Mönchengladbach - Kramer sieht viele Beobachter auf dem Holzweg

Kramer sieht viele Beobachter auf dem Holzweg

Von: Bernd Schneiders
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Erfrischend nüchtern: Christoph Kramer. Foto: sport/Eibner

Mönchengladbach. Heiliger Simplicissimus! Warum muss man Fußball immer so schwierig machen – Niederlagen inklusive?! Christoph Kramer jedenfalls ist nicht bereit, das 0:1 seiner Mönchengladbacher Mannschaft gegen Bayer Leverkusen überzuinterpretieren.

„Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel.“ Und damit gegen einen so starken Gegner wenig geeignet, „uns in die Krise zu reden“. Nicht mal das wunderschöne Tor von Heung-Min Son wertet er als Beweis für prinzipielle Überlegenheit seines Klubs, der ihn bis 2015 ausgeliehen hat. „Ich komme auch zwei Mal im Strafraum frei zum Schuss – und ziele haushoch drüber.“

Doch drei Niederlagen hintereinander sind verlockend für negative Eindrücke. Für den 23-jährigen Dauerläufer aber sind solche Warnvorstellungen eher Wahnvorstellungen. „Fehlende Leichtigkeit und schwere Beine – das ist doch alles Quatsch. Das ist eine ganz normale Sache, die es im Fußball gibt.“

Inzwischen werden aber auch die Abwehrklöpse relativ normal auf Gladbacher Seite. Die Szene an sich in der 62. Minute war weniger beunruhigend, doch ihre Häufigkeit verteilt auf die drei Spiele des Jahres 2014 darf schon Sorgen bereiten. Erneut waren genug Borussen-Abwehrspieler zugegen, der Begriff Konter führt bei der Analyse eher auf den Holzweg. Vier Gladbacher gegen drei Leverkusener lautete diesmal das Personal-Verhältnis. „Ich war selbst überrascht, dass ich so frei zum Schuss kam“, wunderte sich auch der südkoreanische Kunstschütze.

Stranzl & Co. kriegen derzeit den Übergang von der Zonen- in die Manndeckung nicht hin. Ansonsten hätten sich die Favre-Zöglinge zumindest in zwei oder gar mehr 0:0-Spiele gerettet. Das kann aber nicht der Anspruch einer Mannschaft sein, die sich in der Hinrunde die Chance auf einen internationalen Wettbewerb erarbeitet hat. Lucien Favre, der notorisch darauf hinweist, dass es viel zu tun gibt, kämpft derzeit an zwei Fronten: In der Offensive klemmt‘s ebenfalls gewaltig. Auch wenn der Schweizer stolz darauf hinweist, sich gegen die Bayern gleich viele Möglichkeiten erspielt zu haben: Die Zahl der Torchancen nimmt beängstigend ab.

„Ich werde es schaffen“, verblüffte Favre Freitagnacht mit ungewohnter Energie. „Wenn nicht, werde ich die Konsequenzen ziehen – allez!“ Sprach‘s, sprang auf vom Pressekonferenz-Stuhl und eilte hinaus in die Nacht, nicht selbstzweifelnd, sondern so, als wollte er gleich mit der Trainingsarbeit beginnen.

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