Mehr als Punkte von Hoffenheim holen?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. Wenn zwei das Gleiche sagen, kann es ganz anders interpretiert werden. „Sie haben mehrere Spieler, die in einer Partie den Unterschied ausmachen können.“ Sagt Lucien Favre. Und Borussia Mönchengladbachs Trainer meint den Gegner, mit dem sich seine Mannschaft am Sonntag in Sinsheim herumschlagen oder gar -plagen kann.

Denn gegen 1899 Hoffenheim gelang dem Klub vom Niederrhein noch nie ein Auswärtssieg – seit dem Jahre 1899! Nun gut, das waren insgesamt acht Pflichtspiele im Kraichgau, um der historischen Wahrheit genüge zu tun. Das ändert allerdings nichts am Respekt, der sich in Favres Einschätzung widerspiegelt.

Aus dem Munde von Max Eberl könnten Favres Worte eine völlig andere Deutung provozieren: „Sie haben mehrere Spieler, die in einer Partie den Unterschied ausmachen können.“ Auf die flapsige Spitze getrieben: „Her damit!“ Schließlich ist Mönchengladbachs Sportdirektor beim Vertragsgeschäft derzeit nahezu im Goldrausch: Thorgan Hazard verpflichtet, Lars Stindl im zweiten Versuch in den Borussia-Park gelockt, Granit Xhaka und zu guter Letzt Patrick Herrmann langfristig gebunden. Da ist es keine Hybris, wenn der Manager erneut ein Auge auf Kevin Volland und erstmalig auch auf Roberto Firmino (Vertrag bis 2017) wirft.

Borussia hatte Volland schon mal an der Angel, aber dann rettete sich der Hopp-Klub im letzten Moment (Relegation) vor dem Absturz in die Zweite Liga. Beide würden eine sinnvolle, weil auch zentral einsetzbare Stürmer-Option darstellen. Volland die gradlinigere, dynamischere, Firmino die spielstärkere. Hahn & Co. können heute dafür sorgen, dass diese Spekulation ein wenig mehr an Grundlage erhält: Siegt Borussia, reduzieren sich die Chancen Hoffenheims, sich für die Europa League zu qualifizieren. Damit würde ein Aderlass – etwa Volland oder Firmino oder Volland und Firmino – wahrscheinlicher.

Der Haken bei diesen „dicken“ Fischen: Die stehen auch bei Klubs auf dem Speiseplan, denen Gladbach finanziell noch nicht das Wasser reichen kann. Sportlich dagegen sieht etwa Hoffenheims Trainer Markus Gisdol ein großes Kaliber: „Beim Präzisionsspiel in höchstem Tempo ist Gladbach für mich die beste Mannschaft der Liga. Dazu haben sie die zweitbeste Defensive.“

Ein gefährliches Lob, wenn nicht Demut eine der Tugenden wäre, die beim Traditionsklub seit der Ära Max Eberl Einzug gehalten haben. Der Sportdirektor unternimmt viel – ohne sich zu übernehmen. Und so kann man davon ausgehen, dass sich seine Spieler vom Sensationserfolg bei den Bayern mental längst verabschiedet haben. Schließlich gilt es, die 116-jährige Auswärtsscharte gegen Hoffenheim auszuwetzen.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Stranzl, Jantschke, Wendt - Kramer, Xhaka - Herrmann, Johnson - Raffael, Kruse

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert