Friede, Freude, offene Fragen: Was auf Gladbachs 2:1 gegen Leverkusen folgt

Von: Christoph Classen
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Fußball als Familienangelegenheit: Nach dem 2:1 gegen Leverkusen feiert Mönchengladbachs Oscar Wendt mit dem Nachwuchs. Foto: imago/Chai v. d. Laage

Mönchengladbach. Nach dem 2:1 gegen Leverkusen brauchten die Mönchengladbacher nicht lange, um aus einem Fußballspiel ein Familienfest zu machen. Sie blieben einfach, wo sie waren, auf dem Rasen nämlich, und wer Kinder hat, der holte sie zu sich.

Die Sonne schien, die Spieler trugen ihr Lächeln breit, die Säuglinge Schnuller, die Älteren Trikots, die ihnen beinahe bis zu den Knien reichten, und Elayna, Thorgan Hazards Tochter, ein hellgelbes Kleid mit passendem Hut. Sie sah aus wie die Queen in klein.

Das alles wirkte ungefähr so entspannt wie ein Spaziergang am Samstagnachmittag und zwischenzeitlich sah es so aus, als hätten die Mönchengladbacher ihn zu früh eingeleitet, zwischen der 60. und 70. Minute im Spiel gegen Leverkusen etwa. Da sah sich der Stadionsprecher vom Verlauf der Partie zu dem Hinweis gedrängt, dass es noch um etwas ginge, den vierten Platz in der Bundesliga, die Qualifikation für die Champions League.

Dabei hatte Gladbach gut losgelegt, bereits nach 31 Sekunden traf Oscar Wendt den Pfosten, ein Auftakt wie ein Überfall. In Führung ging aber Leverkusen, durch ein Tor von Charles Aránguiz in der 20. Minute. Gladbach bemühte sich zwar um Chancen, aber was über weite Strecken dieses Spiels fehlte, war die Konzentration. Sie führte dazu, dass vorne Pässe nicht ankamen, wodurch die Leverkusener sich zu schnellen Kontern aufgefordert sahen, was ihnen ja durchaus liegt.

Dass Gladbach dieses Spiel dennoch gewann, hatte viel mit André Hahn zu tun, der in der 43. Minute richtig stand, um den Ball zu verwandeln, den Leverkusens Torwart Bernd Leno nach Ibrahima Traorés Schuss abprallen lassen musste. In der 79. Minute traf Lars Stindl den Ball nicht richtig, so kam er zu Hahn, der ihn ins lange Eck wuchtete.

Nach dem Spiel war klar, dass den Gladbachern der vierte Platz nur noch zu nehmen ist, wenn sie in Darmstadt verlieren und Mainz gegen Berlin nicht nur drei Punkte, sondern auch elf Tore Rückstand wettmacht. Weil das unwahrscheinlich ist, ging es nach dem 2:1 darum, dieses zu deuten, wobei sich Hahn und Patrick Hermann einig waren, dass es die Saison widerspiegele, die hätten sie auch nach schlechtem Auftakt noch gedreht.

Mehr noch als um die Vergangenheit ging es aber um die Zukunft. Um die von Roel Brouwers und von Martin Stranzl, beide hatten ihren letzten Auftritt für Gladbach im Borussia-Park. Brouwers sagte, er fühle sich zwar noch fit genug für Profifußball, habe aber keine Lust groß umzuziehen, weil das nicht schön für seine Familie sei. Aber Kerkrade ist ja auch ganz schön. Stranzl möchte mit den Lieben zunächst mal Urlaub machen und auf Reisen gehe. Auch Xhaka wurde gefragt, wo für ihn die Reise hinführe, wenn es ein Angebot von einem anderen Verein gebe. Xhaka sagte, er sei enorm glücklich in Gladbach und dass sein Vertrag bis 2020 laufe. Xhaka sagte auch: „Wenn etwas kommt, setzen wir uns zusammen und entscheiden dann.“

André Schubert, Gladbachs Trainer, hatte sich dagegen mit den Reiseplänen von Markus Weinzierl auseinanderzusetzen, Gerüchte besagen, dass er neuer Trainer in Gladbach oder auf Schalke wird. Schubert sagte: „Markus Weinzierl muss ein enorm schnelles Auto haben, weil er nächste Saison Gladbach und Schalke trainiert.“

Max Eberl, Gladbachs Sportdirektor, empfand die Frage, ob er nicht einfach sagen könne, dass Schubert Trainer bleibe, als frech. Er sagte: „Es ist bodenlos, was hier passiert.“ Die Sonne konnte scheinen, wie sie wollte, ein Gewitter gab es in Gladbach trotzdem.

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