Mönchengladbach - Patrick Herrmann durchschießt den Knoten

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Patrick Herrmann durchschießt den Knoten

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Es geht doch noch: Patrick Herrmann ist unter die Torschützen zurückgekehrt.

Mönchengladbach. Wenn Borussia Mönchengladbach einmal ins Rollen kommt, scheint sie fast keine Abwehr mehr zu benötigen. Im letzten Drittel der zweiten Halbzeit gegen Eintracht Frankfurt war es so weit. 4:1 führte die Elf von Lucien Favre, musste vielleicht auch so hoch führen. Denn mit Roel Brouwers verabschiedete sich der letzte Innenverteidiger mit einer Adduktorenzerrung.

Jantsche/Marx als Innenverteidiger-Duo: Doch für einen Hoffnungsschimmer der Gäste war es zu spät. Borussia hatte den Euro-League-Teilnehmer mürbe kombiniert. Und mit dem fünften Heimsieg in Folge und einer erneuten Gala  sprang der Klub vom Niederrhein auf Platz vier.

Kein einziger Verteidiger auf der Bank, die einzigen Defensivspezialisten an diesem Abend, auf die Gladbachs Trainer Favre hätte noch zurückgreifen können,  hießen Steffen Korell und Max Eberl. Doch der eine wurde Samstag 42, hat einen Knorpelschaden im Knie und ist Teammanager. Die zweite Option ist inzwischen Sportdirektor mit äußerst erfolgreicher Transfer- und Aufbauarbeit, aber im permanenten Kampf mit seinem Gewicht.

Nötig aber war ihre Entstaubung nicht. Nur ein Mal, und das recht früh, schien die neuformierte Abteilung Anti-Attacke überfordert. Mit einem unkonzentrierten Abschlag hatte Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen Frankfurts Alexander Meier ins Spiel gebracht. Der Offensiv-Riese war bei seinem Einmarsch in den Strafraum nicht zu bremsen und legte auf  Vaclav Kadec. Der Neu-Frankfurter konnte von ter Stegen nur per Foul gebremst werden, Schiedsrichter Felix Zwayer erkannte glücklich für Borussia auf Vorteil, Stefan Aigner kam noch in die Gunst des Abschlusses. 1:1 – aber Gladbach hatte immerhin nicht Torhüter ter Stegen per Roter Karte verloren (15.).

Das kollektive Versagen war nur temporär. Zuvor hatte ein Mann seine individuelle Klasse gezeigt. Juan Arango hatte endlich mal das wieder gezeigt, was er wie kaum ein anderer beherrscht: Mit seinem linken Zauberfuß zirkelte er einen Freistoß direkt ins Eck zur Führung der Borussen (11.). Ein Tor, das dem Venezolaner aber nicht besonders gut tat. In der Folgezeit gefiel er sich wieder als Diva, die von der Arbeit fast so komplett befreit ist, wie einst Günter Netzer.

Leidtragender dieser Allüren: Oscar Wendt, der sich auf seiner linken Seite immer wieder zwei Gegenspielern gegenüber sah. Doch der Schwede hatte einen Sahne-Tag erwischt. Statt sich hinten zu verkriechen, forcierte er seine Vorwärtssprints. Nicht zufällig knallte der dynamische Blondschopf nach einem Doppelpass mit Raffael den Ball aus spitzem Winkel zur erneuten Führung der Heimelf ein (18.). „Er schießt wichtige Tore, er kann das“, lobte Favre Oscar Wendt.

Gestern konnte das plötzlich auch Patrick Herrmann wieder. Nachdem er wenige Minuten zuvor noch seine Unschlüssigkeit im Abschluss demonstriert hatte, streifte der 22-Jährige seinen Hemmschuh ab und zog – fast gezwungen von einer Kopfballvorlage von Max Kruse – unaufhaltsam Richtung Frankfurter Tor und versenkte den Ball zur vorentscheidenden 3:1-Führung (60.).

„Man konnte ihm nie den Einsatz absprechen“, erklärte Manager Max Eberl. „Aber in den letzten Wochen hat er sehr unglücklich gespielt.“ Das Tor aber machte bei Gladbachs Turbo-Stürmer noch ein paar mehr PS frei. „Es wurde auch mal wieder Zeit, dass ich treffe“, gab Herrmann die Belastung zu. Und wie befreit drehte der Stürmer auf und legte von der Torauslinie zurück auf Raffael. Der Brasilianer machte künstlerisch wertvoll wie gewohnt den Sack mit dem 4:1 zu (66.).

Der entfesselte Jüngling war so glücklich über seine endlich mal wieder gute Leistung, dass er wie ein Führungsspieler seine Kollegen mit ins Siegerboot nahm. „Als Team haben wir ein Super-Spiel gemacht. Großes Kompliment an die Jungs aus der zweiten Reihe.“

Die Feder kann sich vor allem Julian Korb an den Hut stecken. „Er hat hervorragend gespielt, offensiv sehr, sehr gut. Er geht richtig gut in die Tiefe“, lobte Favre den Rechtsverteidiger. Die zusammengewürfelte Viererkette blinkte überraschend häufig, und auch Tony Jantschke steigerte sich von Minute zu Minute und bildete mit Brouwers ein Top-Gespann.

Beruhigend, denn am Samstag in Hamburg muss er wegen der Brouwers-Verletzung wieder ran: Diesmal mit Martin Stranzl an seiner Seite. Das könnte reichen, wenn Arango & Co. auch mal auswärts vorlegen.

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