Gladbach mit Stabilität auch im zehnten Pflichtspiel erfolgreich?

Von: Bernd Schneiders
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Gönnt Lucien Favre (links) Max Kruse eine Verschnaufpause? Foto: sport/Team 2

Mönchengladbach. Und schon galoppieren sie als die „Unbesiegbaren“ durch die Medien: Borussia Mönchengladbach hat seit neun Pflichtspielen nicht mehr verloren. Und für viele ist es selbstverständlich, dass dies auch nach dem zehnten Auftritt beim SC Paderborn noch bestand hat. Schließlich geht es am Samstag ja „nur“ zu einem Aufsteiger.

Aber streng oder zugegebenermaßen sehr streng betrachtet, ist der Ertrag in der Bundesliga nicht extrem üppig: neun Punkte aus fünf Spielen – die verbleibenden ungesammelten sechs Punkte sind der Überzahl an Unentschieden geschuldet: Die rentieren sich langfristig nicht so sehr, für die Ausbeute eines Sieges muss man drei Mal remis spielen.

Doch keiner kann von einer von Lucien Favre trainierten und entwickelten Mannschaft starke Ausschläge erwarten: Eine Achterbahn-Fahrt zwischen Sieg und Niederlage ist nur schwer vereinbar mit seiner akribischen Arbeit. Und die hat in seinem fünften Jahr am Niederrhein einen neuen Höhepunkt erreicht: Nie war eine Borussen-Mannschaft in den letzten Jahrzehnten so stabil wie anno 2014/2015.

Das kommt angesichts der Mehrbelastung durch Pokal und Europa League wie gerufen. Und der Vergleich mit der Favre-Elf vor zwei Jahren zeigt, dass der Traditionsklub inzwischen noch einen Schritt nach vorn gemacht hat. Damals sahen sich Favre und seine Schüler mit der Herausforderung Champions-League-Qualifikation und Europa League konfrontiert.

Anders als etwa Vereine wie zuletzt Eintracht Frankfurt oder Freiburg kam Borussia zwar nicht ins Schleudern, aber in der Bundesliga wurde man durch den Kräfteverschleiß auf Mittelmaß reduziert. Damals hätten die Gladbacher ein Spiel wie vor einer Woche in Köln vermutlich noch verloren. Heute befähigt das Plus an Stabilität, auch ohne „gut“ zu spielen, ein 0:0 beim Erzrivalen zu holen.

Stabilität, Kontrolle, Disziplin – diese Tugenden ermöglichen es auch, eine Druckphase wie in den ersten gut 15 Minuten gegen den Hamburger SV unbeschadet zu bestehen. Aus dieser für ein Heimspiel recht ungewöhnlichen Situation ist die Favre-Elf aber dann in der Lage, peu a peu die Spielkontrolle zu entwickeln. Selbstbeherrschung als erster Schritt zur Gegnerbeherrschung: Das ist eine realistische Grundhaltung, um auch langfristig in der Saison zu bestehen – anders als etwa mit dem Versuch, mit Jagdfußball jeden Kontrahenten durch die Spielzeit zu hetzen.

Lucien Favre arbeitet mit seinen Spielern an der Fähigkeit, die Spielausrichtung auch aus Gründen der Ökonomie zu variieren. Sich weit zurückfallen lassen, um eine Drangperiode schadlos zu überstehen, das frühe Pressen des Gegners, das Nivellieren im Niemandsland dies- und jenseits der Mittellinie und eine freiwillige Konterhaltung gehören zum Repertoire.

Damit gerät sein Team nur schwer in eine unerwartete Spiel-Situation. Wie etwa jetzt in Paderborn. Ob die Ostwestfalen versuchen werden, mit dem in der Hinrunde zumeist noch stark ausgeprägten Enthusiasmus eines Aufsteigers den Gast zu attackieren oder einen eher vorsichtigeren und risikoärmeren Ansatz wählen: Die Favre-Elf ist gerüstet. Selbst wenn der Schweizer Trainer seine punktuelle Rotation fortsetzt und diesmal sogar einem Max Kruse eine Verschnaufpause gönnt.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Jantschke, Stranzl, Dominguez - Kramer, Xhaka - Hahn, Traoré - Hrgota, Raffael

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