Saisondebüt: Macht Nordtveit Borussia stabiler?

Von: Bernd Schneiders
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Der Bankdrücker der vergangenen Saison als Hoffnungsträger: Havard Nordtveit. Foto: Sven Simon

Mönchengladbach. Für Lucien Favre sollten es Traumgegner sein, auf die seine Gladbacher Borussen demnächst in der Champions League treffen: Juventus Turin, Manchester City und der FC Sevilla. Aber das sagt der so ambitionierte Fußball-Feinschmecker nicht.

Er beteuert taper: „Für Gladbach ist es ganz egal, gegen wen du spielst. Es hätte Barcelona sein können, Chelsea oder vielleicht Lazio Rom. Wir haben Sevilla, Europa-League-Sieger, den wir sehr gut kennen, ManCity mit de Bruyne und Juve, den letztjährigen Finalisten. Juventus hat ein paar Spieler verloren, das ändert viel. Trotzdem sind es große Namen.“

Den hat sich der Schweizer mittlerweile auch erworben durch seine akribisch-detaillierte Arbeit. Nun endlich hat er die große Bühne für sein Werk. Allein, die Form ist nicht da. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um sie bis zum 15. September für den Debütantenball in Sevilla zu finden. Am Sonntag in Bremen ergibt sich die nächste Chance, einen weiteren Schritt nach vorne zu machen – hin zu einer Verfassung, die seine junge Mannschaft nicht zum Spielball der Top-Klubs werden lässt.

Favres Musterschüler

Den Ansatz gab Tony Jantschke, Gladbachs nicht nur spiel-intelligentester Profi bereits nach der Niederlage gegen Mainz am vergangenen Sonntag vor: „Es gehören alle elf dazu zum Verteidigen. Wir hinten können einen besseren Job machen, unsere Sechser können einen besseren Job machen. Wir können vorne die Räume besser zustellen. Die defensive Stabilität hat uns ja ausgezeichnet.“

So spricht Favres Musterschüler, der weiß, was die Basis der wunderbaren Entwicklung der Fußball-klasse des Schweizers ist. Kollektives Arbeiten ist angesagt in Verbindung mit dem erneuten Förderunterricht in dieser Woche. Aber auch personell kann Lucien Favre eingreifen. Zwar wird Martin Stranzl frühestens nach der Länderspielpause spielfit sein. Mit Havard Nordtveit steht allerdings nach seiner abgesessenen Rot-Sperre wieder ein Stabilisator zur Verfügung – im defensiven Mittelfeld. Der kampfstarke Norweger denkt defensiver als Lars Stindl. Der Neuzugang von Hannover könnte dann vorgezogen mit Josip Drmic in der Sturmspitze spielen.

André Hahn ist wieder fit. Allerdings wird Favre wohl eine Außenbesetzung mit Thorgan Hazard und Patrick Herrmann präferieren. Ibrahima Traoré trainierte leicht angeschlagen am Freitag nicht, wird aber am Sonntag zumindest auf der Bank Platz nehmen können.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Schulz, Jantschke, Wendt - Nordtveit, Xhaka - Herrmann, Hazard - Drmic, Stindl

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