Sinsheim - Patrick Herrmann: „Es könnte nicht viel besser laufen im Moment“

Patrick Herrmann: „Es könnte nicht viel besser laufen im Moment“

Von: Tobias Schächter
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Ihm gelingt derzeit fast alles: Mönchengladbachs Patrick Herrmann (links) setzt sich gegen Jin-Su Kim durch, erzielt das 4:1 und bereits seinen zehnten Treffer in dieser Saison.
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Torschütze und Torvorbereiter: Der bärenstarke Max Kruse lässt sich von Raffael feiern.

Sinsheim. Arminia Bielefeld sei eine sehr athletische Mannschaft, die guten Fußball spiele und nicht ohne Grund ins DFB-Pokal-Viertelfinale eingezogen sei – Lucien Favre war kaum zu stoppen in der Aufzählung der Vorzüge des kommenden Pokalgegners.

Schon am Samstagabend, direkt nach dem Abpfiff des atemberaubend schönen 4:1 (3:1)-Auswärtssiegs bei der TSG Hoffenheim, sprach der Trainer von Borussia Mönchengladbach mehr über den Drittligisten aus Ostwestfalen, der an diesem Mittwoch dem Favoriten den Einzug ins Pokal-Halbfinale streitig machen will, als über die großartige Leistung seiner Elf in Baden. Aber so tickt Lucien Favre.

Dass den Gladbachern zum ersten Mal ein Bundesliga-Auswärtssieg gegen Hoffenheim gelungen war – geschenkt. Und auch die Lobeshymnen auf die Leistung seiner Elf sieht dieser ehrgeizige Schweizer Fußball-Lehrer eher als Gefahr in der Vorbereitung auf das wichtige Pokalspiel in Bielefeld. In Sinsheim, so der Perfektionist Favre, sei seiner Mannschaft ein verdienter Sieg gelungen, der auch höher hätte ausfallen können. Und überhaupt, sagt Favre zurückhaltend, dem Gegner hätten in Schwegler und Polanski zwei Stabilitätsfaktoren im Mittelfeld ja gefehlt – nur nicht abheben, immer schön fokussiert bleiben, mahnt Favre.

Dafür ließen andere ihre Freude über die allgemeine Situation der Borussia rund um dieses Osterwochenende 2015 freien Lauf. „Das war ganz großer Sport“, jubelte Sportdirektor Max Eberl nach dieser Demonstration hoher Fußballkunst. Nach dem 2:0 beim FC Bayern gewannen die „Fohlen“ auch die zweite Auswärtspartie hintereinander und sind nun schon sieben Spiele ungeschlagen. „Das ist herausragend“, frohlockte Eberl, dem es unter der Woche gelungen war, den derzeit ganz starken Patrick Herrmann bis Ende Juni 2019 an den Verein zu binden. In Hoffenheim erzielte Herrmann zwei Treffer und war an allen Toren beteiligt.

„Großartige Tage“

„Die Vertragsverlängerung tut gut. Ich habe den Kopf frei, es könnte nicht viel besser laufen als im Moment“, sagt der 24 Jahre junge Flügelflitzer eher gelassen als stolz. Und da Eberl in Lars Stindl auch einen prominenten Zugang aus Hannover als Ersatz für die zu Leverkusen zurückkehrende Leihkraft Christoph Kramer unter der Woche präsentierte, durfte der Manager ohne Widerspruch feststellen: „Der Klub hat großartige Tage hinter sich.“ Und weil in Gladbach gerade eine Ära geprägt werden könnte, will auch Linksverteidiger Oscar Wendt offenbar seinen bis 2016 laufenden Vertrag vorzeitig verlängern.

Vielleicht liegen ja noch großartigere Tage vor der Borussia. Kann die Mannschaft ihre derzeitige Form halten, ist sie auf dem Weg zur direkten Qualifikation für die Champions League nur schwer aufzuhalten. Die Spieler jedenfalls streben mit aller Macht in Europas Königsklasse. Der neben Herrmann überragende Nationalspieler Max Kruse erklärte nach dem Abpfiff selbstbewusst: „Das heute war ein deutliches Signal, dass wir uns da oben nicht mehr verdrängen lassen wollen.“ Allerdings sitzt den Gladbachern mit Bayer Leverkusen ein Konkurrent für die direkte Qualifikation mit nur zwei Punkten Rückstand im Nacken. Doch auch Patrick Herrmann glaubt: „Das Ziel rückt immer näher.“

Als sich Gladbach das letzte Mal direkt für die Champions League qualifizierte, war noch kein Spieler des aktuellen Kaders geboren – und der Wettbewerb hieß 1977 noch Europapokal der Landesmeister. Aber Lucien Favre hat schon recht: Noch ist das Ziel nicht erreicht, und am Mittwoch geht’s ja schon nach Bielefeld, wo in dieser Runde schon Bremen und Berlin aus Liga 1 aus dem Pokal gekegelt wurden. Patrick Herrmann sagt: „Wer jedes Jahr das Pokalfinale schaut, der sagt sich: Da will ich auch mal hin. Wir müssen die Favoritenrolle annehmen, klar im Kopf sein und Gas geben.“ Klingt nicht überheblich – Lucien Favre wird das gefallen.

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