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Newcastle United beendet die Leidenszeit des Luuk de Jong

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Beim Blick in die Zukunft sieht er den englischen Fußball: Borussia Mönchengladbach wird Stürmer Luuk de Jong an Premier-League-Klub Newcastle United ausleihen. Foto: sport/Schwörer

Mönchengladbach/Aachen. Selten hat es eine Konstellation gegeben, bei der ein Fußball-Profi von seinem Sportdirektor und auch den Klub-Fans so viel Wertschätzung entgegengebracht wird, die aber auf keinste Weise vom Trainer geteilt wird. Es geht um Luuk de Jong, 23, der bei Borussia Mönchengladbachs Coach Lucien Favre seit dem Transfer von Raffael und Max Kruse keine Chance mehr bekam, ernsthaft ans Spielen zu kommen.

Jetzt aber ist es Max Eberl gelungen, das unwürdige Schauspiel von sechs Minuten Einsatz, acht Sekunden Einsatz oder 45-minütiger Warmlaufzeit nach der Pause zu beenden. Der Tabellenvierte der Bundesliga wird den niederländischen Stürmer an Newcastle United verleihen.

Der Premier-League-Klub wollte de Jong bereits vor anderthalb Jahren haben, doch damals setzte sich Gladbach mit einer Transfersumme irgendwo zwischen zwölf und 15 Millionen Euro durch. Am Dienstag flog de Jong zum Medizin-Check auf die Insel.

Der Wert des Spielers war durch Favres Nichtbeachtung im Sinkflug. Schadensbegrenzung hieß die Aufgabe für Max Eberl. „Wenn wir eine Lösung finden, die allen drei Parteien weiterhilft“, lautete seine selbstgesteckte Aufgabe. Übersetzt heißt das: de Jong darf wieder Fußballspielen, Newcastle bekommt eine Verstärkung im Sturm, Borussia kann den Werte-Verfall seines Spielers stoppen. „Ich muss eine Entscheidung für den Klub fällen“, sagt Eberl. Zu Details aber wollte sich der Manager nicht äußern. Wahrscheinlich aber ist eine Ausleihe plus einer Kaufoption für den englischen Klub. Gladbach würde das Gehalt sparen, eine Ausleih-Summe und – falls alles gut läuft – am Ende der Saison, wenn de Jong eingeschlagen ist, ein Ablöse bekommen.

Die könnte Newcastle auch aktuell locker stemmen. Denn allein durch den Verkauf von Regisseur Yohan Cabaye an Paris St. Germain erhalten die „Magpies“ 25 Millionen Euro. Doch warum sollten die Engländer das machen, wenn sie de Jong als Leihgabe ein halbes Jahr testen können?

Der einmal angedachte Tausch mit Papiss Demba Cissé ist kein Thema mehr, wie Max Eberl bestätigt. Dem ehemaligen Freiburger wird die Ersatzbank unter Favre nicht gelockt haben, zudem würde der Senegalese mit seinen Verdienstvorstellungen auch wohl den Gehaltsrahmen der Gladbacher gesprengt haben. Wie also muss de Jong ersetzt werden? Muss er das überhaupt? Muss man für jemanden einen Ersatz holen, der eh keine Chance hatte? Einen Strafraumstürmer braucht bzw. will Favre nicht. Und die Chance einen Stürmer im Winter zu holen, der den Ansprüchen des Trainers genügt und sich dennoch gehorsam auf die Bank setzt, ist relativ gering. Und Nachwuchsstürmer hat Gladbach genug.

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