Europa League: Das Duell zwischen Gladbach und Schalke

Von: Bernd Schneiders
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Haben auch schon mal das Jubeln geübt: Gladbachs Tobias Stobl (l.) und Raffael beim 4:2 im Bundesligaspiel gegen Schalke. Foto: imago/Jan Hübner

Aachen. Die Rotation ist dazu „erfunden“ worden, die Belastung von Fußballspielern zu minimieren oder zumindest zu steuern. Beim dreiteiligen Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 könnte diese Trainermaßnahme eine eher ungewollte Nebenwirkung besitzen.

Weniger Profis müssten ab 21.05 Uhr (live bei Sport1) – am Donnerstag in der Schalke-Arena –, wenn sie ihren Gegenspieler vor sich haben, denken: „Oh neeee, nicht der schon wieder!“

Da es aber auch im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League eher unwahrscheinlich ist, dass Gladbachs Trainer Dieter Hecking oder sein Schalker Kollege Markus Weinzierl jeweils gleich elf Profis aus dem Treffen am vergangenen Samstag in der Bundesliga zu einer schöpferischen Pause verhelfen, könnten sich die potenziell Genervten an einen beliebten Spruch für die Neuauflage erinnern: „Das sind ganz unterschiedliche Spiele.“

Das kündigte Hecking an, das bestätigte auch Mönchengladbachs Vizepräsident Rainer Bonhof: „Das sind zwei verschiedene Wettbewerbe.“ Und für diejenigen, die dies nicht so recht verinnerlichen können, setzt er auf die Kraft der Musik. „Spätestens wenn die Hymne erklingt, sollte das jedem klar sein.“

Nun könnte man annehmen, dass der Hinspiel-Charakter speziell auf Seiten der Gäste zu einer modifizierten Spielweise im Vergleich zum 4:2-Erfolg vor fünf Tagen führen könnte. Doch die Borussia-Ikone sieht das anders. „Auch am Samstag war unser Spiel in der ersten Halbzeit sehr taktisch geprägt. Was Schalke allerdings vorhat, ob sie etwa auf ein frühes Tor gehen werden, weiß ich nicht.“

Der ehemalige Nationalspieler erinnert sich noch sehr genau an eigene deutsch-deutsche Duelle im Uefa-Pokal: „Sogar zwei direkt hintereinander: erst gegen Köln im Achtelfinale, anschließend im Halbfinale gegen Kaiserslautern.“ Beide entschied der Klub vom Niederrhein deutlich für sich. Motivationsprobleme kannte der 64-Jährige damals in der Saison 1972/73 nicht und kann auch keine für die aktuellen Rautenträger entdecken: „Jeder weiß, um wie viel es geht.“

Um den Einzug ins Viertelfinale halt, und auch um die mit jeder Runde steigende Hoffnung, sich als Gewinner der Europa League direkt für die Champions League zu qualifizieren.

Helfen können dabei heute weder Christoph Kramer (gelbgesperrt) noch Thorgan Hazard (Knieprobleme). Doch mit den formstarken Fabian Johnson, Patrick Herrmann, Jonas Hofmann sowie einem zwangsausgeruhten André Hahn (90 Minuten gegen Schalke auf der Bank) besitzt Hecking gerade auf den offensiven Außenbahnen einige Optionen. Und Kramer-Ersatz Tobias Strobl wurde bereits am Samstag 45 Minuten lang nach der Pause getestet. „Da konnte er sich schon mal warmspielen“, war Gladbachs Trainer zufrieden mit der Leistung des Allrounders.

Der leicht angeschlagene Abwehrchef Andreas Christensen wird heute wieder dabei sein. Das ist deshalb so wichtig, weil er im Defensivverbund (Mittelfeld inklusive) der einzige Spieler ist, der schneller als der Durchschnitt ist. Doch diese „Beschränktheit“ von Tony Jantschke, Jannik Vestergaard, Strobl sowie Oscar Wendt und Mo Dahoud (beide immerhin durchschnittlich schnell) fällt bisher kaum weiter ins Gewicht: Eine gute Organisation fängt das auf.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Herrmann, Strobl, Dahoud, Johnson - Raffael, Stindl.

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