Pokal-Aus: Gladbach besitzt keinen Kontrollmodus

Von: Bernd Schneiders
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Traf nach seiner Einwechslung doppelt, aber auch das reichte nicht: Branimir Hrgota. Foto: sport/Horstmüller

Mönchengladbach. Zwei Konjunktive beschreiben den Charakter des 3:4-Aus des Mönchengladbacher Spiels am Dienstagabend im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Werder Bremen. Was wäre passiert, wenn: André Schubert nach dem 2:2 an der Seitenlinie einen Zettel an einen Außenspieler übergeben hätte mit der Mitteilung: Ruhig bleiben!

Nichts, seine Spieler wären dennoch wie die Lemminge Richtung Abgrund gelaufen und hätten das 2:3 kassiert. Der zeitliche Abstand zwischen Branimir Hrgotas Treffer und der erneuten Führung der Bremer durch Claudio Pizarro war mit zwei Minuten einfach zu kurz, um alle Gladbach-Profis in den Kontroll-Modus zu versetzen. Und wahrscheinlich waren sie so wild, dass sie nicht mal eine taktische Anweisung auf der neuen Hightech-Anzeigentafel hätte stoppen können. Solche Tempi- und Taktikwechsel müssen einstudiert sein, um sie ad hoc abrufen zu können.

Hypothese zwei: Nachspielzeit im Borussia-Park. Hrgota hat gerade das 3:4 erzielt. Schiedsrichter Günter Perl ist so gepackt von diesem Pokalkrimi, dass er einen Bonus von zwei Minuten gewährt. Hrgota nutzt dies zum 4:4 in der 94. Minute. Der Borussia-Park bebt.

Perl hat die Pfeife bereits im Mund, als Pizarro im Strafraum von den Beinen geholt wird und der Oldie den Strafstoß eigenfüßig zum 5:4 verwandelt. Abpfiff – auch weil nicht nur der Schiedsrichter weiß, dass an diesem Abend das Match zum ewigen Spiel werden würde: Xhaka & Co. würden niemals einen Treffer erzielen und anschließend gegentorlos bleiben.

„Die Jungs sind Menschen, bei den Belastungen, die sie abrufen, passiert das eben mal“, versucht Schubert diese hochrisikoreiche Haltung zu erklären.

Doch auch die Geduld bei Fehlern wie von Granit Xhaka vor dem 2:3 und Julian Korb vorm 2:4 sowie der Verweis auf die Belastung sollte endlich sein: Einen Freistoß in die Beine des Gegners zu spielen, als Verteidiger ein Dribbling kurz vor dem eigenen Strafraum zu versuchen oder mit sechs Spielern bei einem Gegenangriff vorne stehenzubleiben, hat auch was mit Dummheit zu tun.

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