Nur ein Fairness-Preis bleibt für Borussias starke Partie

Von: zva
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Nico Elvedi (rechts) im Duell mit Julian Draxler. Foto: sport/Hübner

Wolfsburg. Es drängt sich förmlich auf, wieder über die defensiven Unzulänglichkeiten von Borussia Mönchengladbach zu schimpfen. Denn, wie bereits häufig zuvor, verdarb sich die Mannschaft von André Schubert eine famose Leistung mit zwei krassen Abwehrschnitzern. Und so blieb – wie ebenfalls recht häufig – das Lob des gegnerischen Trainers, diesmal Dieter Hecking, aber kein Punkte-Ertrag.

Drei frühe schwache Minuten, zwei Treffer und ein nur beschränkt Schuldiger bei beiden Gegentoren: Nico Elvedi machte sowohl beim 1:0 von Julian Draxler (15.) als auch dem 2:0 des Ex-Gladbachers Max Kruse (17.) keine glückliche Figur. Beim ersten Tor rutschte der 19-Jährige aus, beim 2:0 zeigte sich der Schweizer Juniorennationalspieler zu zögerlich gegen den abgezockten Kruse. Und dennoch taugt Elvedi wenig zum Sündenbock.

Denn vor seinem Patzer bzw. seiner Unentschlossenheit besaßen zahlreiche Kollegen die Möglichkeit, es gar nicht so weit kommen zu lassen. So aber wurde zum wiederholten Mal die recht offensive und risikoreiche, aber eben auch attraktive Spielweise unter Schubert diskreditiert. In beiden Szenen befanden sich genügend Gladbacher hinter dem Ball. Daraus also eine System-Kritik abzuleiten, greift zu kurz, auch wenn der Borussia-Trainer zugesteht: „Die Jungs haben meine Vorgaben von Anfang an umgesetzt. Allerdings haben sie das Spielsystem zunächst etwas zu offensiv interpretiert.“

Der Gladbacher Kapitän ärgerte sich besonders über das Verhalten zwischen den Wolfsburger Toren. „Wir kriegen das blöde Gegentor, aber danach müssen wir viel ruhiger agieren“, sagte Granit Xhaka. „Nicht direkt den Ausgleich suchen, sondern abwarten. Stattdessen bekommen wir direkt den zweiten Treffer – das ist uns schon in Augsburg passiert.“

Die defensive Stabilität kehrte zu spät ein, Schubert stellte erst nach dem 0:2 wieder auf das gewohnte 4-4-2 um. Und eigentlich war noch genügend Zeit, zumindest einen Punkt aus der VW-Stadt mitzunehmen. Doch es blieb beim spektakulären 1:2 des wieder einmal überragenden Raffael, der den Ball aus spitzem Winkel ins Tor hämmerte (23.). Zwar nannte selbst Hecking den Sieg seiner „Wölfe“ etwas glücklich. Aber sein Kollege wollte nicht leugnen, was der Gegner im Gegensatz zu den Gladbachern besaß: „Wolfsburg war uns in Sachen Effektivität einfach voraus“, analysierte Schubert.

Das nagte besonders an Granit Xhaka. „Wenn du nur zu Hause gewinnst und auswärts nicht, dann spielst du nächste Saison nicht international. Dann kannst du das vergessen.“ Nicht auszuschließen, dass der „begehrte“ Schweizer dann dennoch in einem europäischen Wettbewerb tätig sein wird – aber nicht für Mönchengladbach.

Patrick Herrmann aber wird dann auf jeden Fall noch da sein. Der erneut eingewechselte Flügelflitzer zeigte sich in Wolfsburg als ehrliche Haut. Der 25-Jährige war in der 70. Minute nach einem Zusammenprall mit Keeper Koen Casteels am Boden liegend von einem Schuss Thorgan Hazards, der ansonsten wohl den Weg ins Tor gefunden hätte, getroffen worden. Auf Nachfrage des Schiedsrichters bestätigte er den Kontakt, Daniel Siebert nahm seine Eckballentscheidung zurück und gab Abstoß. Dieter Hecking wollte Herrmann gleich einen Fairness-Preis verleihen. Doch der Preisträger relativierte sein Geständnis: „Ich werde von hinten umgehauen und mir hat der Kopf gedröhnt. Was dann passiert ist, habe ich nicht mitbekommen.“

Recht schnell muss ihm aber aber klar geworden sein, dass es keinen Strafstoß gab – und damit eine Niederlage blieb, die er wohl auch am liebsten sehr schnell vergessen möchte.

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