Mönchengladbach - Gladbach will bei den Bayern erneut Defensivstärke beweisen

Gladbach will bei den Bayern erneut Defensivstärke beweisen

Von: Bernd Schneiders
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Gestärkt aus einem überragenden Auftritt bei Celtic: Tobias Strobl. Foto: imago/Pius Koller

Mönchengladbach. Man weiß nicht genau, wo Mats Hummels Borussia Mönchengladbach einstuft. „Die ganz großen Teams werden das noch eiskalter bestrafen“, unkte der Verteidiger der Münchner Bayern. Die „normal“ Eiskalten waren die Eindhovener Spieler, die am Mittwoch in der Champions League beim 4:1-Sieg der Bayern ein Tor und obendrein noch etliche Chancen herausarbeiteten.

Ganz groß und kälter als eiskalt muss Gladbach am Freitag um 18.30 Uhr also sein, um Neuer & Co. punktemäßig in der Bundesliga zu ärgern.

André Schubert dagegen hat gerade ein anderes Thema. Zwar schlugen seine Stürmer in Gestalt von André Hahn und Lars Stindl in der Königsklasse in Glasgow gleich zwei Mal zu. Doch der Trainer singt lieber das hohe Lied der Defensive. „Das Wichtigste ist, dass wir gezeigt haben, dass es sehr schwer ist, Tore gegen uns zu schießen, wenn wir gemeinschaftlich mit hoher Intensität verteidigen.“

Da drängt sich angesichts der hochgelobten Gemeinschaftsarbeit fast auf, erneut mit der Aufstellung vom Mittwoch zu beginnen. Das könnte dadurch erleichtert werden, dass Andreas Christensen, Raffael und Thorgan Hazard weiterhin ausfallen. Lediglich Fabian Johnson hat sich so weit von seiner Erkältung erholt, dass er in den Kader schlüpfen konnte.

Schwung aus Schottland

Doch den Schwung aus dem beeindruckenden Sieg in Schottland in die ausgelutschte Devise „never change a winning team“ zu überführen, ist für den Fußballlehrer zu simpel. Ein Trainer lässt nur ungern seine Finger von den Stellschrauben seines Teams, erst recht, wenn man bei der Übermannschaft der Liga aufspielt. Und so macht auch das 2:0 gegen Celtic den 45-Jährigen nicht arbeitslos. „Es ist ein anderer Gegner, ein anderes System, ein anderes Spiel“, belehrte Schubert. Er wird doch wohl nicht jemanden in die Mannschaft bringen, nur um diese Sicht- und Arbeitsweise zu bestätigen?

Schließlich überraschte und entzauberte Gladbachs Coach in der Vorsaison den Vorgänger von Carlo Ancelotti, Pep Guardiola, mit einer Fünferkette. Das zu wiederholen, anspruchsvoll natürlich mit einem anderen taktischen Überraschungsei, dürfte nicht einfach werden. Die Praxisnähe einer Zweierkette ist recht beschränkt, und überhaupt hat auch ein André Schubert es nicht nötig, jedesmal für ein Bayern-Spiel den Zauberstab einzusetzen.

„Es geht nicht darum, sich etwas Besonderes einfallen zu lassen“, erklärt der Trainer. Was stimmt: Die Stabilität, die sein Team in Glasgow gezeigt hat, ist besonders genug. Und auch mehr als notwendig, wie Max Eberl erläutert. „Krise? Die Bayern sind immer noch Tabellenführer. Ein neuer Trainer braucht auch in München einige Zeit“, sagt der Gladbacher Sportdirektor.

Wenig Zeit hatte dagegen etwa ein Tobias Strobl – zum Regenerieren. Nach seiner Verletzungspause spielte er gegen Celtic gleich 90 Minuten durch. Drei Tage später also die nächste hohe Belastung, ausgerechnet in München? Eine aktuelle Erfahrung erleichtert Schubert die Entscheidung. Gegen Ingolstadt schonte Schubert den Defensivspieler, der sich in eigenwilliger Weise anschließend in Leipzig eine Muskelverletzung zuzog.

Mit Strobl, einem der überragenden Borussen vom Mittwoch, und auch mit Johnson? Der US-Amerikaner könnte die Defensive zusätzlich verstärken. Eine Änderung, die Sinn macht und nicht im Verdacht steht, nur ein Berechtigungsnachweis des Trainers zu sein.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Vestergaard, Elvedi, Wendt - Traoré, Kramer, Strobl, Johnson - Stindl, Hahn

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