Mönchengladbach - Ein Schlag ins Gesicht: Stranzl fällt wochenlang aus

Ein Schlag ins Gesicht: Stranzl fällt wochenlang aus

Von: dpa
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Duell mit Folgen: Pierre-Michel Lasogga (l.), geht vehement in den Zweikampf mit Havard Nordtveit (Mitte) und Martin Stranzl. Gladbachs Kapitän verletzt sich in dieser Situation ernsthaft. Foto: sport/Huebner

Mönchengladbach. Historischer Fehlstart, Verletzungssorgen und jetzt das Champions-League-Debüt beim FC Sevilla: In der momentanen sportlichen Krise kann der erste internationale Auftritt von Borussia Mönchengladbach zum Desaster geraten – oder die Wende einleiten.

„Die Hoffnung besteht darin, dass wir jetzt alle drei Tage ein Spiel haben und es schon am Dienstag besser machen können“, sagte Max Eberl nach dem blamablen 0:3 gegen den Hamburger SV.

Der Gladbacher Sportdirektor redete nicht lange drumherum. „Wir haben ein beschissenes Spiel gemacht, wir haben einen beschissenen Start hingelegt. Wir müssen jetzt Hohn und Spott über uns ertragen, das ist auch berechtigt“, sagte Mönchengladbachs Sportdirektor nach dem schlechtesten Saisonstart der Borussia mit erstmals vier Niederlagen in Serie unter Trainer Lucien Favre.

Dem Coach hatte es nach der Schlappe gegen den HSV und der folgenreichen Gesichtsverletzung von Rückkehrer und Kapitän Martin Stranzl fast die Sprache verschlagen: „Wir müssen jetzt Lösungen finden. Aber das wird schwer. Es wird dieses Jahr kein Wunder geben.“

Die Mannschaft reagierte am Tag nach der Pleite und versammelte sich ohne Favre vor dem Training am Samstag zu einer Aussprache. „Das war gut. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir wieder Gas geben und als Team auftreten müssen“, sagte Stürmer André Hahn. „Wir haben eine gute Truppe, aber wir müssen sie wieder ans Laufen bringen“, sagte Eberl. Der Sportdirektor betonte, dass die Bundesliga absoluten Vorrang habe. „Wenn ich die Wahl hätte, wären mir drei Punkte nächsten Samstag in Köln lieber als in Sevilla.“

Die Vorfreude auf den ersten Auftritt in der europäischen Königsklasse seit 37 Jahren wurde vor allem durch das Aus von Stranzl getrübt. Der 35-Jährige war gerade erst nach einer fünfmonatigen Verletzungspause wieder an Bord und musste nach einem Zusammenprall mit Mannschaftskamerad Havard Nordtveit noch in der Nacht an einer Fraktur der Augenhöhle operiert werden. Damit fällt der Österreicher bis zu zwei Monate aus.

Doch auch mit Stranzl bot die beste Rückrundenmannschaft der vergangenen Saison eine ganz schwache Vorstellung gegen keineswegs überragende Hamburger, die mit einer auf sechs Positionen veränderten Elf aufliefen. Bei allen drei Gegentreffern leisteten die Gladbacher Schützenhilfe. Der sonst so solide Tony Jantschke sah nicht gut aus, auch Routinier Roel Brouwers patzte.

Die Gründe für den Gladbacher Absturz sind offensichtlich. Die neuen Spieler sind noch keine Verstärkungen. Favre erklärt die Problematik auf dem Platz einfach: „Nicht der, der den Ball hat, macht den Fehler, sondern der, der ihn bekommen soll. Es fehlt die Bewegung, defensiv und offensiv. Es funktioniert nicht“, stellte der Coach fest. „Ich verstehe einfach nicht, woher diese unfassbare Angst in der Mannschaft kommt“, sagte der Sportdirektor. Eberls Hoffnung: „Viele glauben jetzt, wir geben die Punkte in Sevilla ab. Also was haben wir zu verlieren? Nichts!“

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