Petersen: „Wir haben Gladbach wehgetan“

Von: Christoph Ruf
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Mit ganzer Kraft: Florian Niederlechner (links) und seine Freiburger Kollegen kauften der Borussia um Andreas Christensen den Schneid ab. Foto: dpa

Freiburg. Nils Petersen ist der Freiburger Spieler, der überregional wohl am bekanntesten ist. Das mag unter anderem an seinem Fehlschuss im Olympia-Finale von Rio de Janeiro liegen, obwohl er als sicherer Strafstoßschütze gilt. Am Samstag hat er den Fehlversuch mit seinem verwandelten Elfmeter zum 3:1-Endstand gegen Gladbach (88.) allerdings ohnehin relativiert.

Dafür, dass er unangenehme Wahrheiten über den Gegner ausspricht, ist der gut erzogene Mann aus Wernigerode im Harz aber eigentlich nicht bekannt. Doch nach dem Spiel gegen die Borussia traf er mit seiner Spielanalyse den Nagel auf den Kopf: „Wir haben Gladbach als Mannschaft immer wieder wehgetan“, sagte Petersen also. „Das muss man auch in dieser Liga. Aber das hat ihnen nicht gefallen.“

Tatsächlich lief Freiburg im ersten Heimspiel seit dem Wiederaufstieg sieben Kilometer mehr als der Gegner, zog sich nach Ballverlusten blitzschnell zurück und ließ den an sich ja ball- und kombinationssicheren Gästen mit dieser Spielweise gar nicht erst die Räume, die sie zu ihrem Spiel benötigen. Und wer den Eindruck hatte, dass so gut wie jeder Zweikampf einen Freiburger als Sieger hatte, täuschte sich nicht.

Kein Hexenwerk also. Die fußballerischen Grundtugenden waren an diesem Tag ein probates Mittel, um die Borussia auszuhebeln und selbst die schnellen Angriffe zu starten, die Maximilian Philipp zu seinen beiden Toren (54./85.) nutzen konnte. So blieb den Gästen nur der Treffer von Thorgan Hazard (35.), der aus einer von nur zwei Gladbacher Torchancen im ganzen Spiel resultierte.

„Wir haben Leidenschaft und Kampfbereitschaft vermissen lassen“, stellte Borussia-Trainer André Schubert zerknirscht fest. „Wir waren immer einen Schritt langsamer als der Gegner.“ Damit benannte der Coach die Defizite des Gladbacher Spiels so klar wie sie auch die neutralen Beobachter gesehen hatten. Es war schließlich offensichtlich gewesen, dass da eine Mannschaft nicht mit aller Energie versuchte, eine an sich beruhigende Führung über die Zeit zu retten oder gar ein Tor nachzulegen gegen eine Elf, die sich ja bei ihrem Saisondebüt in Berlin als anfällig in der Defensive erwiesen hatte.

Doch das offensive Trio um Lars Stindl, Hazard und Raffael kam so gut wie nie in die gefährliche Zone, und die Mittelfeldleute rückten viel zu zaghaft nach, um eine Freiburger Mannschaft in Gefahr zu bringen, die geschickt die Räume verdichtete und mal mit zwei Viererketten, mal mit einer Fünferkette den eigenen Strafraum so abriegelte, dass Keeper Alexander Schwolow einen beinahe langweiligen Nachmittag verlebte. Und als Freiburg nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich auf den Sieg drängte, schien die Borussia dem nichts ernsthaft entgegenzusetzen.

„Das eine Spiel hat ja mit dem anderen nichts zu tun“, argumentierte Schubert, als er gefragt wurde, ob ihm der Auftritt keine Sorgen im Hinblick auf das Champions-League-Spiel am Dienstag bei Manchester City mache. „Die Analyse fällt heute aus, weil die Basics gefehlt haben.“ Es blieb also letztlich offen, wie ein Team, das in der Champions-League-Qualifikation und im ersten Bundesliga-Spiel gegen Leverkusen zurecht Lobeshymnen eingeheimst hatte, in Freiburg so viel schlechter gespielt hatte.

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