Gegen den FC wartet auf die Borussia der nächste Bus vor dem Tor

Von: Heribert Förster
Letzte Aktualisierung:
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Seinem Team fehlte auf Schalke die Power in der Offensive: Lucien Favre.

Gelsenkirchen. Yann Sommer ist immer freundlich, eloquent. Selbst kämpferische Parolen wirken bei ihm wie eine freundliche Einladung zum Kaffeetrinken. Im Bauch der Schalker Arena aber wirkte der Torwart des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach nach der 0:1-Niederlage am Freitag sehr entschieden, seine Miene wurde ausnahmsweise einmal ernst.

„Wir werden aus diesem Spiel lernen“, sagte der Schweizer, und sein Ton klang fast drohend. Es war die Replik auf die Bemerkung, dass der 1. FC Köln am Samstag im Derby wohl ähnlich wie Schalke agieren dürfte.

Lernen aus der 0:1-Niederlage, die nicht hätte sein müssen, wäre hilfreich, denn wenn Köln spielt wie Schalke sieht das aus Sicht von Granit Xhaka so aus: „Die verteidigen mit neun Mann und stellen fast einen Bus vors Tor“, adelte der Mittelfeldspieler die Spielweise der Schalker nicht gerade. Denen ist es ziemlich egal, dass ihr Auftreten kein wirklicher Augenschmaus ist, aber die Stabilität und brillante Organisation ist durchaus beeindruckend.

Und wenn drei hünenhafte Innenverteidiger wie Benedikt Höwedes, Joel Matip und der „trotz seines Alters wie ein erfahrener Mann“ spielende 21-jährige serbische Winter-Neuzugang Matija Nastasic (ausgeliehen von Manchester City) sich als unüberwindbares Hindernis darstellen, findet nicht nur Schalkes Trainer Roberto di Matteo lobende Worte.

Die Null steht wieder häufiger bei den Schalkern, bei den Borussen derzeit oft nur eine Eins – bei den selbst erzielten Treffern. „Uns hat die Power nach vorne gefehlt“, kritisierte Gladbachs Trainer Lucien Favre, wissend, dass seine körperlichen Leichtgewichte wie Raffael, Patrick Herrmann oder Thorgan Hazard gegen die „sehr athletischen“ Schalker Abwehrspieler einen schweren Stand hatten.

Ein bisschen besser wurde es mit der Einwechslung von Ibrahima Traoré, der sich in Zukunft eine Auszeit von der Nationalmannschaft Guineas nehmen wird, „ich will mich auf den Verein konzen-trieren“. Mit dem Flügelflitzer kam ein bisschen Dynamik ins Mönchengladbacher Spiel, aber längst nicht genug, um das Schalker Bollwerk zu knacken.

Und das nächste Bollwerk wartet. Nach zwei freien Tagen wird die Borussia am Dienstag die Vorbereitung auf das Duell mit dem 1.FC Köln aufnehmen. Ziemlich sicher wieder mit Abwehrchef Martin Stranzl (nach seiner Schädelprellung) und eventuell auch wieder mit Offensivkraft André Hahn, der nach seinen Achillessehnenbeschwerden bislang individuell trainiert hat. Ob mit oder ohne Stranzl, ob mit oder ohne Hahn – die Tage bis zum Derby werden intensiv. Oder, wie es Yann Sommer formuliert hat: „Wir werden aus diesem Spiel lernen.“

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