Spiel gegen Frankfurt: Von Revanchegelüsten will Hecking nichts wissen

Von: Lars Brepols
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Ist wieder eine Alternative für Hecking: Tony Jantschke. Foto: imago/MIS

Mönchengladbach. Nein, von Revanchegelüsten will Dieter Hecking nichts wissen, auch wenn das bittere Halbfinal-Aus seiner Gladbacher im Pokal gegen Eintracht Frankfurt erst gut vier Monate zurückliegt. „Die Bundesliga ist ein anderer Wettbewerb“, verdeutlicht der Trainer von Borussia Mönchengladbach vor dem Heimspiel gegen die Hessen am Samstag (15.30 Uhr).

„Sollten wir im DFB-Pokal wieder auf sie treffen, können wir uns gerne darüber unterhalten“, ergänzt der 52-Jährige. Nach drei Pflichtspielen ohne Niederlage wollen die Gladbacher den erfolgreichen Saisonstart unbedingt fortsetzen. „Wenn wir gegen Frankfurt nachlegen, dann ist alles im grünen Bereich“, sagt Hecking, der nicht länger über den späten Ausgleichstreffer zuletzt im Spiel gegen den FC Augsburg und die verschenkten zwei Punkte philosophieren möchte.

„Das bringt jetzt nichts mehr. Wir haben dort eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Es stört mich, dass nur noch über die zweite Hälfte gesprochen wird“, betont Hecking, dessen Elf mit einem 2:1-Erfolg im Pokal bei Rot-Weiss Essen, dem 1:0 im Rhein-Derby gegen den 1. FC Köln und dem unglücklichen Remis beim FCA gut aus den Startlöchern gekommen ist.

Personell müssen die Gladbacher auf fünf Spieler verzichten: Neben Ibrahima Traoré, Mamadou Doucouré (beide Muskelbündelriss), Tobias Strobl (Kreuzbandriss) und Josip Drmic (Knieverletzung) fehlt auch Neuzugang Vincenzo Grifo (Kapselverletzung im Knie). Dafür kann der Trainer wieder auf den zuletzt fünf Monate pausierenden Tony Jantschke zurückgreifen, der vergangene Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. „Tony hat jetzt zehn Tage lang beschwerdefrei trainiert. Ich habe kein Problem damit, ihn in den Kader zu berufen. Er ist ziemlich tatendurstig“, freut sich Hecking über eine Alternative.

Für einen Platz in der Startelf dürfte es allerdings noch zu früh sein. Sollte der 27-Jährige gegen die Eintracht dennoch zum Einsatz kommen, würde sich für ihn ein Kreis schließen, denn der FAbwehrspieler bestritt sein letztes Bundesliga-Spiel am 1. April beim 0:0 in Frankfurt, in dem er nach einer Handverletzung ausgewechselt werden musste. Muskuläre Probleme und ein Faserriss sorgten danach immer wieder für weitere Ausfall- und Leidenszeiten.

Vom kommenden Gegner erwartet Hecking indes keine andere Spielweise im Vergleich zur Vorsaison, auch wenn sich die Frankfurter neu aufgestellt haben. Mit Kevin-Prince Boateng, Jonathan de Guzman oder Gelson Fernandez wurde viel Erfahrung dazu geholt. Der kurz vor Toresschluss noch verpflichtete Rückkehrer Ante Rebic soll das Flügelspiel der Eintracht wiederbeleben, das zuletzt durch eine Systemumstellung von Trainer Nico Kovac ein wenig stagnierte.

Darüber hinaus dürfte der mexikanische Auswahlspieler Carlos Salcedo gegen die Fohlen sein Bundesliga-Debüt für seinen neuen Arbeitgeber aus Hessen feiern. Der Abwehrspieler, der den Spitznamen „El Titan“ trägt, hatte sich beim Confederations Cup im Spiel gegen Neuseeland verletzt. Gleichwohl betont Hecking: „Das Spiel gegen Frankfurt ist nicht komplizierter als andere Bundesliga-Begegnungen.“

Durch die Länderspielpause konnte der Trainer sein Team nur eingeschränkt auf die Partie vorbereiten. Angesprochen auf die WM-Chancen seiner deutschen Nationalspieler Matthias Ginter und Lars Stindl prognostiziert Hecking: „Beide dürfen sich berechtigte Hoffnungen machen, mit nach Russland zu fahren. Vielleicht spielt sich ja noch einer aus unserem Kader in den Fokus von Jogi Löw.“ Dabei hat er vor allem Christoph Kramer auf dem Zettel.

„Chris ist in einer guten Verfassung. Ihn darf man nicht abschreiben. Vielleicht schafft er es zumindest wieder in den erweiterten Kreis“, sagt Hecking, der die Konkurrenz auf der Sechs mit Toni Kroos und Co. aber als „sehr groß“ bezeichnet. Am Samstag hat Kramer nun erneut die Chance, Werbung in eigener Sache zu betreiben und sich beim Bundestrainer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

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