Gladbachs 2:2 in Augsburg: „Ein Punkt ist besser als kein Punkt“

Von: Maik Rosner
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Eine Chance der Marke: Muss man reinmachen! Doch Thorgan Hazard schafft es, mit seinem Schuss an Marwin Hitz zu scheitern. Foto: sport/Krieger

Augsburg. Als Patrick Herrmann in der 67. Minute für Ibrahima Traoré eingewechselt wurde, war das lange Warten aufs Comeback für den deutschen Nationalspieler beendet. Am 3. Oktober beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg hatte der 25-Jährige seinen letzten Einsatz für Mönchengladbach erlebt, ehe er wegen eines Kreuzbandrisses ziemlich genau ein halbes Jahr ausgefallen war. Nun feierten ihn die Fans mit Sprechchören.

 

„Das war schön nach einer so langen Pause“, sagte Herrmann später über diesen Empfang, „aber natürlich war es für mich in erster Linie schön, auf dem Platz zu sein.“ Zunächst gehe es darum, „weiter Minuten zu sammeln. Alles andere kommt von ganz alleine.“ Voraussichtlich auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft, für die im Juni die EM ansteht.

Mal wieder einen Auswärtssieg beklatschen konnten die Mönchengladbacher Anhänger allerdings nicht. Nach zuletzt vier Niederlagen in der Ferne kam die Borussia immerhin zu einem 2:2. Ein etwas glücklicher Punktgewinn vor 29 665 Zuschauern, die Gladbachs Führung durch Raffaels Tor (33.) zum 0:1-Halbzeitstand gesehen hatten, ehe der FC Augsburg das Spiel durch Alfred Finnbogason (50.) und Caiuby (53.) binnen drei Minuten drehte und Fabian Johnson rasch ausglich (55.).

Nennenswert weiter bringt das Remis weder die Borussia im Ringen um die Champions League noch den FCA im Abstiegskampf. Immerhin, so sahen es die Augsburger wie Kapitän Paul Verhaegh, sei der beherzte Auftritt „ein gutes Zeichen, dass die Mannschaft lebt. Ich bin sehr, sehr froh, wie wir aufgetreten sind.“ Die Gäste konnten sich vor allem über Herrmanns Rückkehr freuen. „Ich bin sehr, sehr froh darüber, dass er wieder da ist. Patrick ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns“, sagte Trainer André Schubert, der beim ebenfalls torreichen 4:2 gegen den FCA in der Hinrunde sein Debüt als Cheftrainer der Borussia gegeben hatte.

Auch diesmal hatte sich ein wogendes Spiel entwickelt, in dem der FCA drei Tage nach dem Aus in der Europa League beim FC Liverpool leichte Vorteile besaß. Nicht zuletzt dank Raúl Bobadilla, der nach seinem Muskelfaserriss gegen seinen Ex-Verein etwas überraschend von Beginn an auflief und nach einigen guten Augsburger Chancen mit einem Pfostentreffer das 1:0 verpasste (21.).

Die Führung erzielten die Borussen, und dabei zeigten sie ihre spielerischen Qualitäten ebenso wie mehr Konsequenz im Abschluss. Nach einer Kombination im Sechszehner schoss Raffael präzise zu seinem zehnten Saisontor ein. Die Gäste kontrollierten danach aus ihrer abwartenden Haltung zunehmend die Partie, wenngleich der FCA durch Dominik Kohr und Bobadilla zwei weitere Abschlüsse zu bieten hatte. Und als Hazard nach Raffaels hübschem Doppelpass frei vor Marwin Hitz stand, hätte er bereits eine Vorentscheidung herbeiführen können oder gar müssen. Doch der Schweizer im Augsburger Tor parierte den Abschluss des Belgiers. „Für meinen Geschmack haben beide Mannschaften zu viel zugelassen“, befand Schubert hinterher.

Denn zu Beginn der zweiten Halbzeit übernahm wieder der FCA das Kommando und bestrafte die Gladbacher Passivität schnell per Doppelschlag. Nach Verhaeghs Flanke erzielte Winterzugang Finnbogason mit dem Kopf sein erstes Bundesligator. Kurz darauf drehte Caiuby mit seinem 2:1 gar die Partie. Doch weil Johnson nach der hübschen Vorarbeit von Nico Elvedi prompt ausgleichen konnte, blieb es bis zum Abpfiff eine spannende und enge Begegnung, in der Oscar Wendt die größte Chance für die Borussia vergab (68.). Glück hatte Gladbach allerdings, als Finnbogason in der Nachspielzeit den Pfosten traf. „Ein Punkt ist besser als kein Punkt“, stellte Granit Xhaka fest.

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