Ein maskierter Sommer beim Flutlichtmeister

Von: Bernd Schneiders
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Ein fitter Torhüter und ein fitter Torwarttrainer: Mönchengladbachs Maskenmann Yann Sommer und Uwe Kamps beim Training. Foto: Dieter Wiechmann

Mönchengladbach. Negative Meldungen aus Mönchengladbach gab’s in den vergangenen Wochen zuhauf. Da drängte es André Schubert, auch mal für Jubelstürme zu sorgen: „Das Trainerteam ist komplett fit!“

Gut zu wissen, denn in Zeiten von Personalnot kann sich Borussia aus einem Reservoir von vier Altspielern bedienen: Ex-Profi Frank Geideck, der einst vor allem für Arminia Bielefeld aktiv war, Manfred Stefes, der früher für Borussia und Fortuna Düsseldorf kickte und Uwe Kamps, die Torhüter-Legende der Mönchengladbacher. Interimstrainer Schubert brachte es vor seinem frühen Einstieg in den Coaching-Job bis in die fünfte Liga (KSV Baunatal). Doch nicht nur deshalb steht seine Premiere als Spielertrainer der Mönchengladbacher am Samstag bei Eintracht Frankfurt ebenso wenig bevor wie die seiner Assistenten.

Denn trotz der Verletzungen von Martin Stranzl, Patrick Herrmann, Nico Schulz und dem Status angeschlagen von Granit Xhaka und Fabian Johnson erklärt der 44-Jährige: „Ich habe von einer großen Krise gehört – so weit sind wir noch nicht.“ Zumal es kein medizinisches Wunder wäre, wenn Xhaka und Johnson in Frankfurt dabei wären. Solch Verletzungsdiskussionen sind am Borussia-Park neu. In der letzten Saison führte Borussia die Tabelle der Bundesligisten in Bezug auf die wenigsten Verletzungen an.

Für den aktuellen Trend deutlich nach unten ist weder André Schubert noch die modifizierte Spielweise verantwortlich. Herrmann zog sich seinen Kreuzbandriss noch unter Lucien Favre zu, Nico Schulz „hatte keine Spielbelastung“, und Xhaka „wurde umgetreten“, ordnete der Borussen-Trainer ein. Und auch aus eigentlich nicht gegebenem Anlass räumte Schubert eine womöglich drückende Sorge der Fans aus.

„Borussia gehörte bereits in der vergangenen Spielzeit zur Top 3 bei den Laufumfängen. Damals gab es 170 bis 180 Sprints pro Spiel. Heute sind es 200 bis 220. Das heißt, es sind pro Spieler rund drei Sprints pro Spiel mehr.“ Sein Fazit: „Wir sind nicht Stuttgart oder Leverkusen. Bei 260 bis 280 Sprints müsste ich mir Sorgen machen. Aber unsere Belastung können wir problemlos verkraften und auch auf Dauer leisten.“

Erst recht dann, wenn etliche Spieler in der Länderspielpause trotz des Test gegen den MSV Duisburg (0:0) Kraft schöpfen konnten. Für Torhüter Yann Sommer bedeutete sie genügend Anpassungszeit an die ungewohnte Maske, die am Samstag seine gebrochene und operierte Nase schützen wird. Tony Jantschke nutzte die zweiwöchige Ligapause zudem, um letzte Zweifel aus dem Unterschenkel zu schütteln: „Am Mittwoch habe ich ihn zum ersten Mal im Training wieder völlig frei in jeden Zweikampf gehen gesehen“, schilderte der Gladbach-Coach.

Eine Option mehr also für das Abendspiel in der Main-Metropole. Beruhigend, denn Schubert gibt schmunzelnd eine Statistik weiter, „die ich gerade gehört habe: Die Frankfurter haben in den Abendspielen durchschnittlich 2,33 Punkte geholt. Sie sind der Flutlichtmeister.“ Sein Licht unter den Scheffel stellen muss der Klassenbeste seines Trainerlehrgangs nicht. Drei Bundesliga-Spiele unter seiner Verantwortung, drei Siege. „Statistiken sind nicht so wichtig“, urteilt Schubert.

„Ich gehe davon aus, dass drei Punkte im Schnitt auf Dauer nicht zu halten sind.“ Schade eigentlich, ansonsten wären das am Ende der Saison 87 Punkte. Den Bayern reichten zuletzt 79 Zähler, um Deutscher Meister zu werden.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer – Korb, Christensen, Dominguez, Wendt – Xhaka, Dahoud – Traoré, Johnson – Stindl, Raffael

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