Mönchengladbach: Ersatz finden für Dahoud und Christensen

Von: Bernd Schneiders
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Abflug: Gladbachs Mo Dahoud wechselt zur Ruhrpott-Borussia. Fotomontage: imago/Sven Simon

Mönchengladbach. „Alle Bundesligisten geben gute Spieler ab - bis auf die Bayern.“ Dieter Hecking kann der Weggang von Mo Dahoud zu Borussia Dortmund im Sommer nicht wirklich schocken. Borussia Mönchengladbachs Trainer hat seine Erfahrungen gemacht, selbst bei einem bis vor kurzer Zeit finanziell extrem potenten Klub wie dem VfL Wolfsburg, der bis dahin eher zu den Nehmern denn Gebern beim Spieler-Geschachere zählt.

Als Manchester City Kevin De Bruyne wollte, war auch der VW-Klub chancenlos. „Da habe ich geweint“, bekennt Hecking. Das muss man nicht wörtlich nehmen, aber getroffen hat ihn der Verlust des belgischen Nationalspielers im Sommer 2015 bis ins Mark. Denn das war der Anfang vom Ende seiner Zeit in der Autostadt: Der Rotschopf wurde nicht adäquat ersetzt.

Nun ist es kaum zu erwarten, dass Hecking in zwei Jahren bei ähnlichem Anlass eine zweite Wein-Attacke gestehen wird. Der 52-Jährige weiß, für welch einen Verein er seit der Winterpause arbeitet. Diese Borussia ist ein Ausbildungsverein für die Topklubs. „Wir sehen den Verlust von Mo mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, beschreibt Max Eberl. „Dass er uns verlässt ist scheiße. Andererseits zeigt es auch, dass wir hervorragende Arbeit machen. Es ist eine große Auszeichnung – und auch unsere Visitenkarte.“

Mönchengladbachs Sportdirektor hatte auf einer Entscheidung es gebürtigen Syrers bestanden, um die Spekulationen zu beenden. „Jetzt kann er sich voll auf die letzten acht Wochen, auf die finale Phase in der Bundesliga konzentrieren.“ Und auch Dieter Hecking versucht, das Ende der Transfergerüchte sportlich zu nutzen. „Versuche, einen tollen Abgang zu schaffen!“, forderte er den 21-Jährigen auf.

Bis 2018 läuft der Vertrag des Mittelfeldspielers, ob dieser – wie vielfach spekuliert – eine Ausstiegsklausel beinhaltet, wollte Eberl nicht kommentieren. „Das hat nichts in der Öffentlichkeit zu suchen.“ Da Dahoud offensichtlich nicht verlängern wollte, bleibt nur der kommende Sommer als finanzielle Erntezeit für die Talente-Plantage vom Niederhein. „Wir bekommen sehr, sehr gutes Geld für ihn und versuchen das in einen neuen, guten Spieler zu investieren. Das ist der Kreislauf des Fußballs.“

Aber es gibt auch einen „inner circle“: „Mönchengladbach konnte Abgänge immer gut kompensieren. Vielleicht ist es auch diesmal möglich mit einem, der aus den eigenen Reihen kommt“, sagt Hecking. Und beim Kaderdurchforsten stößt Gladbachs Coach schnell auf zwei Namen: László Bénes und Jonas Hofmann. „Vielleicht sind das die zwei, auf die man in der Zukunft bauen kann.“ Doch darauf wird sich Eberl nicht verlassen können. Der Manager muss bis zum Sommer eine Doppel-Aufgabe lösen. „Andreas Christensen geht zu Chelsea zurück.“

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