Mönchengladbach - Mönchengladbach: Bénes sorgt für positiven Stress bei Bonhof

Mönchengladbach: Bénes sorgt für positiven Stress bei Bonhof

Von: Bernd Schneiders
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Ein perfekter Einstand: László Bénes (vorne) steht das erste Mal in der Bundesliga in Borussias Startelf und sorgt gleich für das Siegtor gegen Hertha BSC. Foto: imago/MIS

Mönchengladbach. „Positive Aufregung“ wünschte sich Borussia Mönchengladbachs Vizepräsident Rainer Bonhof für seinen ersten Stadionbesuch nach seiner Herz-OP. Seine Mannschaft gehorchte: Borussia ließ zwar etliche Großchancen gegen Hertha BSC liegen, doch ausgerechnet Neuzugang László Bénes sorgte mit seinem 1:0 für einen Glücksmoment, nicht nur bei der Gladbach-Ikone.

Nachwuchsarbeit geht vor: In der Nacht zum Mittwoch hatte Raffaels Ehefrau Jamilly ihre Zwillinge, Mädchen, zur Welt gebracht. Der Brasilianer war dabei und stand deshalb wegen Schlafmangels nicht im Kader. Ausgeschlafen war Tony Jantschke wohl, allerdings zog sich Heckings letzter verbleibender Defensiv-Sechser im Abschlusstraining eine Muskelverletzung zu und musste ebenfalls passen. Rechts in der Viererkette lief Nico Elvedi auf. Eigentlich kein Problem. Der Schweizer ist ehemaliger Stammspieler auf dieser Position.

Vor der Abwehr allerdings war Borussias Trainer nach dem Ausfall von Notnagel Jantschke zu einer Risiko-Besetzung gezwungen. Neben dem 21-jährigen Bald-Dortmunder Mo Dahoud musste der erst 19 Jahre alte László Bénes ran. Eine „Baby“-Besetzung ausgerechnet da, wo mehr als irgendwo in einer Mannschaft Routine und Cleverness gefragt sind. Zudem sind die Beiden von der Spielanlage her ebenfalls eher Zwillinge, eineiige obendrein: Sie verkörpern jeweils die offensive Hälfte der Doppel-Sechs.

Das bewies Dahoud so gleich: Der U 21-Nationalspieler brachte Jonas Hofmann in Stellung, doch der ehemalige Dortmunder übertrieb es mit der Selbstlosigkeit und passte den Ball noch mal zu Thorgan Hazard. Herthas Abwehr nutzte diese Verzögerung in Gestalt von Startelfdebütant Jordan Torunarigha. Der Youngster blockte den Schussversuch des Belgiers (1.).

Das Spiel der Gladbacher nach vorn war ansehnlich. Und Bénes sorgte dafür, dass die Umständlichkeit seiner Kollegen beim Torschuss vergessen wurde: Der Slowake bewies, warum alle immer von seinem „feinen linken Fuß“ schwärmen und donnerte den Ball aus 20 Metern zum 1:0 ins Netz (16.).

Erstes Bundesligator für den Startelfdebütanten. Eine Einzelleistung. Gemeinsam aber schienen die Gladbacher zu einer Wette stimulieren zu wollen: Mit dieser Aufstellung kann der Vorsprung nicht halten! Doch Valentin Socker (22.), Alexander Esswein (28.). und Salomon Kalou mit einem Freistoß an die Latte (45.) verweigerten sich dieser Gewissheit. Borussia konnte dem nur noch zwei Beinah-Chancen durch den arg indisponierten Patrick Herrmann (30.) und Oscar Wendt (33.) entgegensetzen. Ansonsten war ihr Spiel gekennzeichnet durch frühe Ballverluste, schlechtes Stellungsspiel – Dahoud und Bénes oft auf einer Linie – und „Niederlagen“ bei scharf geführten Zweikämpfen.

Überraschenderweise nahm Dieter Hecking in der Pause keine personellen Korrekturen vor. Womöglich setzte er auf das Entwicklungspotenzial seiner Mannschaft und die unter ihm fast schon traditionell bessere zweite Halbzeit. Die schien Lars Stindl bestätigen zu wollen: Der Kapitän verfehlte mit einem Drehschuss das Hertha-Tor nur knapp (50.). Doch die Offensiv-Power reichte nicht, die Berliner vom eigenen Tor fernzuhalten. Kalou verpasste die Bestrafung mit einem Kopfball nur um Zentimeter (53.). Gladbachs Offensivmann Hofmann toppte das: Innerhalb von einer Minute traf er zwei Mal den Pfosten (58./59.).

„Wir greifen vorne an“, sagte Hecking vor dem Spiel und meinte, die Plätze vor und nicht hinter Gladbach. Seine Mannschaft übertrug es aufs Spiel, Hertha begann zu schwimmen. Gladbach gelang zwar nicht der beruhigende zweite Treffer, doch der knappe, aber verdiente Sieg steigert das Selbstbewusstsein für das rheinische Derby am Samstag beim 1. FC Köln.

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