Favre: „Ich finde, alle sollten zufrieden sein“

Von: Christian Otto
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Letzter Bundesliga-Kontakt: Marc-André ter Stegen erlebte noch einmal einen Nachmittag mit Vollbeschäftigung. Foto: sport/schrödter
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Verstärkungen im Blick: Max Eberl. Foto: dpa

Wolfsburg. Der Mangel an Spaß war allgegenwärtig. „Nach 34 Spieltagen lügt die Tabelle nicht. Diese Platzierung ist absolut gerechtfertigt“, sagte Mittelfeldspieler Christoph Kramer, wirkte aber gefasst. Er hatte wieder ein Tor geschossen. Nur ein paar Qualifikationsspiele trennen ihn und Borussia Mönchengladbach noch vor neuen Herausforderungen in der Europa League.

Aber einem richtig beschwingten Saisonkehraus stand eben diese 1:3 (0:1)-Niederlage beim VfL Wolfsburg im Weg, die die letzte kleine Hoffnung auf einen Platz in der Champions League zunichte gemacht hatte. „Wolfsburg war einfach stark und die bessere Mannschaft“, befand auch Torhüter Marc-André ter Stegen. Er war in seinem allerletzten Spiel für die Borussia mit drei Gegentreffern noch gut bedient.

Es war eine Mischung aus Nachlässigkeit und Passivität, die in diesem flotten Duell der Fußball-Bundesliga den Unterschied ausgemacht hatte. Wolfsburg und Gladbach dürfen für sich in Anspruch nehmen, im Schatten von Bayern München und Borussia Dortmund zu den Lichtgestalten der Liga zu gehören. Aber die Niedersachsen, für die der starke Kevin de Bruyne (30. Minute), Ivan Perisic (68.) und Robin Knoche (81.) die Tore schossen, sind derzeit einen gehörigen Tick besser.

Vielleicht gelang es den Hauptdarstellern der Borussia deshalb so nüchtern, ihre Ernüchterung in Worte zu kleiden. „Vor drei Jahren war Gladbach noch tot. Jetzt fordert man, dass Gladbach jedes Jahr international spielt. Ich finde, alle können zufrieden sein“, meinte Cheftrainer Lucien Favre mit Blick auf den erreichten 6. Tabellenplatz.

Die Idee der Mannschaft, sich schon vor dem Anpfiff in Wolfsburg auf den Weg in die Fankurve zu machen, war glänzend. Vor der Partie fiel das Dankeschön an rund 5000 mitgereiste Borussen-Fans unter den 30 000 Zuschauer noch einigermaßen leicht. Hinterher, als die Niederlage besiegelt war, blieb die Lust auf ein fröhliches Winkewinke begrenzt.

Der Abgang der Gladbacher aus einem Stadion, in dem die Mehrheit der Zuschauer ziemlich gute Laune hatte, wurde von einer gehörigen Portion Schwermut begleitet. „Wir können nicht großartig mit Geld aus der Europa League planen. Denn angesichts der Qualifikationsspiele heißt es jetzt: Gruppenphase oder lange Nase“, sagte Manager Max Eberl, der zwangsläufig schon wieder den Blick auf die kommenden Wochen richtete. Juan Arango wird den Verein verlassen. „Und wir werden uns auf dem Markt umsehen“, sagte Eberl, ohne genau zu wissen, wie viel Geld ihm für die Weiterentwicklung des Kaders wirklich zur Verfügung stehen wird.

Vielleicht waren sie alle nach der Pleite in Wolfsburg sogar ein wenig dankbar, dass der besondere Abschied von einem besonderen Torhüter noch einmal alle Aufmerksamkeit in Beschlag nahm. Ter Stegen fügte dem Rätselraten um seine Zukunft ein weiteres Kapitel hinzu. „Es ist ein komisches Gefühl. Darauf kann man sich nicht vorbereiten“, sagte der 22-Jährige über seinen freiwilligen Abschied von einem Verein, in dem er 18 Jahre alt zum Vorzeigeprofi gereift war. Dass er sich in Kürze dem FC Barcelona anschließen wird, mochte ter Stegen weiterhin nicht bestätigten.

„Ich denke, dass ich zu einem wirklich großen Klub wechsele“, lautete seine Umschreibung für das, was ihn nach einem kurzen Urlaub erwartet. Den letzten Trikottausch nahm er mit Wolfsburgs Innenverteidiger Knoche vor. Aber ter Stegen war so schlau, zwei Oberteile durchzuschwitzen und ein nostalgisch angehauchtes Stück Borussia mit auf seinen weiteren beruflichen Weg zu nehmen.

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