Freiburg/Mönchengladbach - Nach Rundum-Niederlage in Freiburg: Keine Zeit für Nachhilfestunden

Nach Rundum-Niederlage in Freiburg: Keine Zeit für Nachhilfestunden

Von: bsc/dpa
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Unparteiischer Beistand: Schiedsrichter Deniz Aytekin (l.) begleitet Gladbachs Josip Drmic vom Platz. Foto: imago/Sportfoto Rudel

Freiburg/Mönchengladbach. Die „indirekte“ Wahrheit war für viele Mönchengladbacher, die sich vor allem über ihre Rivalität und Abneigung zum 1. FC Köln definieren, besonders hart. Der Sieg gegen die Borussia war für Freiburgs Trainer Christian Streich eine direkte Folge aus dem jüngsten Erfolg in Müngersdorf, als seine Profis ein 0:3 bei widrigsten Bedingungen noch in ein 4:3 umwandelten.

„Das hat wesentliche Auswirkungen gehabt auf das Spiel“, berichtete Streich. „Gladbach hatte nie Ruhe – das war unglaublich von der Energie. Das hat viel mit Köln zu tun gehabt.“

Im Schneetreiben im Rheinland hatte Nils Petersen am Sonntag mit zwei Elfmetertoren in den Schlussminuten den Sieg ermöglicht, und auch gegen Mönchengladbach traf der Stürmer per Strafstoß – der allerdings für Diskussionen sorgte. Der SC-Toptorjäger war vor seinem sechsten Saisontreffer von Jannik Vestergaard an der Hacke getroffen worden. Referee Deniz Aytekin ließ weiterlaufen, ehe Video-Schiedsrichter Patrick Ittrich nach mehr als einer Minute ein Signal gab und der SCF den berechtigten Foulelfmeter doch noch zugesprochen bekam.

Die Freiburger Fans jubelten – die Profis aus Mönchengladbach waren entsetzt. „Ich war grundsätzlich ein Befürworter des Video-Beweises. Auch wenn es richtig war, ist die Handhabung natürlich sehr unglücklich, um es mal harmlos zu formulieren“, sagte Gladbachs Nationalspieler Lars Stindl.

Selbst die Freiburger äußerten sich skeptisch. „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. In diesem Fall war es zu unseren Gunsten. Aber ich bin immer noch kein Freund davon. Das Spiel lief ja noch ein, zwei Minuten weiter“, sagte Keeper Alexander Schwolow. Pascal Stenzel sagte: „Ich bin immer noch kein Fan davon, auch wenn er uns heute geholfen hat.“

Auch Gladbachs Trainer Dieter Hecking fand den langen Zeitraum zwischen Foul und der Elfmeter-Entscheidung komisch – sagte nach der schwachen Vorstellung seiner Mannschaft aber auch ganz klar: „Auch ohne den Video-Beweis war der Freiburger Sieg mehr als verdient. Wir haben nichts von dem abgerufen, was wir uns vorgenommen haben“, äußerte sich der 53-Jährige extrem enttäuscht. Die Freiburger wirkten, obwohl sie einen Tag weniger als die Gladbacher zur Regeneration hatten, frischer, schärfer, schneller im Kopf und auf den Beinen. Es war eine Rundum-Niederlage, wie Hecking ausführte.

„Wir müssen neidlos anerkennen, dass es läuferisch, im Zweikampfverhalten und vom Fußballspielen eine Klasse schlechter war als das, was Freiburg gespielt hat“, beurteilt der Fußball-Lehrer die Leistung seiner Profi-Schüler. Viel Zeit für Nachhilfestunden bleibt ihm nicht: Morgen kommt der HSV.

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