Mönchengladbach - Oscar Wendt öffnet das Adventstörchen

Oscar Wendt öffnet das Adventstörchen

Von: Bernd Schneiders
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Oscar Wendt (links) lädt zum Tänzchen: Der Schwede spielt den Pass so perfekt auf Raffael, dass der Brasilianer zum 1:0-Siegtreffer für Borussia gegen Freiburg verwandeln muss. Foto: sport/Moritz Müller

Mönchengladbach. Der Online-Adventskalender der Borussia bot am Sonntagvormittag ab 10 Uhr zum Auftakt der besinnlichen Zeit einen Modellbausatz des Borussia-Parks an. Die Spieler des Tabellenvierten der Bundesliga öffneten das erste Türchen ihrer Fußball-Version wenige Stunden später relativ knarrend und passend zum 1. Advent und Dezember mit nur einem Törchen, aber immerhin drei Punkten.

Mit dem 1:0 über den SC Freiburg gelang dem Klub vom Niederrhein erstmals seit dem Jahr 1995 wieder fünf Siege hintereinander. Verfolger Schalke 04, der am kommenden Samstag im Borussia-Park seine Aufwartung macht, bleibt auf Vier-Punkte-Distanz.

Einen ICE hatte Christian Streich befürchtet, der auf seine Freiburger ab 17.30 Uhr zurasen würde. Nun, es war über weite Strecken eher ein Regionalzug, dem sich die Gäste gegenüber sahen. Dass sie den Schweizer Express von Lucien Favre nicht auch noch zum Bummelzug degradierten, lag auch daran, dass sie extrem bemüht und konzentriert waren, nicht unter die Räder zu kommen. „Wir haben es gut gemacht“, lobte der SC-Trainer seine jungen Spieler trotz der Niederlage. „Schade, dass wir in der Umschaltbewegung nicht so gut waren.“

Vor allem in der ersten Halbzeit beschränkten die Schwarzwald-Kicker sich auf das Verdichten im Mittelfeld, Gladbachs Kombinationsmaschinerie lief leer, Torchancen Mangelware. Bei den ersten beiden bewies Arango mal wieder, wie nah bei ihm Genie und Wahnsinn liegen: Nachdem der Venezolaner mit seinen läppischen Zuspielen und seiner körperlichen Nonchalance zuvor manchen Zuschauer auf die Niederrhein-Palme gebracht hatte, demonstrierte er mit seinen Zuckerpässen seine Wertigkeit für Borussia. Beide Male profitierte Patrick Herrmann. Zuerst knallte der Flügelflitzer den Ball übers Tor (15.), eine Sensations-Kombination schloss der 22-Jährige wesentlich genauer ab, doch Oliver Baumann lenkte den Direktschuss mit den Fingerspitzen an die Latte (27.).

„Es war sehr eng, extrem schwer“, stöhnte Lucien Favre. Aber seine Profis haben offensichtlich einen weiteren Lernprozess erfolgreich abgeschlossen. „Wir müssen geduldig spielen und auch mal ein 0:0 akzeptieren.“

Zum Glück für Borussia hielten sich seine Schüler nur an Teil 1 der Lektion. Und es war bezeichnend, dass in der gewinnbringenden Szene Gladbachs Spieler für Speed und Tiefe im Mittelpunkt standen. Raffael & Co. hätten sich wahrscheinlich in ihrem Technik-Trott nicht zu Tode, aber zum Unentschieden kombiniert. Doch da waren Herrmann und Oscar Wendt vor: Herrmann führte nicht nur einen Freistoß schnell aus, sondern durchschnitt mit einem brillanten Steilpass auch die so kompakten Freiburger Abwehrreihen.

Kongenialer Partner war Wendt: Der Schwede startete genau im richtigen Moment in die Tiefe und hatte noch die Übersicht, den Ball so perfekt auf Raffael zu spielen, dass der an diesem Tag eher schwache Brasilianer nur noch verwandeln konnte: 1:0 für Gladbach (62.). „Der Pass von Herrmann war gut, der Lauf von Wendt noch besser“, schnalzte Fußball-Feinschmecker Favre mit der Zunge. Eher eine Ausnahmeerscheinung an diesem Abend, an dem Borussia auch noch die nötige Portion Glück serviert wurde. Als Sebastian Freis wenige Minuten vor dem entscheidenden Tor der Ball überraschend auf den Fuß fiel, war Freiburgs Offensivspieler so perplex, dass er den Ball nur noch zu Marc-André ter Stegen passen konnte.

„Momentan haben wir das Quäntchen Glück und spielen es nach einer Führung routiniert runter“, analysierte Max Kruse den Erfolg gegen seinen ehemaligen Klub. Und während sein Ex-Trainer einem nicht gegebenen Strafstoß (Stranzl-Grätsche gegen Kerk) nachtrauerte, gab Lucien Favre die Devise für die kommenden Wochen aus: „Wir müssen gesund bleiben im Kopf.“

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