Rosa gegen schwarz: Borussia im Zwiespalt der Gefühle

Von: Bernd Schneiders
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Mönchengladbachs Leistung beim 1:1 gegen Juventus Turin verdient Respekt, muss aber auch nicht verklärt werden. Foto: dpa

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach ist vieles gelungen an diesem Abend, aber nicht alles. Das gilt auch für ihren Trainer nach dem 1:1 gegen Juventus Turin, mit dem Raffael & Co. das Achtelfinale verpassten, aber die Hoffnung auf die Europa League nährten.

André Schubert verdient es, dass man mit seinem besten Satz beginnt. „Wenn wir uns ärgern, dass wir zuhause gegen Juve nur einen Punkt geholt haben, sind wir auf einem guten Weg.“

Man wird kaum jemanden in Fußball-Deutschland finden, der diesen Satz nicht bestätigt. Aber wie seine Mannschaft in den 93 Minuten im Borussia-Park hatte der 44-Jährige auch weniger gelungene Beiträge. „Nach der Roten Karte waren wir noch eindeutiger dominant.“ Das ist eine arge Verkürzung der Geschehnisse. Denn die selbst erarbeitete dominante Phase versandete bereits nach rund 23 Minuten.

Bis dahin betrieb die Schubert-Elf einen ähnlich hohen Einsatz wie im Wendespiel der Saison. Nur hieß der Gegner diesmal nicht Augsburg, sondern Juventus Turin. Das bekamen seine Jungs bis zum Spielende schmerzhaft zu spüren. Erst in der Defensive, als Juve nicht nur beim 1:1 ungewohnte Gladbacher Abwehrschwächen bloßlegte. Und auch in der Offensive, als die Italiener den Bundesligisten anrennen ließen und nur wenige Chancen zuließen.

Juve dem 2:1 näher

Das ist nicht ehrenrührig, denn man kann kaum erwarten, den Champions-League-Finalisten der vergangenen Saison über die komplette Spielzeit vor sich herzutreiben. Aber man sollte auch nicht verschweigen, dass Juve vor der Roten Karte dem 2:1 wesentlich näher war als Gladbach. Die Umkehrung der Machtverhältnisse war selbst erwählt durch die Bianconeri in rosa. Nur dadurch wurde die Schubert-Elf wieder dominant, Turin wollte das 1:1 konservieren.

Das „Riesenkompliment“ an seine Mannschaft, das der Interimstrainer unbedingt als erstes aussprechen wollte, war trotzdem gerechtfertigt. Deshalb muss man aber die Leistung des Champions-League-Neulings nicht verklären. Die Frische, die André Schubert in die zuvor entmutigte Mannschaft gebracht hat, ist endlich. „Wir mussten enorm viel laufen, um gefährliche Situationen zu kreieren“, erklärte denn auch Max Eberl den Verlust der Spielkontrolle Mitte der ersten Halbzeit.

Diese Körner fehlten nach dem Platzverweis für Hernanes. Das Catenaccio der Turiner zu knacken, bedarf Spritzigkeit, Gedankenschnelligkeit und höchste Konzentration. Und wenn Stindl & Co. das doch noch einmal aus den überstrapazierten Körpern herauskitzeln konnten, zerstörte Torwart-Methusalem Gianluigi Buffon diese Leistungsblitze.

„Einige haben Glückwunsch gesagt, andere schade“, beschrieb André Schubert die kollektiv gespaltene Gefühlslage der Anhängerschaft. Er selbst entdeckte eine hoffnungstriefende Ergebnisentwicklung: „Manchester City, Juventus – und jetzt kommt Sevilla: Das ist ein gutes Omen fürs nächste Heimspiel.“

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