Mönchengladbach will kein Aufbauhelfer sein

Von: bsc
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Wer wird auch am Sonntagabend noch lächeln? Gladbachs Trainer Lucien Favre (links) oder BVB-Coach Jürgen Klopp. Foto: sport/Team 2

Mönchengladbach. Lucien Favre liebt es, sich mit den Besten zu messen. Spiele wie etwa gegen Bayern München sind Festtage für den Trainer von Borussia Mönchengladbach. Der Schweizer liebt Herausforderungen, für die er seine Mannschaft noch akribischer als gewohnt vorbereiten muss.

Und so könnte man vermuten, dass die Konstellation fürs Borussia-Duell am Sonntag in Dortmund dem gerade 57 Jahre alt gewordenen Fußballlehrer nicht sonderlich behagt. Was ist ein Sieg wert über einen Tabellenvorletzten? Weniger, als das Quälen oder zumindest Ärgern eines vermeintlichen Über-Gegners – zuletzt gelungen beim 0:0 gegen die Bayern –, der auch der BVB an guten und bis vor kurzem auch normalen Tagen gewesen ist?

„Das ist ja schließlich keine Kirmesmannschaft“, sagte auch Tony Jantschke, Gladbachs intelligentester Verteidiger (die Rede ist hier vom fußballerischen IQ). Gemünzt war das allerdings nicht auf die in der Bundesliga tieffliegenden Dortmunder. Der von Bundestrainer Joachim Löw erneut verschmähte Profi rechtfertigte die ungewohnt glanzlose Leistung bei Apollon Limassol, das wenig Lob, aber drei Punkte und viel, viel Hoffnung auf ein Weiterkommen in der Europa League brachte. „Das war sicher nicht unser bestes Spiel“, urteilte Jantschke.

Dass eine ähnliche Leistung für einen Sieg beim Tabellen-17. der Bundesliga reichen würde, glaubt kaum jemand. „Uns hat das Tempo nach vorn gefehlt“, spezifiziert Abwehrchef Martin Stranzl die Untugenden der Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison. Und auch in der Abwehrarbeit erlaubten sich Stranzl & Co. ungewohnt viele Wackler. Ein Traum-Stoff, aus dem sich die Elf von Jürgen Klopp gerne eine Realität weben möchte: die Wende im vierten Anlauf. Einem Sieg in der Champions League endlich auch mal einen Dreier in der Bundesliga folgen zu lassen.

Wie frisch sind Stranzl & Co.?

Wie tief sitzen die Ermüdungszeichen, die sich bei der Favre-Elf trotz Rotation bereits in der ersten Hälfte gegen den letzten Bundesliga-Gegner Hoffenheim andeuteten und sich auch vorgestern auf Zypern fortsetzten? Die Frischhaltemaßnahmen von Lucien Favre sind auch endlich, erst recht, wenn der Gegner vom Kaliber eines BVB zwei Tage mehr Pause hatte nach dem internationalen Einsatz. Allerdings mit dem Haken, dass Marco Reus und Roman Weidenfeller mit einem Magen- und Darminfekt auszufallen drohen.

Eine Garantie bietet ein Plus an Regeneration aber eh nicht, wie Stranzl glaubt. „So eine Situation kennen die Dortmunder nicht, darauf werden wir uns einstellen.“ Doch um wirksam am Rest-Selbstvertrauen der Schwarz-Gelben zu kratzen, muss ihnen Gladbach die Situation bieten, an der die von Klopp auf blitzschnelles Umkehrspiel getrimmten Dortmunder zuletzt verzweifelten: Kramer & Co. müssen ihnen das Spiel überlassen, in der Hoffnung auf Passfehler. „Wenn sie keine Fehler machen, werden sie ein harter Gegner sein“, analysiert Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. „Unser Ziel ist es, sie zu den Fehlern zu zwingen.“

Größter Trumpf des Favre-Teams ist seine Flexibilität. Nie würde der Schweizer von ihm verlangen, 90 Minuten lang nur zu jagen. Er lehrt ein Misch-System aus Defensiv-, Kontroll- und Druckphasen. Praktikabel für ein komplettes Spiel – und eine komplette Saison.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Stranzl, Jantschke, Dominguez - Kramer, Nordtveit - Hahn, Hermann - Raffael, Kruse

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