Gladbacher verpassen den Königsschuss

Von: Bernd Schneiders
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Auch der Platzverweis für Turins Hernanes brachte nichts Zählbares mehr für die Borussia: Mönchengladbach verpasst nach dem Remis gegen Juventus den Achtelfinal-Einzug. Foto: dpa

Mönchengladbach. „Wir schauen nicht auf die Tabelle“, hatte André Schubert vor dem Spiel seiner Mönchengladbacher gegen Juventus Turin gesagt. Doch nach dem Schlusspfiff vor 46 217 Zuschauern muss bei diesem Blick in der Gruppe D der Champions League dem Interimstrainer nicht die Schamesröte ins Gesicht steigen.

Seine Mannschaft hat sich mit dem 1:1 gegen Juve die Tür zumindest in die Europa League weit offen gelassen, da zeitgleich Sevilla gegen ManCity verlor. Schubert vertraute der Mannschaft, die in der Bundesliga am Samstag so souverän ein 4:1 bei Hertha BSC geholte hatte. Julian Korb schaffte es nicht in den Kader, der Rechtsverteidiger musste passen (Pferdekuss). Seinen Part übernahm wie in Berlin Havard Nordtveit.

„Wir haben in der Champions League gegen Manchester City das erste Tor geschossen, dann in Turin den ersten Punkt geholt. Die logische Folge wäre der erste Sieg“, hatte Max Eberl vor dem Spiel gerechnet. Seine Spieler wussten, dass die Logik ihres Sportdirektors harter Arbeit bedurfte. Balleroberung stand auf dem Auftragszettel von Schubert, um das Aktivspiel auch gegen einen hochkarätigen Gegner wie Juventus in Gang zu setzen. Das funktionierte wie zuletzt in den Bundesliga-Partien. Lediglich die Genauigkeit gepaart mit einem guten Überschuss an Hektik verhinderte zählbaren Erfolg. Am dichtesten dran war noch Mahmoud Dahoud. Doch der diagonale Volleyschuss aus gut 25 Metern klatschte nur ans Torkreuz (14.).

In der Kürze und der Ruhe liegt die Kraft, verkörpert durch Raffael. Als Oscar Wendt seinen Sprint zur Torauslinie mit einem scharfen Rückpass abschloss, stupste der Brasilianer im Rücken der Juve-Abwehr nur zwei Meter weiter zu Fabian Johnson. Der US-Amerikaner schoss überlegt flach ins Eck (18.).

„Alte Dame“ diesmal stärker

1:0, Gladbach schien auf einem guten oder gar leichten Weg – wie in Berlin? Ein Trugschluss womöglich auch der Schubert-Elf. Die italienische „Alte Dame“ ist ein anderes Kaliber als die Hertha. Der Tabellenführer drehte auf, Gladbach verlor nach und nach die Spielleitung. Die Bälle gingen zu schnell verloren, 90 Prozent der Abschläge von Gladbach-Keeper Yann Sommer landeten in den Reihen der Gäste. Einzig zu etlichen Distanzschüssen reichte es noch nach vorne (Xhaka, 28.).

Doch hinten kamen die Einschläge näher. Sommer vermochte noch einen Kopfball aus kurzer Distanz von Patrice Evra mit einer Blitzreaktion von der Linie zu schlagen (39.). Doch ein genialer Schlenzer von Paul Pogba fand kurz von der Halbzeit in Stephan Lichtsteiner einen dankbaren Abnehmer. Der Nationalspieler der Schweiz belohnte sich bei seinem ersten Einsatz nur einen Monat nach seiner Herz-OP mit dem Ausgleich (44.).

Die defensive Unsicherheit brachte Borussia wieder mit zurück aus der Kabine. Es brannte im Gladbacher Strafraum. Doch der Feuerwehrmann trug Rosa. Juves Brasilianer Hernanes sprang dem grätschenden Alvaro Dominguez mit beiden Beiden entgegen – Schiedsrichter Björn Kuipers zückte ohne zu zögern die Rote Karte ( 52.).

Geschenkter Ortswechsel: Nun wurde die Kombinationsmaschine in der Turiner Hälfte angeworfen. Gladbachs Trainer Lucien Favre hätte seine Freude gehabt. Besonders auch an der butterweichen Flanke von Raffael, doch Lars Stindl scheiterte mit seinem Kopfball am genial mit dem Fuß reagierenden Buffon (77.).

Gut zu verteidigen liegt in den italienischen Genen. Da kann Juve in der Liga derzeit noch so sehr Mittelmaß sein.

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