Gladbachs Suche nach der Normalität einer Niederlage

Von: Christoph Classen
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Auf dem Boden der Tatsachen: Leverkusens Hernandéz tat viel, um die Gladbacher Serie zu beenden. Foto: dpa

Leverkusen. Eigentlich, sagte Yann Sommer, unterscheide sich die Situation nach der Begegnung in Leverkusen gar nicht so sehr von der, wie sie die Mönchengladbacher an den zehn vorangegangenen Bundesliga-Spieltagen erlebt hatten, was eine einigermaßen überraschende Sicht der Dinge war.

Weil auf den ersten Blick die Situation in Leverkusen für die Gladbacher doch eine andere gewesen ist, als die in den zehn Spielen in der Bundesliga zuvor. Die hatte Gladbach nicht verloren. In Leverkusen war das anders, am Ende stand es 0:5, und Sommer, Gladbachs Torwart, wollte seine Aussage ein wenig präzisieren. Er sagte: „Wir schalten jetzt schnell ab. So haben wir das immer gemacht, egal ob nach einem Sieg oder einer Niederlage.“

Das erwartete Ende einer Serie

Dass ihre Serie in der Bundesliga irgendwann enden würde, war in Gladbach allen klar, aber Max Eberl, der Sportdirektor, wies vorsichtshalber dennoch darauf hin. Er sagte: „Wir haben schon erwartet, dass wir irgendwann wieder in der Bundesliga verlieren.“

Generell gingen die Gladbacher Bemühungen nach dem Spiel in Leverkusen dahin, im Ende einer Serie das Alltägliche zu suchen. Was den routinierten Umgang mit der Niederlage erschwerte, war ihre Höhe. Eberl deutete die 0:5-Niederlage schließlich so: „Leverkusen hat uns nicht an die Wand gespielt, aber zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht.“

Die Zeitpunkte, für Leverkusen zu treffen, hatte hauptsächlich Stürmer Stefan Kießling ausgesucht. Er köpfte in der ersten Halbzeit das 1:0 (30.), für das 2:0 wählte er die 63. Minute, als er Javier Hernandéz bediente. Das 3:0 köpfte Kießling wieder selbst (66.), zum 4:0 legte er Hernandéz noch einmal auf (75.), diesmal mit der Hacke. Und als Hernandéz in der 76. zum 5:0 traf, war Kießling bestimmt auch beteiligt, im Zweifel diente er seinem Sturmpartner als Inspiration.

Kießling war demnach einer der Gründe, warum Leverkusen das Spiel so hoch gewann, was auch André Schubert so gesehen hatte. Gladbachs Trainer sagte: „Der Gegner hatte mit Kießling einen überragenden Spieler auf dem Platz, den wir zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekommen haben.“

Womit der Eigenanteil beim Beenden der Siegesserie allerdings noch nicht vollständig beschrieben war. Schubert sagte, seine Mannschaft habe dem Gegner ein bisschen in die Karten gespielt, indem sie immer wieder in Leverkusens Pressingzone agiert habe, statt sie zu überspielen, wie es eigentlich der Plan gewesen sei.

Dass der nicht umgesetzt wurde, sei einem gewissen Substanzverlust geschuldet, der sich in den vergangenen Spielen in Bundesliga und Champions League aufgebaut habe. Eberl sagte: „Die Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch, die Luft wird dünner“. Schubert sagte: „Eine gewisse Frische hat gefehlt. Wenn man sich die Laufdaten anschaut, sieht man schon, dass wir abgebaut haben, besonders in der zweiten Halbzeit.“

In der hatte der Trainer in der Abwehr auf eine Dreierkette, umgestellt, die sich beim 3:1-Sieg gegen Bayern jüngst noch bewährt hatte. Leverkusen sah sie eher als Einladung, ein paar Tore zu schießen. Torwart Sommer konnte sie aus der Nähe erleben, aber er wollte nicht die Taktik des Trainers in Frage stellen. Mit Blick auf die erste Halbzeit jüngst in der Champions League sagte er: „Schau‘ dir Manchester City an, die wussten nicht, wo links und wo rechts ist. Unser System funktioniert.“

Die nächste Bewährungsprobe steht bald an, bereits am Dienstag (19 Uhr) geht es im DFB-Pokal gegen Bremen. Schubert hätte nichts gegen eine Pause, die ein bisschen länger ist. „Aber wir können es nicht ändern“, sagte er. Und dass man nach Siegen schneller regeneriere, sagte Schubert auch. So gesehen war die Situation für die Gladbacher nach dem Spiel in Leverkusen doch ein bisschen anders.

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