzugängen und auch den nachdrängenden Nachwuchs-Offensivspielern versprach er am wenigsten Hilfs- und Entwicklungspotenzial. Obendrein muss sich ein Sportdirektor hüten, die Ersatzbank- und Tribünenfraktion zu groß werden zu lassen. Erst recht, wenn man nicht international aktiv ist.

Arangos Alleinstellungsmerkmal

Das wird womöglich anders sein in der kommenden Spielzeit. Ein Vorteil für Arango & Co. bei den anstehenden Verhandlungen. Der Venezolaner hat zudem den Vorteil, ein Alleinstellungsmerkmal zu besitzen: Seine Freistoß- und Spielentscheidungsqualitäten sind schlicht gesagt klasse und kommen vor allem dann zum Tragen, wenn es mal wieder in der Kombinationsmaschinerie klemmt. Doch auf diesem Niveau sind auch die Zauberkünste Arangos endlich, erst recht sein Willen und Vermögen, auch die weniger spektakuläre, dafür aber belastendere Arbeit für die Mannschaft zu leisten. Ihm bleiben noch 17 Spiele, um derartige Sorgen auszuräumen. Eine Verlängerung um ein Jahr, womit sich der 33-Jährige einverstanden erklären würde, wäre das Maximum, könnte aber in dem Moment unnötig sein, in dem Eberl für den Sommer einen überdurchschnittlichen, gestandenen linken Offensivspieler an der Angel hat.

Bei Martin Stranzl gibt es wenig zu überlegen. Der Österreicher war Borussias stabilster Verteidiger, seine auch internationale Erfahrung benötigt Gladbach erst recht, wenn man sich für die Europa League oder mehr qualifiziert.

Die Doppelbelastung wäre auch ein Argument für eine weitere Zusammenarbeit mit Brouwers, das allerdings durch die Entdeckung von Tony Jantschke als Innenverteidiger entkräftet wird. In der Abwehrzentrale benötigt Borussia trotz eines Alvaro Dominguez eine Blutauffrischung, zumal das Karrierende von Stranzl ja absehbar bleibt. Wird Eberl also fündig, könnte der Niederländer etwa in Kerkrade beweisen, dass er eben mehr als ein idealer Ersatz ist.

Er ist der Älteste, doch in Sachen Fitness muss sich Filip Daems hinter niemandem verstecken. Seinen Stammplatz hat er nur durch eine Verletzung an Oscar Wendt verloren, der Belgier wird auch mit 36 noch bundesligareif sein. Erst recht auf einer Position, auf der sich die meisten Vereine schwer tun, hochwertiges Personal zu verpflichten. Aber für den 35-Jährigen gilt wie für Brouwers: Kann Eberl einen Linksverteidiger auf seiner Kandidaten-Liste realisieren, darf Daems seine Karriere in der Heimat ausklingen lassen.

Fazit: Nur einer aus dem Quartett ist gesetzt (Stranzl), Arango hat (noch) gute Karten, bei Brouwers und Daems hängt die Weiterarbeit von Alternativen ab. Aber es ist nicht auszuschließen, dass sich Max Eberl dem Vierer-Plädoyer der Borussen-Anhänger anschließt...

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