Stindl führt Gladbach in das Achtelfinale

Von: Daniel Theweleit
Letzte Aktualisierung:
11143420.jpg
Blick zurück im Entsetzen: Schalke-Torhüter Michael Gspurning ist gegen den Schuss von Lars Stindl machtlos. Foto: sport/Jan Hübner

Gelsenkirchen. Es gibt immer mal wieder diese Spielplanzufälle, die Bundesligamannschaften innerhalb weniger Tage mehrmals aufeinander treffen lassen. Das ist angenehm für Spieler und Trainer, „es ist für beide einfacher, sich nach dem ersten Spiel zu analysieren“, hatte Borussia Mönchengladbachs Kapitän Granit Xhaka zwischen dem 3:1-Sieg gegen Schalke 04 am Sonntag und dem 2:0-Erfolg in Gelsenkirchen nur drei Tage später erklärt.

Aber Analysen und Strategien waren in dieser hoch unterhaltsamen Partie aber allenfalls in der ersten Halbzeit relevant.

Die beiden Bundesligaspitzenklubs lieferten sich in den meisten Phasen einen wilden Schlagabtausch, der am Ende durch die konsequentere Chancenverwertung der Gäste entschieden wurde. Und vielleicht auch durch den Ausfall von Schalkes Torhüter Ralf Fährmann, der aufgrund eines Infektes passen musste.

Bei den Schalkern stand nämlich erstmals Ersatzkeeper Michael Gspurning in einem Pflichtspiel im Tor, verursachte einen Elfmeter und wirkte insgesamt überhaupt nicht sicher. Der Ausfall Fährmanns traf die Schalker empfindlicher als die Sperre von Johannes Geis, der am Sonntag die Rote Karte gesehen hatte.

Die erste auffällige Torhüteraktion hatte allerdings Gladbachs Yann Sommer, als er bereits nach fünf Minuten den heranstürmenden Franco Di Santo anschoss und viel Glück hatte, dass der Ball über das Tor flog.

Aber in dieser Szene deutete sich schon an, dass die Schalker an diesem Abend etwas bissiger agieren würden, als noch am Sonntag, als ihnen vorgeworfen wurde, nicht mit dem erforderlichen Engagement gespielt zu haben. Schalke hatte in der ersten Hälfte mehr Ballbesitz, war gefährlich mit Standardsituationen, und Klaas-Jan Huntelaar hatte Pech mit einem Kopfball an den Pfosten (29.).

Mächtig unter Druck

Und es gab jede Menge anderer Gelegenheiten für ein Schalker Tor. Doch Sead Kolasinac (1.), Caicara (13.), Joel Matip (21.), Huntelaar (28.) und Franco Di Santo (34.) waren nicht konsequent genug. Gladbach war mächtig unter Druck, wehrte sich nach Kräften, kam aber kaum einmal vor das Tor der Schalker. Jedenfalls bis zu 42. Minute, als Joel Matip beim Versuch, einen Rückpass zu spielen, ausrutschte. Als letzter Mann. Gladbachs Lars Stindl kam an den Ball und traf zum 1:0.

Es war eine überaus glückliche Führung, und der Treffer kann als typisches Glückssträhnensymptom gelten. In nationalen Wettbewerben hat Interimstrainer André Schubert bisher alle Spiele gewonnen, und von solchen positiven Läufen fühlt sich das Glück irgendwie magisch angezogen. Und daran hatte auch ein massiver Umbau der Mönchengladbacher Startelf wenig geändert.

Im Vergleich zum Sonntag waren Tony Jantschke, Harvard Nordtveit, Josip Drmic und Thorgan Hazard neu im Team, und bei Schalke spielten Gspurning, Leon Goretzka, Kolasinac und Huntelaar, die drei Tage zuvor auf der Bank gesessen hatten. Besonders Kolasinac, der den nach seinem schlimmen Foul vom Wochenende für fünf Spiele gesperrten Johannes Geis vertrat, überraschte mit einer guten Leistung.

Und so spielten die Schalker auch nach der Pause druckvoll nach vorne, Gladbach lauerte auf Konter und am Ende eines dieser Gegenangriffe intervenierte Gspurning derart ungeschickt gegen Lars Stindl, dass die Schiedsrichter einen Elfmeter verhängten. Hazard traf zum 2:0 (55.), und nur eine Minute später hatte Ibrahima Traoré eine wunderbare Gelegenheit zum 3:0 verfehlte das Tor aber knapp.

Aber die Gäste konnten nun ihren geliebten und unter dem ehemaligen Trainer Lucien Favre perfektionierten Umschaltfußball spielen, ohne irgendwelche Risiken eingehen zu müssen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert