Nach Gladbachs Trainingslager: Nicht nur echte Neuzugänge machen Druck

Von: Marc Basten
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Trainierte und spielte sich in Rottach-Egern in den Vordergrund: Jonas Hofmann, der im Winter mit großen Hoffnungen zu Gladbach wechselte, aber kaum zu Einsätzen kam. Foto: imago/DeFodi

Rottach-Egern. Am Freitagmorgen hieß es für die Gladbacher Borussen Abschied nehmen von der Idylle am Tegernsee. Das Trainingslager ist beendet und nach einem Abstecher zum Blitzturnier in Osnabrück am Samstag warten fünf freie Tage auf die Profis. „Es wurde intensiv und hart trainiert“, sagt Trainer André Schubert.

„Wir sind jetzt 12 Tage unterwegs, und da tut es auch für den Kopf gut, mal etwas abzuschalten. Danach gehen wir für die letzten zweieinhalb Wochen der Vorbereitung in den explosiven Bereich.“

Während der freien Tage kann Schubert in Ruhe darüber sinnieren, was ihm seine Spieler in den letzten Wochen angeboten haben. Das Fazit des Trainers dürfte fast durchweg positiv ausfallen. Sieht man davon ab, dass weiter vollkommen offen ist, wann der Spanier Álvaro Domínguez (Rückenprobleme) wieder ins Training einsteigen kann, werden die übrigen angeschlagenen Spieler in naher Zukunft wieder zur Verfügung stehen. „Es sind glücklicherweise keine schweren Verletzungen, sondern kleinere Wehwehchen, die in einer Vorbereitung normal sind.“

Qualität im Kader

Obwohl nicht alle Spieler im Mannschaftstraining waren, wurde die auch in der Breite außergewöhnliche Qualität im Kader von Borussia Mönchengladbach deutlich. Fast alle Positionen sind doppelt, teilweise sogar dreifach besetzt. Erstaunlich dabei ist, dass nahezu alle Spieler auf einem Niveau agieren, das sie zu einem Kandidaten für die Startelf macht.

Mit Granit Xhaka und Håvard Nordtveit hat Borussia aus der letztjährigen Stammformation zwei Spieler abgegeben, mit Jannik Vestergaard, Tobias Strobl und Christoph Kramer drei potenzielle Startelfkandidaten hinzugeholt. Dazu kommen die hochtalentierten Teenager László Bénes und Mamadou Doucouré, die am Tegernsee angeschlagen pausierten. Daneben sind Nico Schulz, der letzte Saison mit einem Kreuzbandriss fast komplett ausfiel und der im Winter verpflichtete, aber bislang kaum berücksichtigte Jonas Hofmann zwei weitere gefühlte Neuzugänge.

Besonders Hofmann darf sich als ein Gewinner der bisherigen Vorbereitung fühlen. Der Ex-Dortmunder überzeugt in neuer Rolle im zentralen Mittelfeld mit einem riesigen Aktionsradius, feiner Ballbehandlung und enormem Tempo.

Aber auch die „echten“ Neuzugänge hinterlassen Eindruck. Tobias Strobl, der aus Hoffenheim kam, sagt selbstbewusst: „Mich hat niemand auf dem Zettel, aber ich werde bei Borussia das Feld von hinten aufrollen.“ Schubert lobt bereits den 25-Jährigen.„Strobl ist ein Spieler, der auf einem hohen Niveau verlässlich ist.“

Auch der ehemalige Bremer Jannik Vestergaard fällt auf, nicht nur wegen seiner Köpergröße von knapp zwei Metern. „Er ist stark in der Spieleröffnung“, sagt Schubert. „Jannik spielt Diagonalbälle über vierzig Meter und die sogar beidfüßig.“ Rückkehrer Christoph Kramer fügt sich erwartungsgemäß problemlos ein. „Chris bekommt immer mehr ein Gefühl für unser Spiel“, sagt sein Trainer.

Gleichzeitig sprühen die anderen Spieler nur so vor Tatendrang. Thorgan Hazard hat noch mal einen Sprung gemacht und präsentiert sich in ausgezeichneter Verfassung, der quirlige Ibrahima Traoré ist überhaupt nicht zu bremsen, und André Hahn ist bereits voll im Saft. „Gerade offensiv sind wir auch mit verschiedenen Spielertypen sehr gut besetzt“, sagt Schubert. Daher dürften sich auch die Überlegungen erübrigen, mit Max Kruse einen weiteren Ex-Borussen zurück nach Mönchengladbach zu holen. „Wer sollte denn da raus?“, fragt Schubert beim Blick auf sein vorhandenes Personal.

Fest steht nach den Eindrücken der bisherigen Vorbereitung, dass Borussia Mönchengladbach mit dem qualitativ hochwertigsten Kader der jüngeren Vereinsgeschichte in die neue Saison gehen wird. Die Leistungsdichte ist enorm und bietet André Schubert alle Optionen, um die anstehenden Herausforderungen in drei Wettbewerben zu meistern.

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