Traininglager in Belek: Wache Köpfe statt Weiterentwicklung

Von: Marc Basten
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In tragender Rolle: Gladbachs Trainer André Schubert bei der Trainingsarbeit in Belek. Foto: sport/DeFodi

Belek. Eine Woche hat sich Borussia in Belek an der türkischen Riviera auf die Rückrunde vorbereitet. „Eigentlich war es viel zu kurz“, sagte Trainer André Schubert vor der Heimreise am Donnerstag. Der 44-Jährige hätte in seinem ersten Trainingscamp mit der Fohlenelf gerne mehr Zeit gehabt.

„Wir haben zwar an den Schwerpunkten weitergearbeitet, sind jedoch nicht ansatzweise mit den Themen so weitergekommen, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Letzten Freitag gab es die erste Trainingseinheit, ab Sonntag musste die Belastung mit Blick auf den Testspiel-Doppelpack am Dienstag (2:1 gegen Sivasspor und 2:2 gegen Hertha BSC) bereits heruntergefahren werden. „Man muss vorsichtig sein“, erklärte Schubert. „Die Dinge, an denen wir arbeiten wollen, sind teilweise sehr komplex und benötigen eine gewisse Intensität. Da kann man nicht zu viel machen. Von daher geht das mit der Entwicklung in die nächsten Monate hinein.“

„Künftig werden wir unter der Woche an den Schwerpunkten arbeiten“, so Schubert. „Wir haben jetzt immer ein, zwei Tage, an denen wir die Ideen intensiv mehr festigen können.“

Die kurze Woche in Belek diente vor allem dazu, „die Köpfe nach relativ kurzer Pause schnell, aber auch nicht zu schnell wieder wachzubekommen“. Das, so Schubert, sei vollauf gelungen. Dazu lag der Fokus auf der Eingliederung der beiden Neuzugänge Jonas Hofmann und Martin Hinteregger. „Das sind ehrgeizige, positive, freundliche und geerdete Typen, und sie passen sehr gut zu uns“, lobte Schubert. „Beide werden uns weiterhelfen.“

Neben den beiden frisch verpflichteten Spielern konnte sich André Schubert in Belek nachhaltig mit Martin Stranzl beschäftigen. „Ich bin froh, dass ich Martin jetzt erst mal richtig kennenlernen konnte“, sagte Borussias Trainer. „Bisher habe ich weder auf dem Platz mit ihm gearbeitet noch kannte ich ihn als Persönlichkeit. Das konnte ich jetzt – er ist ein toller Typ, und ich bin froh, dass er wieder dabei ist.“

Der 35-Jährige hielt im Test gegen Sivasspor neunzig Minuten durch, nachdem er zuvor bei einigen Trainingseinheiten ein reduziertes Programm absolviert hatte. „Martin merkt selbst, dass er noch den Anschluss finden muss und Spielpraxis braucht“, so Schubert.

Die Rückkehr von Stranzl macht auch die Kapitänsfrage wieder zum Thema. „Martin war und ist der Kapitän, aber mit Granit Xhaka hat sich ein Nachfolger hier schon behauptet“, erläuterte Schubert. „Granit hat das überragend gemacht.“

Im Testspiel teilten sich die beiden den Job. Stranzl war vor der Pause Spielführer, Xhaka nach dem Wechsel. „Die Geste fand ich sehr gut“, sagte Schubert. „Beide sind wahnsinnig stolz, für diesen Verein die Binde tragen zu dürfen, und beide sind so gestrickt, dass sie es nicht müssen und ihre Persönlichkeit hintanstellen. Das haben sie mir unabhängig voneinander gesagt.“

Wobei die Frage Stranzl oder Xhaka kurzfristig vermutlich mit Nordtveit beantwortet wird. Xhaka ist in den ersten drei Spielen gesperrt, und Stranzl wird wahrscheinlich zu Beginn kein Kandidat für die Startelf sein. So dürfte Håvard Nordtveit, der mit der Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages weiterhin zögert, das Amt übernehmen.

Grundlegend neue Erkenntnisse hat die Woche in Belek nicht gebracht. Trainer und Mannschaft wirkten konzentriert, die beiden Neuverpflichtungen haben sich ohne sichtliche Schwierigkeiten eingefügt. Am Samstag bestreitet Borussia noch ein Testspiel beim VfL Bochum, nach zwei freien Tagen richtet sich der Blick dann auf den Rückrundenauftakt gegen Borussia Dortmund. „Das ist schon eine große Herausforderung, es geht gleich von Null auf Hundert. Dortmund wird uns alles abverlangen“, meinte Schubert.

Das Spiel gegen den Tabellenzweiten wird für Borussias Trainer eine weitaus komplizierte Angelegenheit, als die Befreiung aus der Kabine in Belek, in die er vor Beginn der zweiten Halbzeit im Testspiel gegen Sivasspor kurzzeitig eingeschlossen war. „Ich war noch auf der Toilette und habe mich dann bemerkbar gemacht. Die 30 Sekunden habe ich überlebt.“ So überstand André Schubert die Woche im Trainingslager letztlich genauso unbeschadet wie seine Spieler.

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