Favres Kritik, Bayerns Denkzettel

Von: Bernd Schneiders
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Auffällig, nicht nur in dieser Szene gegen den „unterlegenen“ Bochumer Jonas Acquistapace: Borussias Stürmer Peniel Mlapa erzielte erneut ein Tor nach seiner Einwechslung. Foto: sport/Schwörer Pressfoto

Bochum/Aachen. Wenn Borussia Mönchengladbach 2:0 in Bochum gewonnen hat, weiß man: Das muss ein Testspiel sein. Der Klub vom Niederrhein spielt bekanntlich in der Ersten Liga, der Revierklub dagegen im Bundesliga-Unterhaus.

Um diesen Übungscharakter zu belegen, hätte man auch die Aufstellung heranziehen können: Einwechslungen bereits in der 61. Minute! Im Ligabetrieb käme dies einer Sensation gleich, und das nicht, weil es gleich vier auf einen Streich waren. Lucien Favre mag‘s konservativ.

Dieser Bewahrungs-Charakter schimmert auch in seinen Kommentaren zum Erfolg im letzten Vorbereitungsspiel der Hinrunde durch, den Raffael (60.) und der eingewechselte Peniel Mlapa (66.) sicherten. „Es sind nur Freundschaftsspiele, aber es ist immer gut, wenn man gewinnt, und dann noch ohne Gegentor.“ Ein deckungsgleiches Statement blieb seinem Kontrahenten vom kommenden Freitag verwehrt.

„Eine gute Lehre für uns“, sagte Pep Guardiola. „Wenn wir nicht gut spielen, sind viele Mannschaften besser.“ Am Samstag etwa RB Salzburg, zum Rückrunden-Auftakt etwa auch Borussia Mönchengladbach? „Bayern hat ohne Robben und Ribéry gespielt“, versuchte Favre die überraschende 0:3-Niederlage der deutschen Übermannschaft in Österreich zu entkräften. Dem Schweizer Coach wird dieser Denkzettel für die Bayern gar nicht passen. Jetzt sind die Münchner schmerzhaft, aber rechtzeitig aus Bayern-Sicht daran erinnert worden, dass ambitionierte Gegner nur mit spielerischen Mitteln nicht zu bezwingen sind.

„Zu statisch, zu wenig Tempo“

Die trainerliche Kritik an der Vorstellung der Gladbacher war natürlich weit verhaltener – und auch nicht neu. „Wir haben zu statisch gespielt und hatten zu wenig Tempo im Spiel“, monierte Lucien Favre vor allem die Leistung vor der Pause. Beide Treffer fielen in der zweiten Hälfte, als Bochums Trainer Peter Neururer seine Feldspieler komplett ausgetauscht hatte. Gladbachs Roel Brouwers musst mit einer Oberschenkelzerrung ausgewechselt werden.

Zumindest die schweren Beine durch die hohe Belastung im Trainingslager dürften für Kruse & Co. am Freitag Geschichte sein. Und seine Mannschaft so tief stehen zu lassen wie Neururer wird Pep Guardiola wohl auch nicht in den Sinn kommen. Der Versuch, hinten mit einer Dreierkette zu operieren, wird ebenso wenig zur Neuauflage kommen.

In Salzburg stoppte der Spanier diesen Dominanz-Versuch bereits nach 25 Minuten. Favre freut sich dennoch auf die Bayern. Auch wenn diese im Borussia-Park mit Viererkette, Robben und Ribéry und auch mit Körpereinsatz antreten werden.

Mönchengladbach: ter Stegen - Korb (71. Rupp), Stranzl (71. Brandenburger), Dominguez (61. Brouwers), Wendt (71. Daems) - Kramer (71. Marx), Xhaka (61. Nordtveit) - Herrmann (61. Hrgota), Arango (61. Mlapa) - Raffael, Kruse (71. de Jong)

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