Mönchengladbach - Mit Struktur, Stabilität und Thorgan Hazard

Mit Struktur, Stabilität und Thorgan Hazard

Von: Bernd Schneiders
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Arbeitet jetzt auch mit nach hinten: Gladbachs Offensivmann Thorgan Hazard. Foto: sport/Eibner

Mönchengladbach. Granit Xhaka scheint sich auf der Rasierklinge wohlzufühlen. Seit dem 9. Spieltag droht dem Temperamentsbündel von Borussia Mönchengladbach die fünfte Gelbe Karte und damit ein Spiel Sperre in der Fußball-Bundesliga.

Doch selbst gegen den 1. FC Köln überstand der Schweizer Mittelfeldspieler die 93-minütige größte Versuchung seit es Derbys gibt schadlos. Zuvor aber hatten auch die Gelb-Rote (gegen Ingolstadt) und die Rote Karte (gegen Darmstadt) seine Sammelleidenschaft gebremst. Statt Xhaka holte sich Lars Stindl gegen den FC seine Gelbsperre ab und muss am Sonntag beim FC Augsburg (15.30 Uhr) ersetzt werden.

Damit ist Borussias erfolgreiches Sturm-Duo Stindl/Raffael gesprengt. André Schuberts Auffüllungsauftrag ergibt sich fast von selbst: Rechtzeitig vor dem Ausfall des torgefährlichen Ex-Hannoveraners ist Thorgan Hazard zu Einsätzen und damit auch in Form gekommen. Noch unter Lucien Favre hatte der Belgier seine stärkste Phase, doch bereits bevor Schubert das Zepter übernahm, war der ehemalige Chelsea-Profi kein Stammspieler mehr.

„Zu verschnörkelt“, fand auch der aktuelle Gladbach-Trainer lange Zeit das Spiel des 22-jährigen Offensivakteurs. Doch inzwischen revidierte Schubert sein Urteil und lobt: „Thorgan spielt nun klarer, einfacher, mit mehr Zug zum Tor und arbeitet obendrein auch defensiv mehr mit.“ Das Sahnehäubchen lieferte Hazard im rheinischen Derby: „Er hat sogar ein Kopfballduell gewonnen“, konstatierte Schubert verblüfft. Seine Wandlung ist auch dem nun ehemaligen Offensivspezialisten nicht entgangen. Und so bietet er an: „Wenn der Trainer von mir verlangt, in der Abwehr zu spielen, werde ich auch das tun.“

Doch das wird sich Schubert wohl verkneifen. Aber auch so ist in Augsburg Männerfußball angesagt. Eine neue Herausforderung für den technisch beschlagenen Bruder von Chelsea-Star Eden Hazard, in der er bestätigen muss, dass er endgültig dem Junioren-Fußball entwachsen ist.

Defensive Organisation

Ähnliches aber gilt für alle anderen Gladbacher, denen Schubert beim FCA das Vertrauen schenkt. So fruchtbar und überfällig die Kampfleistung seiner Elf gegen Köln auch war, diese im Derby abzurufen, ist relativ einfach. Am Sonntag aber muss sie wiederholt werden. Am besten gepaart mit defensiver Organisation. Denn vor einer Woche lebte das zu Null mehr von der mentalen denn strukturellen Stärke. Schubert sieht das offensichtlich anders. Montag und Dienstag gab er seinen Zöglingen frei, am Freitag nahm er Oscar Wendt, Yann Sommer und Havard Nordtveit zur Schonung aus dem Trainingsbetrieb.

Mehr als zwei Unterrichtstage für den immer noch notwendigen Nachhilfeunterricht in Sachen defensiver Stabilität blieben ungenutzt. Doch Gladbachs Fußballlehrer sieht keine generellen Abwehrprobleme. Auch Statistiken, die Borussia als standardanfälligste Mannschaft der Liga ausweisen, nimmt er kaum ernst, wie er am Freitag auf der Pressekonferenz zum Match gegen die Augsburger Standardspezialisten mitteilte: „Zuvor hatte es auch geheißen, wir könnten freitags nicht gewinnen – bis wir Bremen geschlagen haben.“

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer – Elvedi, Christensen, Nordtveit, Wendt – Traoré, Dahoud, Xhaka, Johnson – Hazard, Raffael

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