Gladbach schnuppert an der Europa League

Von: Bernd Schneiders
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Borussia Mönchengladbach siegte am Mittwoch mit 4:2. Foto: dpa

Mönchengladbach. Sie will ja – siegen gegen Sevilla, und die Mannschaft von André Schubert kann es auch. Im vierten Versuch. Mit einem 4:2-Sieg gegen den spanischen Klub verhinderte Borussia Mönchengladbach den „Glexit“ und hat nun beste Karten, am letzten Gruppenspieltag bei Manchester City Platz drei und damit den Einzug ins Sechzehntelfinale der Europa League zu erreichen.

In Sachen Körperlichkeit hatte die Gladbacher Elf bereits am Samstag gegen Hannover Schwierigkeiten. Mit dem in der Bundesliga zuletzt gesperrten Granit Xhaka kam aber der Aggressive Leader der Borussen zurück. Und André Schubert setzte noch eins oben drauf: „Wikinger“ Havard Nordtveit rückte von der Sechserposition zurück in die Innenverteidigung. „Tony Jantschke hat immer noch Probleme mit der Schulter“, hatte Gladbachs Trainer bereits im Vorfeld die Änderung in der Defensivzentrale angedeutet.

Mit noch schmerzempfindlicher Schulter geht man nicht unbelastet in einen Zweikampf und erst recht nicht in ein Kopfballduell. Obendrein sieht Schubert den Norweger „eher in der Innenverteidigung als im Mittelfeld“. Beide Mannschaften unter Siegzwang, da verbietet sich ein langes Abtasten. Schließlich hatte Borussias neuer Cheftrainer die Navis seiner Spieler entsprechend programmiert. „Das Spiel kannst du nur gewinnen, wenn du ein Tor schießt. Und das Tor steht vorne, also werden wir dahin spielen.“

Schüsse von Raffael (2.), Ibrahima Traoré (5.) und Fabian Johnson (8.) waren Ausdruck dieser Torlust des Bundesligisten. Doch dann gab es einen gewaltigen Stimmungsdämpfer. Traoré musste mit Oberschenkelproblemen früh ausgewechselt werden (13.). Für den Edelsprinter übernahm Josip Drmic die rechte Seite.

Einen weiteren Rückschlag verhinderte Yann Sommer. Raffael leitete einen Konter der Spanier mit einem krassen Fehlpass ein. Doch Torjäger Kevin Gameiro scheiterte nach einem Pass von Yevhen Konoplyanka aus sieben Metern am hervorragend reagierenden Schweizer Keeper. Das Duo brachte mit seiner Technik und Wendigkeit die Gladbacher Abwehr öfter in Probleme, als ihr lieb sein konnte.

Doch auch Borussia lebte weiterhin die Anweisung ihres Coaches: Lars Stindl war am nächsten dran an der Führung, aber Sergio Rico parierte seinen Schuss ins lange Eck (28.). Doch dann stimmten die Koordinaten in Borussias Angriffssystem. Xhaka erwies sich als Meister der Metamorphose: Sein Torschuss aus 23 Metern verwandelte sich auf dem Weg zu einer Vorlage. Sevillas Abwehr war überrascht, Stindl nicht. Der Ex-Hannoveraner spritzte in den Strafraum und schoss aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (29.). Gladbachs Freizügigkeit für die FC-Angreifer blieb, die Lust aufs zweite Tor aber auch.

Doch noch fehlte der letzte genaue Pass oder die Konzentration beim Kombinationswirbel. Xhaka setzte zur Abwechslung auf Kraft. Doch sein Gewaltschuss, der es diesmal auch blieb, wurde von Sevillas Torhüter Rico mit Mühe entschärft (54.).

Gladbach suchte die Entscheidung – und investierte viel. Ein Schuss von Konoplyanka und ein Passierball von Gameiro (63./67.) waren Warnzeichen. Doch Fabian Johnson fand das Gegenmittel: Kalt wie Hundeschnauze legte er sich einen Wechselball von Julian Korb auf den rechten Fuß und schlenzte den Ball zum 2:0 ins Netz (68.). Raffael fand auch die Präzision zurück und erhöhte auf 3:0 (82.). Vitolo sorgte mit dem 1:3 noch kurz für Nervenanspannung, doch Stindl kippte mit seinem 4:1 eine Badewanne Baldrian drüber (83.). Das 2:4 durch den Elfmeter (Foul Xhaka) von Ever Banega änderte daran nichts (90.).

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