Torwart Yann Sommer ist nicht zu überwinden

Von: Hendrik Buchheister
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Starker Rückhalt: Yann Sommer hat seine gute Form wiedergefunden. Foto: imago/Eisenhuth

Bremen. Yann Sommer strahlte, als er nach dem Spiel beim SV Werder durch die Katakomben des Weserstadions marschierte, und das hatte gleich zwei Gründe. Erstens war da sein Trikot in grellem Orange, das auch nach 90 Minuten im Bremer Morast nichts von seiner Leuchtkraft verloren hatte. Und zweitens war da natürlich Sommers prächtige Laune.

Seine Mönchengladbacher Borussia hatte schon wieder gewonnen, 1:0 durch Thorgan Hazards Treffer in der zwölften Minute, und Sommer, der Torwart des Teams, war wieder einmal ohne Gegentor geblieben. Bester Stimmung gab er also seine Analyse ab und führte den Erfolg auf ein einfaches Rezept zurück. „Wir stehen sehr kompakt, lassen wenig zu – und sind vorne effektiv“, sagte er. Damit hatte er Recht.

Werder kam im Grunde nur einmal gefährlich vor das Mönchengladbacher Tor, und zwar in der 17. Minute. Sommer verhinderte mit einer Glanztat gegen den frei vor ihm aufgetauchten Fin Bartels den Bremer Ausgleich. Ansonsten hielt die Defensive der Borussen dicht. Vorne genügte ein überschaubarer Aufwand.

Der frühe Treffer passte den Mönchengladbachern natürlich bestens ins Konzept, sie konnten das Spiel danach in Ruhe verwalten und auf Räume zum Kontern warten. In der zweite Halbzeit hätten sie das Ergebnis noch höher gestalten können, ein paar gute Gelegenheiten hatten sie noch, die beste durch Hazard in der 75. Minute. Doch am Ende war dieses 1:0 ein gerechetes Ergebnis.

Mönchengladbachs Aufschwung unter dem seit Anfang des Jahres amtierenden Trainer Dieter Hecking geht also weiter. In fünf Pflichtspielen unter seiner Regie gab es ein Unentschieden und vier Siege. Entscheidend für den positiven Trend ist die neue Sicherheit in der Verteidigung. In den jüngsten drei Spielen blieben die Mönchengladbacher ohne Gegentor. Die Offensive war noch nie das Problem des Teams, mit Spielern wie Hazard oder den gegen Werder fehlenden Lars Stindl und Raffael haben die Mönchengladbacher vorne ein hohes Maß an Qualität.

Bessere Balance

Neu ist, dass die Balance zwischen den Mannschaftsteilen wieder stimmt und das Team dadurch stabiler ist als unter Heckings Vorgänger André Schubert. „Momentan passt bei uns die Symbiose zwischen Defensive und Offensive. Wir lassen defensiv wenig zu und schaffen es selber, vorne Chancen zu kreieren“, sagte Sportchef Max Eberl. „Die Mannschaft wirkt sehr gefestigt, die Jungs arbeiten füreinander mit hoher Laufbereitschaft“, freute sich Trainer Hecking.

Er hat mit einer taktischen Maßnahme zur neuen Stabilität beigetragen, stellte von der unter Schubert favorisierten Dreier-Abwehr auf eine Viererkette in der Verteidigung um. „Damit fühlen wir uns richtig wohl“, sagte Kapitän Tony Jantschke, der rechte Außenverteidiger.

Er hat beobachtet, dass seine Mannschaft durch die neue Variante zwar mehr gegnerische Flanken zulasse. Sorgen macht er sich deshalb aber nicht. „Dafür haben wir ja unsere beiden großen Dänen da hinten drin“, sagte er. Gemeint sind die Innenverteidiger Andreas Christensen und Jannik Vestergaard, 1,88 Meter und 1,99 Meter groß.

Durch den Aufwärtstrend unter Hecking sind die Mönchengladbacher ins Tabellenmittelfeld aufgerückt. Anstatt den Vorsprung auf die Abstiegsplätze zu berechnen, zählen sie mittlerweile wieder, wie viele Punkte es noch zu den Europapokal-Rängen sind, auch wenn sie das kaum zugeben. Ihre Ansprüche für den weiteren Saisonverlauf kleiden sie in allgemeine Formulierungen.

„Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Definitiv nicht“, sagte Torwart Sommer. Die Mönchengladbacher haben noch alle Möglichkeiten. In der Liga sind sie wieder im Rennen, im Pokal wartet im Viertelfinale der Hamburger SV, in der Europa League geht es am Donnerstag im eigenen Stadion im Zwischenrunden-Hinspiel gegen den AC Florenz. „Das wird ein Feiertag“, sagte Trainer Hecking. Und die nächste Probe für Borussias neue Stabilität.

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