Ein kampfstarker Gegner für Kruse und Co.

Von: Heribert Förster
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Die Borussia wird sich am Samstag auf heftige Gegenwehr und kampfstarke Braunschweiger einstellen müssen. So wie es Max Kruse (weißes Trikot) in dieser Szene beim 4:1-Sieg im Hinspiel erlebt hat. Foto: sport/Uwe Kraft

Mönchengladbach. Diese Krise hätten andere Klubs ganz gerne. Stuttgart etwa, Bremen, und natürlich die Hamburger. Sieben Mal in Folge in der Fußball-Bundesliga nicht zu gewinnen, aber vor dem Anpfiff des 23. Spieltages dennoch auf Tabellenplatz sechs zu stehen!

Natürlich ist die Stimmung in Mönchengladbach derzeit getrübt, aber man muss deshalb nicht alles auf den Prüfstand stellen. Findet Hans Meyer, Borussias Vizepräsident und ehemaliger Kult-Trainer, der es diese Woche auf den Punkt gebracht hat. „Gegen Ende der Hinrunde haben wir sechsmal in Serie gewonnen, jetzt sieben Mal hintereinander nicht. Vermutlich ist keine dieser beiden Serien die Wahrheit, die liegt wohl eher irgendwo in der Mitte. Hätten wir abwechselnd gewonnen und verloren, dann würde jetzt wohl niemand über Platz sechs mosern“, sagte er in einem Interview auf der Borussen-Homepage.

Alarmierende Tendenz

Der 71-Jährige verkündete jedoch auch: „Die Tendenz der letzten Wochen muss uns alarmieren, und es muss ihr energisch entgegengewirkt werden.“ Und aus diesem Grund ist Eintracht Braunschweig am Samstag vielleicht genau der richtige Gegner. Eine Mannschaft, die ordentlich Fußball spielt, die jedoch kämpferische Tugenden dem fili-granen Pass vorzieht.

Die somit einen Spielstil pflegt, der den Borussen in der jüngeren Vergangenheit gar gar nicht gelegen hat. Und deshalb nicht schlecht ist. So lange im Mönchengladbacher Spiel die Selbstverständlichkeit fehlt, viele Spieler zu hektisch agieren und zu viele Fehler machen, ist die Besinnung auf diese Tugenden trotz aller spielerischer Potenz nicht wirklich verkehrt.

Lucien Favre will seine Spieler auf das „vorbereiten“, was viele erwarteten – bis zum Umfallen kämpfende Braunschweiger. Borussias Trainer vergisst indes den Hinweis nicht, dass die Eintracht zuletzt beim 1:2 in Nürnberg „auch sehr gut gespielt“ habe.

Die Gladbacher eher weniger, die fehlenden Erfolgserlebnisse haben am Selbstbewusstsein gekratzt. Wieder ruhiger agieren, die Kon-trolle nicht aus der Hand geben (wie in Bremen und gegen Hoffenheim in Führung liegend), es wird ein Weg der kleinen Schritte. Auf dem befindet sich trotz Torflaute Max Kruse, der gegen Hoffenheim aufsteigende Tendenz zeigte.

Es muss aber auf jeden Fall noch besser werden, sonst dürfte auch Kruses Traum von der WM-Teilnahme platzen. Für das Länderspiel gegen Chile wurde er – angesichts seiner jüngsten Leistungen – verständlicherweise nicht nominiert. In Borussias Kader steht am Samstag wieder Juan Arango, der am Freitag ohne Probleme trainiert hat.

24 Tore in vier Spielen

Wer abseits des Platzes nach Hoffnungsschimmern für ein Ende der sieglosen Serie sucht, wird in der Statistik fündig. Die Borussen sind schließlich „Serientäter“, konnten in dieser Spielzeit schon nicht ihre Negativtrends gegen Leverkusen (seit über 20 Jahren ohne Heimsieg) und in Bremen (seit über 20 Jahren ohne Auswärtssieg) stoppen.

Gegen Braunschweig gab es in den letzten vier Bundesligaspielen vier Siege mit der sagenhaften Torbilanz von 24:3. Ein 6:2, ein 10:0 (jeweils 1984), ein 4:0 (1985) oder ein 4:1 wie im Hinspiel muss es ja nicht sein. Nach großem Kampf 1:0 zu gewinnen, wäre für die Borussen derzeit ein vor allen Dingen erleichternder Erfolg.

Mögliche Aufstellung: ter Stegen - Korb, Jantschke, Stranzl, Daems - Kramer, Xhaka - Herrmann, Hrgota (Younes, Arango) - Raffael, Kruse

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