Eberl und der Kampf gegen zu hohe Erwartungen

Von: Bernd Schneiders
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Mahner Max Eberl. Foto: imago/Revierfoto

Mönchengladbach. Die Pressekonferenzen vor einem Bundesligaspiel sind in der Regel die große Bühne für die Trainer. Bei Borussia Mönchengladbach war das am Donnerstag etwas anders. Nicht, dass André Schubert nichts zum Gegner Eintracht Frankfurt zu sagen gehabt hätte. Der 45-Jährige bereitet sich ähnlich wie sein Vorgänger Lucien Favre akribisch auf den potenziellen Spielverderber vor.

Aber am Donnerstag drängte es Max Eberl, Borussias Sportdirektor, einige grundsätzliche Dinge loszuwerden. Das hat weniger mit Frankfurt, mehr mit der nicht so optimalen Punktesituation seiner Mannschaft (11) und Platz zehn zu tun. Solch eine Situation sei ganz normal, erklärte der Manager. „Aber das heißt nicht, dass wir zufrieden sind.“ Nicht erst seit Kurzem predigt Eberl Demut. „Borussia Mönchengladbach hat sich märchenhaft entwickelt. Aber man muss sich die Realität vor Augen führen und nicht von zu hohen Erwartungen erschlagen lassen.“

Nach tollen fünf Jahren müsse man auch mal damit rechnen, am Ende der Spielzeit nur auf Platz neun oder zehn zu landen. Das hieße aber nicht, dass „wir nicht ehrgeizig sind. Wir wollen aus dem, was wir können, das Beste herausholen.“ Da passt es, dass sich mit der Eintracht ein Klub vorstellt, der in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen erlebt hat, abgestiegen ist, als Borussia sich unter Favre per Relegation gerettet hat, wieder aufgestiegen ist und in der vergangenen Saison so grade noch mal die Kurve bekommen hat.

„Viele Traditionsvereine sind nach tollen Jahren wieder auf die Fresse gefallen. Das will ich nicht“, erklärt und beschreibt Eberl, was ihn umtreibt.

Was sein Trainer partout nicht will, ist am Freitag gegen Frankfurt zu verlieren. Was keine Sensation wäre, denn die Hessen surfen gerade auf einer Erfolgswelle. „Sie sind sehr gefährlich“, warnt Schubert – und zitiert nur unbewusst die allwöchentliche Vorhersage seines Vorgängers, bei dem man den Eindruck bekam, jeder Gegner liefe ausgerechnet vor dem Duell mit seiner Borussia zu Barcelona-Form auf.

Aktuell ist Vorsicht allerdings angebracht. Nicht weil Niko Kovac ein Messi-Double in seinem Team hat. Eher, weil Gladbach nach wie vor am Stock geht, auch wenn Raffael zum ersten Mal zumindest wieder auf der Bank sitzen soll. Deshalb kann und will Borussias Coach nicht eine gewisse Freude verhehlen, dass die Frankfurter im Pokal 120 Minuten arbeiten mussten.

Nicht nur einmal haben Schubert und die Vereinsoberen darauf hingewiesen, dass Mannschaften in der Bundesliga auf Platz fünf bis zwei (Köln, Hoffenheim, Berlin, Leipzig) und Rang sieben (Frankfurt) stehen, die nicht in einem europäischen Wettbewerb zusätzlich strapaziert werden.

Borussias vor der Saison allenthalben als qualitativ gut und breit bestückt gelobter Kader ist dagegen seit Wochen limitiert. Womöglich hat sich auch Max Eberl dabei erwischt, eine Minute lang darüber räsoniert zu haben, dass er dennoch zu klein ist. „Nicht eine Sekunde“, widerspricht der Manager. „Wir sind nicht Bayern München. Mit drei Spielern statt eines Christoph Kramer hätten wir zwar alles abgedeckt, aber nicht die Qualität. Wir wollen Spieler, die uns besser machen.“

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Jantschke, Vestergaard, Elvedi, Wendt - Korb, Strobl, Dahoud , Johnson - Stindl, Hahn

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