Sommers Flugschau ermöglicht die Wende

Von: bsc
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Ungewohnt: Die Abwehrschwächen seiner Gladbacher Mannschaft machten Yann Sommer zum fliegenden Maskenmann. Foto: sport/Uwe Kraft

Mönchengladbach. Torhüter sind von Haus aus besonders. Unter den Besonderen scheint Yann Sommer noch mal besonders zu sein. Da hatte beim 2:0-Pokalsieg auf Schalke seine wiedererstarkte Mönchengladbacher Abwehr endlich mal wieder bewegte 90 Minuten besorgt, und dann hatte der Schweizer Goalie doch noch was zu mäkeln: „Das hat keinen Spaß gemacht in der ersten Halbzeit!“

Offensichtlich konnten die Unzulänglichkeiten seiner Vorderleute auch nicht durch den dadurch ausgelösten Großflugtag des Gladbacher Maskenmannes versüßt werden. Mit 0:3 oder 0:4 hätte Borussia in die Kabine gehen müssen, doch Sommer fing statt Fliegen lieber die Bälle und beschrieb nach dem Schlusspfiff seine widersprüchlichen Gefühle: „Ich bin es nicht gewohnt, dass ich so viel zu tun bekomme, weil wir normalerweise besser verteidigen. Nichtsdestotrotz versuche ich natürlich, jeden Ball zu halten.“

Ein netter Zug des Schlussmannes, der seinen Kollegen die Möglichkeit bewahrte, nach der Pause das Spiel auch inhaltlich zu drehen und letztendlich verdient zu gewinnen. Dazu gehörten zwei personelle Eingriffe von Interimstrainer André Schubert. Josip Drmic, der in seinem Fremdkörperstatus in der ersten Hälfte natürlich nicht den Hauch einer Chance besaß, sich einzuspielen und auf sich aufmerksam zu machen, musste für Fabian Johnson weichen. Der US-Amerikaner sorgte nun auf links für Stabilität, und auch Thorgan Hazard blühte plötzlich durch seine Verpflanzung in die Sturmzentrale auf.

Schubert kritisierte die vielen langen Bälle vor der Halbzeit, „die wir vorne nicht festgemacht haben“. Ob Drmic mit dem Wandel zum gepflegten Kurz- und Steckpassspiel ebenfalls den Dreh bekommen hätte, wird vorerst ungeklärt bleiben. Kaum anzunehmen, dass der Gladbach-Coach dem Schweizer bereits am Samstag bei Hertha BSC erneut eine Chance in der Startelf geben wird.

Dabei gehen Gladbach nach und nach die personellen Optionen aus. Nach André Hahn im „Hinspiel“ verletzte sich neun Minuten vor Schluss auch Tony Jantschke, auf Max Eberls ersten Blick schwer. Sichtlich angesäuert verkündete Borussias Sportdirektor den nächsten langen Ausfall eines Spielers. Doch die Schulterverletzung, die Pierre-Emile Höjbjerg mit einem Vergehen der Marke Frustfoul initiierte, entpuppte sich am nächsten Tag als schwere Kapselbänderdehnung im rechten Schultereckgelenk.

In Berlin ist Jantschke nicht dabei. Besser sieht es bei Rechtsverteidiger Julian Korb aus, der mit einem Pferdekuss vorzeitig vom Feld humpelte. Zumal Borussia im Besitz eines homöopathischen Wundermittels ist: Das Champions-League-Rückspiel am Dienstag im Borussia-Park gegen Juventus Turin lockt. Da heilen Verletzungen schneller.

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