Null Erkenntnisse? Nicht so ganz!

Von: Bernd Schneiders
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Gute Haltenoten für Patrick Herrmann (rechts): Sergej Milinovic ist der Leidtragene. Foto: imago/Horstmüller

Mönchengladbach. Der Höhepunkt folgte in der letzten Spielminute – rund 1,90 Meter über dem Boden des Borussia-Parks: Auf der Anzeigetafel des vierten Schiedsrichters prangte eine 0! Für fast alle Beobachter des Testspiels zwischen Borussia Mönchengladbach und Lazio Rom wohl eine Premiere.

Die Stevens-Devise „die Null muss stehen“ hatte bis dahin noch nicht Einzug in diesen Zuschauer-Service der Unparteiischen gehalten. Da traf es sich, dass es zugleich den Endstand symbolisierte: 0:0.

Nun war es keineswegs so, dass die DFB-Männer mit diesem überpünktlichen Ende die 20.347 Besucher von fußballerischen Qualen erlösen mussten. Für den Bundesliga-Vierten der vergangenen Saison war es drei Tage vor dem ersten Pflichtspiel der Spielzeit, der Champions-League-Play-off-Partie bei den Young Boys Bern (Dienstag, 20.45), eine durchaus seriöse Generalprobe. Viel Spektakel wurde nicht geboten beim Saisoneröffnungsspiel der Borussia.

Italiener als idealer Gegner

Aber will man solches Entertainment, lädt man sich auch keine italienische Mannschaft ein. „Das war ein Gegner, den wir gebraucht haben“, zeigte sich denn auch Gladbachs Trainer André Schubert zufrieden. „Clever, taktisch gut, bissig im Zweikampf“, beschrieb der 45-Jährige und richtete ausdrücklich „Dank an die Römer, dass sie auch hoch gepresst haben“. Generalprobe für das wichtige Spiel am Dienstag in der Schweiz.

Den größten Reiz für die Gladbach-Zugeneigten aber war der Quiz: Wer gehört zur ersten Elf gegen die Young Boys? Nachdem der vorletzte Test gegen Inter Mailand in Ancona am Mittwoch ins Wasser gefallen war, hätten die exakt 90 Minuten aus dem Borussia-Park Hinweise liefern sollen. Die einfachste Annäherung an die Schubertsche Startelf hätte eine ausgrenzende Sichtweise liefern können. Wer drei Tage vor dem Match in Bern durchspielt, ist raus.

Nun, es gab nur einen, dem dieses widerfuhr. Ausgerechnet aber einem, von dem man weiß, dass er auf jeden Fall auflaufen wird: Yann Sommer. Der Schweizer bot eine blendende Leistung, nicht nur weil er als Torhüter naturgemäß wesentlich an dem zu Null beteiligt war. Sein grell orangenes Jersey wird die weit aufgerissenen Augen adrenalingeschwängerter Gegenspieler auch weiterhin auf Schlitzmaß verkümmern lassen. Zudem gab er grünes Licht: Das gedehnte Sprunggelenk schmerzt, aber hält.

Hätten die Zuschauer im Borussia-Park bereits vor dem Anstoß mit Max Eberl sprechen können, sie hätten ihre Augen schonen können bei der vergeblichen Suche nach der Startformation für Bern. „Es gibt nicht mehr die erste Elf“, erklärte Gladbachs Sportdirektor kategorisch. Übersetzt soll das heißen: In allen Mannschaftsteilen besitzt André Schubert Alternativen ohne B-Geschmack.

Immerhin bildeten die 90 Minuten aber einen Indizien-Prozess. So würde der Verzicht auf André Hahn, der am Samstag vom Publikum mit einem Ständchen zum 26. gefeiert wurde, wundern. Die von Sommer monierte „fehlende Durchschlagskraft“ könnte der Wucht-Stürmer am ehesten beheben. Gegen Lazio traf er immerhin die Latte. Den Beweis kann er am Dienstag antreten. Und wie sein Torhüter hoffen, „das wird eine ganz andere Situation“.

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