Hecking: „Wir haben verdient verloren“

Von: Hendrik Buchheister
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Der Moment der Entscheidung: HSV-Stürmer Bobby Wood erzielt das 2:1 gegen Mönchengladbach, Yannik Vestergaards Grätsche kommt zu spät, und auch Tobias Strobl kann nicht mehr eingreifen. Foto: dpa

Hamburg. Natürlich waren die vielen Spiele ein Thema nach Borussia Mönchengladbachs 1:2-Niederlage beim Hamburger SV. Das Team von Trainer Dieter Hecking kämpft in der Bundesliga um den Anschluss an die internationalen Startplätze, steht im Halbfinale des DFB-Pokals und holte in der vergangenen Woche ein 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League bei Schalke 04.

Für Manager Max Eberl war es deshalb nachvollziehbar, dass die Mannschaft in Hamburg der hohen Belastung Tribut zollen musste. „Das war unser 39. Pflichtspiel, das hat man gemerkt“, nahm er die Profis in Schutz nach der zweiten Bundesliga-Niederlage unter dem seit Weihnachten verantwortlichen Hecking. Oscar Wendt wollte die vielen Termine nicht als Ausrede bemühen. „Wenn wir gewinnen, fragt niemand nach der Belastung. Das ist keine Entschuldigung“, sagte Mönchengladbachs Aushilfs-Kapitän.

Der Verteidiger trug die Armbinde anstelle von Lars Stindl. Der etatmäßige Spielführer und beste Borussen-Torschütze fehlte wegen muskulärer Probleme an der Hüfte. Auch Raffael war nicht dabei. Ihn legte ein grippaler Infekt lahm. Ohne die beiden Offensivkräfte fehlte vorne die Durchschlagskraft.

In der ersten Hälfte vergaben die Mönchengladbacher zwei Chancen der Kategorie hochkarätig. Nach dem Wechsel brachte das Team im Angriff nichts mehr zustande. Trainer Hecking wollte die Niederlage daher nicht anfechten. „Wir haben verdient verloren“, sagte er, war aber gnädig mit seinen Spielern: „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles versucht.“ Schon am Donnerstag geht es weiter mit dem Rückspiel gegen Schalke und der Chance auf den Einzug ins Viertelfinale der Europa League. „Darauf freuen wir uns riesig“, sagte Manager Eberl. Am Sonntag ist dann der FC Bayern zu Gast im Borussia-Park.

In Hamburg waren im Vergleich zum Schalke-Spiel fünf neue Leute dabei, nämlich Andreas Christensen, Nico Elvedi, Christoph Kramer, Patrick Herrmann und Josip Drmic. Früh geriet Mönchengladbach unter Druck, HSV-Verteidiger Kyriakos Papadopoulos hatte in der neunten Minute die Chance zur Führung für die heimstarken Gastgeber. Doch das erste Tor fiel auf der anderen Seite. Christensen traf in der 23. Minute per Kopf.

Aytekin annulliert den Treffer

Kurz danach war Torwart Yann Sommer zum ersten Mal bezwungen. Bobby Wood wuchtete den Ball über die Linie, Schiedsrichter Deniz Aytekin versagte dem Treffer nach längerer Rücksprache mit seinem Assistenten wegen Abseits allerdings zu Recht die Anerkennung.

Im Gegenzug hätte Borussia das 2:0 machen müssen. Drmic scheiterte am überragend reagierenden Hamburger Torwart René Adler. „Wir alle hätten ihm ein Tor gegönnt. Mit seiner Leistung war ich einverstanden“, sagte Trainer Hecking über den verletzungsgeplagten Angreifer. Nach einem weiteren nicht gegebenen HSV-Tor durch Lewis Holtby musste Mönchengladbach dann tatsächlich den Ausgleich hinnehmen. Filip Kostic sprang in der 36. Minute höher als Elvedi und traf per Kopf. Trotzdem hätte Heckings Elf mit einer Führung in die Pause gehen können. Kurz vor Ende der ersten Hälfte scheiterte Herrmann frei vor Adler.

Es sollte Borussias letzte richtige Gelegenheit bleiben. Die Mannschaft befand sich in der zweiten Halbzeit fast komplett in der Defensive. Der zweite HSV-Treffer sei „eine Frage der Zeit“ gewesen, gestand Trainer Hecking. Zehn Minuten vor dem Ende war es so weit. Der eingewechselte Tony Jantschke fälschte eine Hereingabe unglücklich in die Mitte ab, Wood verlud Jannik Vestergaard und traf aus kurzer Distanz zum Endstand.

Immerhin: Schon am Donnerstag hat Mönchengladbach die Chance zur Wiedergutmachung. Im Rückspiel gegen Schalke.

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