Hrgota krönt seinen kurzen Arbeitstag

Von: Thomas Smets
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Jubel in letzter Sekunde: Branimir Hrgota (2. von links) lässt sich von Max Kruse, Havard Nordtveit und Patrick Herrmann feiern. Foto: sport/Claus Bergmann

Hamburg. Branimir Hrgota lächelte hintergründig, und so verlieh er seiner kleinen Medienschelte immerhin noch eine sympathische Note. „Nach einem Tor dann kommt ihr wieder“, sagte der Schwede, als er vom Spielfeld kommend auf die Journalisten traf, die seinen Namen gerufen hatten.

Es war nicht böse gemeint, und natürlich redete der Schwede am Ende seines kurzen, aber heftigen Arbeitstages auch ausgesprochen gern. In der 79. Minute war Hrgota beim Stand von 1:0 für den Hamburger SV eingewechselt worden, in der zweiten Minute der Nachspielzeit traf er nach einem Eckball per Kopf zum 1:1 (0:0)-Endstand und bewahrte Borussia Mönchengladbach damit drei Tage nach dem 0:1 beim FC Sevilla vor einer weiteren schmerzhaften Niederlage. „Der Punkt war wichtig für uns“, sagte Borussias Trainer Lucien Favre, „sehr, sehr wichtig.“

Ein Punkt war nach einer eher dürftigen Leistung wohl auch das Maximum, was an diesem Nachmittag für die Gladbacher drin war. „Es ist uns nicht leicht gefallen“, sagte Sportdirektor Max Eberl. Die Gäste spielten in Hamburg zu umständlich, zu fehlerhaft und insgesamt auch ein wenig träge, obwohl Favre seine Mannschaft nach dem Europapokalspiel auf insgesamt sechs Positionen verändert hatte.

Etwas überraschend spielte Patrick Herrmann nicht wie gehabt auf dem Flügel, sondern als zweite Spitze neben Max Kruse. Ihrer Zusammenarbeit entsprang auch die erste gute Gelegenheit für die Borussia nach vier Minuten. Herrmann setzte sich auf der linken Seite durch, passte nach innen, doch Kruses Schuss verfehlte knapp das Tor.

Als Herrmann nur eine Minute später den Pfosten traf, deutete alles darauf hin, dass sich die Begegnung gegen den angeschlagenen HSV wie erwartet zugunsten der Gladbacher entwickeln würde. Doch Herrmanns Pfostenschuss sollte für die Gäste die letzte Torchance aus dem Spiel heraus bleiben, ehe Kruse in der 90. Minute noch einmal aus zwölf Metern an Torhüter Jaroslav Drobny scheiterte.

Während Borussia kaum mal etwas Konstruktives zustande brachte, fanden die Hamburger zunehmend besser in die Begegnung hinein, ohne selbst allzu sehr zu glänzen. Aber das war eine Woche nach dem 0:8 bei den Bayern auch nicht das primäre Ziel. „Die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Hamburgs Kapitän Johan Djourou. „Wir haben als Mannschaft gespielt und auch gekämpft.“

Allzu viele Torchancen ließ Borussias Defensive trotz einiger haarsträubender Fehler nicht zu. Einmal vertändelte Martin Stranzl den Ball und ermöglichte dem eingewechselten Artjoms Rudnevs eine gute Konterchance, die Julian Korb mit einer beherzten Grätsche gerade noch vereitelte.

„Der HSV hat besser gespielt als wir“, sagte Lucien Favre. „Wir konnten das Spiel nicht kontrollieren.“ Es geriet nie richtig in Fluss, weil es den Borussen gerade im Aufbau an Präzision mangelte. So war es auch eine gute Viertelstunde vor Schluss, als Havard Nordtveit, der den gesperrten Granit Xhaka vertrat, mit einem Fehlpass im Mittelfeld einen Konter der Hamburger einleitete.

Zoltan Stieber vollendete von der Strafraumgrenze mit einem feinen Schlenzer ins lange Eck. So viel Raffinesse hatten die Gladbacher in der zweiten Hälfte kein einziges Mal zu bieten gehabt, obwohl Favre schon nach einer Stunde mit der Einwechslung Raffaels versucht hatte, das spielerische Element zu stärken.

Am Ende war es ein profaner Eckball von Kruse und der Kopfball des eingewechselten Hrgota, der den Gladbachern noch ein Unentschieden bescherte, weil die Hamburger nach ihrem Führungstreffer zwei weitere gute Konterchancen zu leichtfertig vergaben. „Das ist auch eine Qualität, dass wir aus so einem Spiel noch etwas mitnehmen“, sagte Sportdirektor Eberl. „Früher hätten wir das verloren.“

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